Sportverletzungen

Das richtige Training zählt

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Gelsenkirchen. Wodurch kommt es zu Sportverletzungen, egal ob im Breiten- oder Leistungssport? Die meisten Verletzungen sind vermeidbar. Häufig entstehen sie durch Überbelastung von Muskeln, Sehnen, Bändern und Gelenken.

Daher sollte sich jeder Sportler ausreichend mit Prophylaxen beschäftigen, also den Möglichkeiten eigene Beschwerden und Verletzungen zu vermeiden.

Die persönliche Situation sowie eine korrekte Technikausführung sind dafür erste wichtige Faktoren, allerdings gibt es noch eine Vielzahl von anderen Maßnahmen: Adäquate Trainingsplanung und Intensität, Bandagen, Tapeversorgung, Bodenverhältnisse, spezifisches Aufwärmen, Ernährung, psychische Verfassung und vor allem eine ausreichende Regenerationsphase.

Technik

Gründe für Überlastungsbeschwerden und akute Verletzungen können die Wahl der falschen Technik oder eine Schwäche der beanspruchten Körperstruktur sein.

Beispielsweise: Rückenbeschwerden beim Golfer, da der Durchschwung fehlt; Knieprobleme beim Läufer wegen seiner fehlenden Rumpfstabilität.

Training

Trainingsmethoden und Intensitäten sollten nicht nach Lust und Laune gewählt werden sondern der Sporttreibende sollte sich an seinem aktuellen Trainingszustand orientieren, um anschließend das Pensum kontrolliert zu steigern.

Die Grundregel um Verletzungen hierbei zu vermeiden besagt: Nur dann den Trainingsreiz zu steigern, wenn keine Beschwerden während oder nach dem Training aufgetreten sind. Regelmäßiges Training mit einem Reiz unterhalb der Überlastungsgrenze ermöglicht den Gewebestrukturen, sich physiologisch an die jeweilige neue Belastung anzupassen.

Tapeversorgung

Vorab: Sie sollten Tapeverbände und Bandagen nur während einer Belastungssituation tragen und bestenfalls ein zusätzlich, spezifisches Training zur Erhöhung der instabilen Strukturen einführen.

Um ein Umknicktrauma zu vermeiden oder um speziell beanspruchte Körperstrukturen vor einer Überbelastung zu schützen, empfiehlt es sich den gezielten Einsatz von Tapeverbänden oder Bandagen.

Die Anwendungen dienen nicht nur der Stabilität sondern sie fördern auch die physiologische Erregbarkeit der versorgten Strukturen.

Bodenverhältnisse

Gerade auf den Untergrund sollten Sportler ein besonderes Augenmerk legen. Joggen auf Asphalt erfordert ein gutes Schuhwerk mit einer hervorragenden Dämpfung und ein bequemes Fußbett. Gleichzeitig sollte der Schuh atmungsaktiv sein und dem Sprunggelenk genügend Stabilität bieten.

Aufwärmen/Dehnen

Die Anregung des Herz-Kreislaufsystems durch sportartspezifische dynamische Übungen sind von größter Wichtigkeit, um den Körper auf die bevorstehende Belastung vorzubereiten.

Auf statisches Dehnen, also das Halten einer Gelenkposition mit einem Ziehen im Muskel, sollten sie vor einer Belastung eher verzichten, da vorbeugende Wirkungen nicht nachgewiesen werden können.

Es besteht sogar die Gefahr, dass aufgrund eines zu starken Dehnreizes, es zu kleinen Traumen im Muskelgewebe kommen kann. Also, was machen?

Ersetzen sie das statische Dehnen durch dynamische (Dehn) –Übungen zum Beispiel: Ausfall- oder Seitschritt.

Regeneration

Die Regenerationsphase wird oft von Laien die beispielsweise ein Fitnessstudiobesuchen stark unterschätzt!

Schlecht regenerierte Körper sind deutlich anfälliger für Verletzungen jeglicher Art (physiologisch als auch psychologisch).

Der gewollte Trainingseffekt entsteht nicht während oder unmittelbar nach der Belastung sondern in der Regenerationsphase. (36 bis 48 Stunden)

Daher ist es ratsam auf ein adäquates Trainingspensum zu achten und die Regeneration des Körpers durch gezielter Zufuhr von Flüssigkeiten, Eiweißen, Kohlenhydrate, Fetten und genügend Schlaf zu unterstützen. Also gönnen Sie Ihrem Körper eine ausreichend lange Regenerationsphase - er wird es Ihnen danken!

Psyche

Die psychische Verfassung einer Person kann Ursprung für Sportverletzungen diverser Arten sein.

Beispielswiese kann es durch Angst, Stress oder Nervosität zu einem erhöhten Muskeltonus kommen, welcher wiederum die Flexibilität und Koordination herabsetzt. Somit wäre der Körper wesentlich anfälliger für Zerrungen.

Um eine besseres Körperverständnis zu erlangen und seine Ziele zu optimieren ist es immer ratsam, einen Spezialisten oder Physiotherapeuten um Rat zu fragen.

Alexander Fuchs (Staatlicher-/ Examinierter Physiotherapeut), Weiterbildungskolleg Emscher-Lippe, Klasse As2b

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