Interview

Das Motodrom mitten in Gelsenkirchen

Die Fotos von Andreas Beier (www.andreasbeier.com) zeigen, wie die Natur die ehemalige Rennstrecke in Gelsenkirchen, den Almaring, zurückerobert hat.

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Gelsenkirchen.  Mitten in Gelsenkirchen wurden bis in die 80er Jahre Autorennen gefahren. Die ehemalige Rennstrecke ist lange Zeit still gelegt und von Unkruat überwuchert. Drei Zeus-Reporter haben einen Gelsenkirchener gefunden, der damals Rennen gefahren ist.

Autorennen machen Spaß und begeistern uns - natürlich im Fernsehen. Es gab aber eine Zeit, da war es hier in Gelsenkirchen-Ückendorf sogar möglich, live dabei zu sein. Die „goldenen“ 60er, 70er und 80er Jahre. Wir haben mit Heinz Klaka geredet, der damals auf dem Motodrom Gelsenkirchen (im Volksmund Almaring genannt) Autorennen gefahren ist und sich sogar Deutscher Meister in der Klasse „Autocross“ nennen durfte.

Wann sind Sie zum ersten Mal mitgefahren?

Mit 17 Jahren. Das war ungefähr 1967 oder 1968. Damals haben wir angefangen, aber da gab es die Rennstrecke Alma noch nicht. Ich bin schon vorher Cross gefahren.

Auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei der Zeche Alma wurden dann ab 1969 auch Meisterschaften ausgetragen?

Mehrere Jahre lang. Ich war ein paar mal Deutscher Meister, aber jeder Veranstalter hatte seine eigene Meisterschaft. Und es gab viele, fast jede Bahn hatte ihre eigene Meisterschaft. Aber einen richtigen Deutschen Meister gab es nur beim ADAC und man musste als Veranstalter ein eingetragener Verein sein, damit ein Rennen zur ADAC-Meisterschaft zählte. ADAC-Meister oder nicht – ein schönes Gefühl war es trotzdem.

Wie alt waren Sie, als Sie das erste Mal Deutscher Meister wurden?

Ungefähr 18 Jahre. Das war, wie man heute sagt, eine geile Zeit.

Warum wurde die Rennstrecke geschlossen?

Wegen der Lautstärke. Weil die Autos zu laut waren, haben sich die Leute beschwert. Irgendwie haben sich die Leute aufgeregt. Der Veranstalter (Anton Brenner), der die Bahn gebaut hat, hat das Gelände nachher verkauft.

Wann war das ungefähr?

So Mitte der 80er Jahre.

Heute sieht man dort an der Strecke nur noch die Reifen und Spuren. Leider ist alles von Unkraut überwuchert.

Ja, auch das Start- und Ziel-Zeichen haben sie einfach umgekippt, habe ich gehört. Ich gehe heute nicht mehr dort hin.

Es ist ein bisschen schade, dass dort auf dem Gelände nichts darauf hinweist, dass hier mal eine Rennstrecke existierte. Nicht mal ein Schild.

Ja, das stimmt. Aber auf dem Gelsenkirchener Stadtplan ist die Rennstrecke heute noch eingezeichnet.

Sind da auch Berühmtheiten mitgefahren?

Der Streckengründer Anton Brenner hat immer gesagt, dass der Rennsport der Sport des „Kleinen

Mannes“ ist. So was ist ein Traum für Autobegeisterte. Den hat er dann auch verwirklicht. Das war für uns kleine Leute erschwinglich. Die Autos haben wir größtenteils selbst zusammengebaut. Für mich als Altmetallhändler war dies finanziell und zeitlich etwas einfacher als für Fahrer mit anderen Berufen. Berühmtheiten fuhren auf dem Almaring nicht. Das waren alles nur kleine Leute. Die haben einfach nur ihren Spaß gehabt, das war ja auch Sinn der Sache.

Gut, dann bedanke ich mich für die Zeit, die Sie uns Schülern gegeben haben für das Interview. War sehr spannend.

Gern. Hat Spaß gemacht. Interessiert ihr euch denn auch für Autorennen?

Selbstverständlich. Die Schumacher-Brüder und Sebastian Vettel sind natürlich Vorbilder! Man würde dann auch selbst gern mal Rennen fahren.

Darijan Bakaran, Nazmi Arik und Jan Dargaschewski, Klasse CI11V1, Berufskolleg für Technik und Gestaltung, Gelsenkirchen

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