Wanderung

Von Buer bis nach Kalkutta

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Gelsenkirchen.Während viele Reiselustige ihren Urlaub ein halbes Jahr im Voraus planen, um sich die besten Preise zu sichern, versuchen Marcel und Marlon Stawinoga dies auf eine andere Art und Weise: zu Fuß. Am 15. April 2010 startete das Projekt der Brüder „zu Fuß nach Indien“ unter dem Motto „von Asien nach Asien“ an der Pforte der Zoom-Erlebniswelt in Gelsenkirchen. Von Buer bis nach Kalkutta möchten sich die beiden einen Traum erfüllen, indem sie die Strecke zu Fuß gehen.

Es fing alles mit einem Traum an: Marcel Stawinoga träumte schon seit längerem von Indien, den Menschen und ihrer Spiritualität. Im Sommer 2009 fasste er den Entschluss wieder einmal, diesmal aber für längere Zeit nach Indien zu reisen. „Nachdem ich bereits seit Jahren mit diesem Gedanken gespielt hatte und mich nach diesem Land, dessen Süden ich in Kerala bereits 2006 besucht hatte, sehnte.“ Und: „Indien war seither wie eine Geliebte, welche ich nicht wieder vergessen konnte. Mein Geist sehnte sich nach dieser Geliebten, danach, von all ihrer Spiritualität und all ihrer Mythen verführt zu werden.“

Die Wohnung gekündigt, den Arbeitgeber vorgewarnt nur noch bis März 2010 verfügbar zu sein, entschloss sich Marcel dazu, nach Indien zu gehen. Marlon, der ebenfalls ein sehr begeisterter Fan von Indien und seinen Traditionen ist, war vom ersten Wort an begeistert, als sein Bruder ihm von seinem Vorhaben erzählte. So beschloss er, ihn zu begleiten, denn wen könnte man sich besser an seiner Seite vorstellen, als eine Person, die einem von klein auf sehr verbunden ist?

Mit einem Rucksack, bepackt mit den nötigsten Sachen, trafen die beiden Brüder in der Zoom-Erlebniswelt auf Freunde, Bekannte, Verwandte sowie Pressevertreter aus verschiedenen Teilen Deutschlands. Dort wurden sie bei einer kleinen Feier verabschiedet. Die meist gestellte Frage auf der Abschiedsfeier war: „Warum ausgerechnet zu Fuß nach Indien?“ Marcels Antwort: „Warum denn nicht? Wir haben doch alle Zeit der Welt.“

Aufbruch Richtung Ruhr

Gegen 11 Uhr brachen die beiden Richtung Ruhr auf. Natürlich haben sie eine gute Reiseroute geplant. Die Brüder folgen dem Fluss bis zu seiner Quelle im Rothaargebirge, ehe sie Richtung Donau aufbrechen. An der Donau entlang durchqueren sie Österreich, Budapest in Ungarn, Siebenbergen und die Karpaten, wo sie dann im Donaudelta eintreffen, dem größten grenzüberschreitenden Naturschutzgebiet Europas.

Dann geht es durch die Wallachei und Bulgarien Richtung Türkei. Da es für zwei Wanderer viel zu gefährlich ist, den Iran zu durchqueren, haben sie mit Hilfe eines Freundes und dessen Vater das Visum für den Iran erhalten. Jedoch ist noch unklar, ob sie auch ein Visum für Pakistan bekommen. Falls es ihnen ermöglicht wird, überlegen sich die zwei Pilger, ob sie das Land durchwandern oder mit einer Fähre direkt nach Indien schiffen.

„Jedenfalls werden wir ungefähr in einem Jahr Indien erreichen.“ Wenn sie endlich in Kalkutta ankommen, wollen sie in der Stadt der Göttin Kali verweilen, welche ihre Hand schützend über die Dichter und Schreiber legt. Marcel Stawinoga möchte über das ganze Projekt ein Buch verfassen.

Auf www.zufussnachindien.de halten uns die Zwei auf dem Laufenden.

Ewelina Kupis, Klasse KS2a, Weiterbildungskolleg Emscher-Lippe

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