Flüchtlinge

Neue Menschen unter uns

Für Kinder ist es wichtig, schnell die Deutsche Sprache zu lernen um sich verständigen zu können.

Für Kinder ist es wichtig, schnell die Deutsche Sprache zu lernen um sich verständigen zu können.

Foto: dpa

Duisburg.   Kaja Trenk hat sich mit den neuen Lebensbedingungen der Flüchtlinge in Deutschland auseinandergesetzt, von beruflichen Chancen bis hin zu Freizeitaktivitäten.

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Für Flüchtlinge, die nach Deutschland gekommen sind, beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Es ändert sich einiges in ihrem Leben,

Privatsphäre in Großgruppen?

Lautes Kindergeschrei tönt durch den Raum. Dabei wäre es längst Schlafenszeit. So ergeht es den meisten Flüchtlingen, die im Moment zum Beispiel aus Syrien hier in Deutschland ankommen, bis spät in die Nacht. Auch Angela Ronge, eine freiwillige Helferin aus Duisburg, meint, dass von Privatsphäre nicht die Rede sein könne. Nach einem weiten, meist auch gefährlichen Weg, erreichen die Flüchtlinge, völlig am Ende die jeweiligen Städte. Doch auch dann dauert es seine Zeit, bis sie in ihrem neuen Zuhause ankommen. Jeder Einzelne wird in verschiedene Unterkünfte verteilt: Entweder kommen sie in ungenutzte Gebäude, wie zum Beispiel in eine alte Schule oder sie werden in Zelt- oder Containerstädten untergebracht. Dort müssen sie gruppenweise in einem Raum leben. Die einzelnen Plätze können nur notdürftig mit Planen oder Trennwänden abgesteckt werden. Die alltägige Situation der Flüchtlinge ist, dass der Lärmpegel meistens noch bis spät in die Nacht anhält, und es so den Übrigen oftmals nicht gelingt, vor Mitternacht einzuschlafen. Diese Vorstellung wäre für die meisten Menschen sehr schlimm, denn obwohl man schlafen möchte, kann man es nicht. Das muss für kleine Kinder besonders schwierig sein. „In den meisten Fällen führt es dazu, dass diese dafür am nächsten Tag länger schlafen.“, erklärt Frau Ronge.

Eine neue Chance?

Flüchtlinge haben einiges in der Zeit, in denen sie unterwegs waren, durchgemacht. Trotzdem sehen sie diese Situation als Chance auf einen Neuanfang. Bereitwillig versuchen sie, unsere Sprache zu erlernen. Eltern versuchen so schnell sie können eine Arbeit zu finden, um wieder auf eigenen Beinen stehen zu können. Unternehmen wie zum Beispiel BMW versuchen, die Flüchtlinge zu unterstützen, indem sie diese als neue Arbeitskräfte ausbilden lassen.

Zuwanderungsklassen

In den Schulen werden sogenannte Zuwanderungsklassen eingeführt, in denen alle Flüchtlinge oder Zuwanderer zusammen gefördert und unterrichtet werden. So wird es zum Beispiel am Steinbart-Gymnasium ab Januar 2016 auch eine Zuwanderungsklasse geben. Kleinere Kinder gehen in den Kindergarten. Wie normale Kinder spielen, weinen und lachen sie. Natürlich können auch einmal sprachliche Probleme aufkommen, von denen lassen sie sich aber nicht stören.

Ohne Helfer ginge gar nichts!

All das haben wir den ehrenamtlichen Helfern zu verdanken. Sie haben sich zu Vereinen zusammengeschlossen und eine große, funktionierende Organisation gebildet. So gibt es zum Beispiel in Dortmund einen Verein namens „Projekt Ankommen“. Zusammen bieten sie den Flüchtlingen viele verschiedene Aktionen an. Es gibt vier verschiedene Helfergruppen: die Betreuungsgruppe, die Deutschkurse, die Spendengruppe und die Auszugsgruppe. In den Deutschkursen lernen die Flüchtlinge meist mithilfe von Bildern unsere Sprache. Dabei sei es auch sehr hilfreich, dass die meisten Englisch sprechen können, obwohl dies die meisten Syrer leider nicht beherrschen würden. „Ich hatte noch keine Situation, in der nicht klar war, worum es geht. In schwierigen Situationen klappt es meistens mit Hand und Fuß. Wenn gar nichts mehr geht, dann gibt es ja auch noch den Google-Translater“, erklärt Angela Ronge. In der Betreuungsgruppe werden die Kinder oder Jugendliche mit Gesellschaftsspielen beschäftigt. Wenn das Wetter mitspielt, gibt es dann auch einmal ein kleines Fußballspiel in der Nähe der Unterkunft.

Das Sonntagskaffee

Eine große Attraktion für die Flüchtlinge ist auch das sogenannte Sonntagskaffee. Dort können sich alle Flüchtlinge treffen und sich mit Leuten unterhalten, die auch ihre Sprache sprechen. So haben sie auch die Möglichkeit, sich ihre Briefe vorlesen zu lassen. Außerdem bekommen sie alle Informationen, die sie brauchen. Aber nicht nur für die Flüchtlinge ist dieses Sonntagskaffee eine gute Möglichkeit sich auszutauschen. Viele Menschen gehen ebenfalls zu diesem Treffpunkt, um diese Menschen einmal kennen lernen zu können. Dazu gehen sie zu dem jeweiligen Treffpunkt und sind herzlich willkommen, sich mit diesen neuen Menschen unter uns zu unterhalten. Daraus kann auch mal schnell eine neue Freundschaft geschlossen werden. Natürlich gibt es auch noch andere Events, wie zum Beispiel einen Ausflug zu einem Fußballspiel, das von Unternehmen finanziert wurde, oder einen Ausflug zu einem Konzert.

Bilderbuchwunder

Aber auch wir können helfen. Spenden könnte zum Beispiel schon einmal jeder, egal ob es Geld, Kleidung oder andere brauchbare Dinge sind. Es würde aber auch sehr helfen, wenn man sich einfach einmal ein Bilderbuch schnappen würde und diesen Menschen einfache Dinge wie Tiere, oder wie man Hallo sagt, beibringt. Sie sind für jede Hilfe dankbar und für neue Ideen offen.

MediaCampus Reporterin Kaja Trenk, Klasse 8e, Steinbart-Gymnasium, Duisburg

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