Facebook

Vom Hacker zum Milliardär

| Lesedauer: 4 Minuten
So sieht das Gesicht hinter Facebook aus: Gründer Mark Zuckerberg. Foto: AP

So sieht das Gesicht hinter Facebook aus: Gründer Mark Zuckerberg. Foto: AP

Foto: AP

Duisburg.  Mark Zuckerberg ist der typische Nerd. Trotzdem hat er es zu 500 Millionen Freunden gebracht. Mit einer eigentlich ganz einfachen Idee: Facebook.


Es ist wie eine Geschichte aus dem Märchenbuch. Nur ohne Prinzessin. Eine Geschichte, die sich nur um den Prinzen dreht.

Harvard 2003. Mark Zuckerberg ist ein Freak. Kompliziert und kryptisch. Anstrengend, könnte man sagen. Niemand, mit dem man sich lange unterhalten kann. Und niemand, mit dessen Art jeder zurechtkommt. Seine damalige Freundin Erica auch nicht. Sie beendet die Beziehung. Heute mag sie sich ohrfeigen, denn ihr damaliger Freund ist heute der jüngste Milliardär aller Zeiten.

Allerdings können die jungen Menschen heutzutage ihr dankbar sein. Denn damit legt sie quasi den Grundstein für Facebook. Denn: Mark besäuft sich, beginnt in seinem Blog über sie zu schreiben, sie schlecht zu machen, wenn man untertreiben möchte. Und an diesem Abend kommt ihm die erste Facebook-ähnliche Idee: Facemash.

Anfänge als „Facemash“

Facemash ist eine Seite, auf der man Mitstudentinnen vergleichen und bewerten kann – nach Aussehen, versteht sich. Mark Zuckerberg bringt es auf 22 000 Aufrufe innerhalb weniger Stunden. Und das morgens um 4 Uhr, an einem normalen Wochentag. Dass er damit das Harvard-Netzwerk lahmlegt, sich in Systeme einhackt und dessen Bilder der Studentinnen illegal herunterlädt, ist ihm egal. Auch die darauf folgende Strafe trifft ihn nicht. Denn die richtigen Leute werden auf ihn aufmerksam. Sie wollen, dass er eine Dating-Seite für Harvard-Studenten programmiert. Doch Marc hat eine viel bessere Idee – die Grundidee für Facebook.

Gemeinsam mit seinem Freund Eduardo und später einem weiteren Programmierer, Dustin, entwickelt er thefacebook.com. Zuerst betrifft es nur Harvard, bald jedoch gehören zig Studenten weltweit zu Facebook (aus dem Namen wird unterdessen das „the“ gestrichen). Im Laufe seiner Karriere sieht Mark einige seiner früheren Mitstudenten und auch seinen einzigen wahren Freund Eduardo wieder – vor Gericht. Aber mit einer großzügigen Abfindung lassen sich auch diese Probleme lösen. Schnitt, Abspann.

Das ist in groben Zügen der Inhalt des Films „The Social Network“. Ein Film, der endlich alles thematisiert, was im Leben junger Menschen heutzutage wirklich vorgeht. Noch vor ein paar Jahren wäre dieser Film ein absoluter Flop gewesen – obwohl er eigentlich alles hat: Liebe, Hass, Enttäuschung, Macht, Sex, Party, und vor allem eine charismatische Hauptfigur: Mark Zuckerberg.

Generation Internet

Aber vor ein paar Jahren kannte noch nicht jeder Facebook. Es hatte noch nicht fast jeder einen Account. Und selbst in Deutschland verbreitete soziale Netzwerke wie die der VZ-Gruppe steckten noch in den Kinderschuhen. Niemand hätte sich das Leben eines programmierenden Freaks angesehen – bis heute.

Die Zahlen belegen, dass die aktuelle Beliebtheit von Facebook den Film wirklich erfolgreich macht. Auch wenn Mark Zuckerberg bei diesem Film eher als Nerd, Freak und Unsympath wegkommen soll, so kann man sich zumindest einer gewissen Bewunderung für sein Lebenswerk nicht erwehren. Ich persönlich finde ihn sogar sympathisch, auf eine verkorkste und komplizierte Weise ist er eigentlich wirklich nett. Er entscheidet nur manchmal falsch. Wie es so schön im Film heißt: „Er ist kein Arschloch, er gibt sich nur Mühe, eins zu sein.“

Vielleicht kommt man sonst aber in dieser Welt auch nicht weiter. Auf jeden Fall steht Marks Baby Facebook, seine Geschichte und sein Leben für die Generation Internet: Für Erfolg, Glück, Rückschläge und die Hoffnung, dass aus einer kleinen Idee zu rechten Zeit etwas ganz Großes werden kann. Mark ist also ganz normal – fast. Ein Prinz in seinem Schloss mit 500 Millionen Mitgliedern, wo jeder jeden über irgendwen kennt – und man doch trotz 1692 Freunden irgendwie allein ist. Denn zu mehr sozialen Kontakten und guten Freunden kann einem selbst ein Mark Zuckerberg nicht verhelfen.

Ann-Kathrin Seidel

Klasse 11e

Mannesmann-Gymnasium

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Duisburg

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben