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Das Phänomen „Let’s Play“

Das Phänomen „Let’s Play“ verbreitet sich auf den Video-Plattformen im Internet.

Das Phänomen „Let’s Play“ verbreitet sich auf den Video-Plattformen im Internet.

Foto: WAZ FotoPool

Essen.   Es klingt ganz einfach. Computerspiel spielen, ein bisschen kommentieren, das ganze als Video im Internet hochladen und dann damit das große Geld verdienen. Dass da eine ganze Menge Arbeit hintersteckt, das haben die Zeus-Reporter Fabian und Julian von Let’s Player Schrimpflosse erfahren.

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Computerspiele werden nicht mehr nur allein gespielt, die Player filmen sich dabei und kommentieren ihre Aktionen. Der Trend heißt Let’s Play und verbreitet sich auf den Video-Plattformen im Internet.

Let’s Play ist englisch für „Lass uns spielen“, und genau das wird auch getan. Leute spielen ein Spiel und kommentieren dabei. Diesen Trend findet man unter anderem auf YouTube oder MyVideo. Einige wenige Leute können damit sogar ihr Geld verdienen. Das bekommen sie durch die Werbung neben und am Anfang der Videos. Von dieser Aussicht gereizt, versuchen sehr viele ihr Glück. Doch die wenigsten schaffen es, sehr erfolgreich zu werden. Wir haben einen von ihnen interviewt.

Der Name stammt vom Zufallsgenerator

Lukas alias Schrimpflosse hat es geschafft 2252 Abonnenten zu werben. Das sind Leute, die auf YouTube einen Account haben, die LPer (Let’s Player) unterstützen und ihnen regelmäßig zugucken.

Sein Name kommt aber nicht von den Tieren Shrimps, sondern er ist per Zufallsgenerator entstanden. Er versuchte seinen normalen Benutzernamen der Plattform, doch da waren alle schon vergeben. Also benutze er den Zufallsgenerator, der ihm dann den Namen Schrimpflosse gab.

Bei dem Interview fiel uns sofort die erste Eigenschaft eines Let’s Players auf: Er redete viel. Das ist von Vorteil, da niemand ein Video anschauen möchte, indem es still ist, wie im Weltall.

Das Geld reicht für eine Pizza

Der 17-Jährige aus Leipzig erinnert sich, wie er vor zwei Jahren mit den YouTube-Videos anfing. Damals war er noch unbekannt, doch er durfte bei einem anderen Let’s Player namens CommanderKrieger mitmachen, der schon sehr berühmt war.

So hatte er mit seinem zehnten Video seinen ersten Erfolg. Er bekam die ersten Abonnenten. Die motivierten ihn weiterzumachen. Das war der Start seines YouTube-Kanals. Seine Idee: „Ich muss etwas Anderes, etwas Besonderes machen, etwas, was niemand anderes hat! Andere Spiele oder ein anderes Konzept.“

Dieser Plan ging auf. „Nun habe ich schon über 2000 Abonnenten“, sagt er. Viel verdient er damit noch nicht. „Es reicht pro Monat nur für einen Ausflug in die Pizzeria, aber immerhin.“

Ohne Mühe geht es nicht

Es ist kein leicht verdientes Taschengeld, denn er muss sich für jedes Video Gedanken machen, was er erzählen will. Auch muss er immer hochwertigere Videos produzieren, um in der Welt von YouTube mithalten zu können und keine Dislikes (Daumen runter) zu bekommen.

„Ich mache mir viel Mühe, doch trotzdem gibt es nicht so viele Aufrufe, beziehungsweise viel Geld dafür. Das ist für mich etwas ärgerlich, aber mir macht es sehr viel Spaß die Spiele zu kommentieren.“

Das Ergebnis: Pro Tausend Aufrufe (Klicks) bekommen YouTuber, laut der Internetseite socialblade.com, zwischen 70 Cent und 5 Euro. YouTube bezahlt das Geld, da durch den YouTube Kanal einige Zuschauer auf Werbung klicken. YouTube bekommt Geld von den Firmen, die auf den Seiten werben. Einen Teil davon zahlen sie den YouTubern.

Einmal bekannt, bleibt man es auch

Das Problem dabei ist, dass man bei YouTube eigentlich kein festes Grundgehalt bekommt. Man ist von den Aufrufen abhängig. „Das heißt, bekommt man keine Klicks, verdient man nichts“, erzählt Schrimpflossse.

Ím Idealfall werden die eigenen Videos auf der YouTube-Startseite präsentiert. Dann werden sie am häufigsten aufgerufen.

Um auf die Startseite zu kommen, muss man viele Klicks haben. Außerdem muss man von YouTube ausgewählt werden.

„Viele Klicks bekommen und gute Videos machen, das ist das Schwierige“, verrät er uns. „Aber, wenn man einmal bekannt geworden ist, dann beleibt man das auch.“

Der Traum: Vom Spielen leben können

Als Beispiel nennt er uns bekannte YouTuber, die seit Monaten keine Videos veröffentlicht haben und trotzdem immer noch tausende Abonnenten haben. Das ist das Ziel.

„Ich würde das Kommentieren gerne als Beruf machen, aber nur wenn ich ein Grundgehalt bekommen“, teilt er uns mit. Doch Grundgehalt bekommt man auf YouTube eben normalerweise nicht. Das passiert nur, wenn man ein besonderes Angebot bekommt. Um eine Alternative zur Karriere bei YouTube zu haben, macht der 17-Jährige gerade sein Abitur.

Für alle, die nun Interesse daran haben Let’s Player zu werden, hat Schrimpflosse noch einige Tipps: „Man sollte etwa 15 Jahre alt sein, damit die Stimme kräftig genug ist. Außerdem sollte man natürlich richtig Spaß am Reden haben. Durchhaltevermögen gehört definitiv. Es dauert auf den Plattformen Ansehen zu bekommen. Man sollte also auch nicht mit zu großen Erwartungen starten.“

Die Let’s Play-Videos von Schrimpflosse gibt es hier: www.YouTube.com/user/schrimpflosse.

Fabian Bluhmki, Julian Ley, 8a, Gymnasium Borbeck, Essen

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