Tiere

Tierische Überraschung unterm Tannenbaum?

Vielleicht ist ja eine Katze aus dem Tierheim das richtige Weihnachtsgeschenk.

Vielleicht ist ja eine Katze aus dem Tierheim das richtige Weihnachtsgeschenk.

Foto: Caro Ehrlich

Duisburg.  Ein Haustier zu Weihnachten? Dies ist ein Anlass, um einmal im Duisburger Tierheim vorbeizuschauen. Blanca Ehrlich stellt es euch vor.

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Die Weihnachtszeit steht bevor und besonders Kinder möchten gerne ein Tier. Allerdings ist Einigen nicht bewusst, welche Verantwortung man damit übernimmt und schnell wird das Tier zur Last. Dann gibt es für manche nur noch einen Ausweg: Das Tier muss weg. Aber wohin? Eine Möglichkeit ist das Duisburger Tierheim an der Lehmstraße, eines der größten Tierheime in Nordrhein-Westfalen. Auf 5.800 Quadratmeter finden dort etwa 150 bis 200 Katzen, 120 Hunde und mehr als 100 Kleintiere und Vögel ihr vorübergehendes, und manchmal leider auch endgültiges Zuhause. Um diese große Anzahl an Tieren kümmern sich 28 festangestellte Tierpfleger, eine Tierärztin und circa 50 ehrenamtliche Helfer.

Viele Tiere sind im Duisburger-Tierheim untergebracht

Seit 2002 wird das Tierheim vom Tierschutzzentrum Duisburg e.V. betrieben, einem gemeinnützigen Verein mit circa 130 Mitgliedern. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Fundtiere aufzunehmen, tote Tiere von öffentlichen Flächen zu bergen, nach Absprache Pensionsplätze für Hunde und Kleintiere zur Verfügung zu stellen und natürlich auch für seine Schützlinge ein neues Zuhause zu finden. Auf die Frage, was das Ziel des Tierheims sei, antwortet die erste Vorsitzende des Trägervereins Frau Lange: „Unser Ziel ist es, alle Tiere zu vermitteln, so dass das Tierheim leer ist.“

Kommt ein Tier neu ins Tierheim, wird es erst einmal gründlich von der Tierärztin untersucht und kommt dann für einige Zeit in Quarantäne, erst dann kommt es in die Vermittlung. Hunde werden alleine oder zu zweit in Außengehegen untergebracht, die Mehrheit lebt alleine in Zwingern. Katzen werden gemeinsam in Gruppenräumen gehalten. Kleintiere und Vögel leben alleine, oder zu mehreren in Käfigen.

Der Tag im Tierheim ist durchgeplant

Den Alltag im Tierheim schildert Frau Lange wie folgt: „Das Tierheim wird um acht Uhr aufgeschlossen und die Tierpfleger kümmern sich bis 14 Uhr um die Tiere und Käfige. Dann startet die Vermittlung. In der Woche hat das Tierheim bis 18 Uhr geöffnet, am Wochenende bis 17 Uhr. Bis 22 Uhr gibt es einen Fahrdienst. Für den Rest der Nacht haben wir auch noch den Bereitschaftsdienst. Dieser nimmt zum Beispiel Welpen ohne Muttertier zum Füttern mit nach Hause. Außerdem ist der Bereitschaftsdienst immer erreichbar.“

Im Jahr werden bis zu 1.800 Tiere im Duisburger Tierheim vermittelt. Kleintiere, Vögel und Katzen werden gegen eine kleine Gebühr abgegeben. Sind bereits Tiere im Haushalt vorhanden, kommen die Tiere zunächst für eine Woche zum Probeschlafen mit in ihr neues Zuhause. Bei Hunden muss der zukünftige Besitzer zunächst fünf mal mit dem Hund spazieren gehen. Anschließend kommt der Hund für mindestens eine Woche zum Probeschlafen. Wenn Mensch und Hund zueinander passen, wird auch der Hund gegen eine kleine Gebühr abgegeben. Nach der Vermittlung kommt ein Helfer des Tierheims noch einmal zum Hausbesuch vorbei.

Ein Tier aus dem Heim als Alternative zum Züchter

Wer sich für das Tierheim engagieren möchte, hat verschiedene Möglichkeiten dies zu tun. Man kann eine Patenschaft und damit die Futterkosten für ein Tier übernehmen. Man kann dem Verein beitreten, spenden oder sich als ehrenamtlicher Helfer um die Tiere kümmern. Für Kinder und Jugendliche gibt es den Jugendtreff, in dem zum Beispiel Spielzeug für die Tiere hergestellt wird.

Nach den Beobachtungen des Tierheims gibt es im Jahresverlauf übrigens keinen Anstieg der Tieraufnahmen zu Ostern oder vor den Ferien. Damit dies auch so bleibt, sollte sich jeder Interessierte ausführlich mit den Bedürfnissen seines neuen tierischen Begleiters auseinandersetzen. Dazu eignen sich unter anderem die Stände des Tierheims auf den Duisburger Weihnachtsmärkten. Vielleicht ist ja sogar ein Tier aus dem Heim eine Alternative zum Händler oder Züchter,

MediaCampus Reporterin Blanca Ehrlich, Klasse 8c, Steinbart-Gymnasium, Duisburg

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