Umwelt

Kleintierkauf in Zoohandlungen - Tierquälerei?

Unsere MediaCampus-Reporterin rät vom Kleintierkauf aus Zoogeschäften ab.

Unsere MediaCampus-Reporterin rät vom Kleintierkauf aus Zoogeschäften ab.

Foto: MediaCampus

Duisburg.   MediaCampus-Reporterin Anneke Vortmeier rät von Tierkäufen aus Zoohandlungen ab. Hier erklärt sie, warum.

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„Als ich meinen Hamster in einem Zoogeschäft gekauft habe, habe ich nicht darüber nachgedacht, ob die Haltung artgerecht ist.“, erzählt mir ein Mann bei seinem Kauf im Zoofachhandel. So denken wahrscheinlich viele, aber sollte man sich nicht doch Gedanken machen, wo man sich seine tierischen Freunde holt?

Man kommt in einen Zoohandel in Duisburg herein und sieht als erstes Futter, Leinen und Tierzubehör. Dass dort auch Kleintiere gehalten werden, erwartet man erst einmal gar nicht. Doch inmitten des Zubehörs befindet sich ein eigener Bereich für Kleintiere. Mäuse verstecken sich ängstlich in ihren Häusern, Ratten gucken neugierig die Leute an und Kaninchen sitzen aneinander gedrängt in ihrem Gehege. Erstmal sieht alles sehr sauber und geordnet aus, aber sind die Gehege auch artgerecht? Farbmäuse brauchen mindestens ein Gehege mit den Maßen 80cm x 50cm x 50cm und eine Umgebung zum Klettern, Buddeln, Rennen und Verstecken. Im Zoohandel ist ihr Gehege vielleicht gerade einmal halb so groß und es ist nur etwa fünf Zentimeter hoch eingestreut. Darin können sie wohl eindeutig nicht buddeln. Die einzige Einrichtung sind zwei Häuser und ein Fress- und Futternapf. Ein Laufrad und Klettersachen fehlen. Aber nicht nur die Käfige sind ein Problem, sondern auch die vielen Leute, die sich jeden Tag vor die Gehege stellen, stressen die Tiere sehr. Viele denken sich wahrscheinlich: „Die Tiere bleiben ja eh nur zwei bis drei Wochen dort“, aber ist es trotzdem richtig, sie in dieser Zeit nicht artgerecht zu halten?

Was man als Halter dagegen tun kann

Wenn man sich Tiere anschaffen möchte, will man die nicht artgerechte Haltung ja normalerweise nicht unterstützen. Viele möchten dann Tiere aus diesen kleinen Käfigen retten und holen sie dann. Leider ist der Gedanke falsch. Natürlich hat man damit seine eigenen Tiere gerettet, aber dadurch, dass man sie gekauft hat, vergrößert sich dann die Nachfrage. Der Züchter züchtet mehr und es werden immer mehr Tiere in den Gehegen im Zooladen gehalten. Also hat man dadurch genau das Gegenteil von dem erreicht, was man eigentlich wollte. Man sollte lieber erst einmal im Tierheim nachschauen, denn dort warten meistens viele Tiere auf ein schönes Zuhause.

Ein weiteres Problem: Qualzuchten

Eine Qualzucht ist ein Tier, das so gezüchtet wurde, dass die Menschen es zum Beispiel besonders süß finden, und dadurch Probleme oder sogar Schmerzen im ganzen Leben hat. Beim Recherchieren habe ich erfahren, dass die Mäuse mit roter Fellfarbe oft eine Qualzucht sind und dazu neigen, fettleibig zu sein und man daran nichts ändern kann. Für die Maus bedeutet das, dass sie in Löchern stecken bleiben kann, von Ebenen fällt und am Kletterast abrutscht. Außerdem werden ihre inneren Organe geschädigt, ihr Herz-Kreislauf-System und auch ihre Gelenke werden zu sehr beansprucht. Das alles führt dazu, dass sie nur sehr viel kürzer als andere Mäuse lebt.Es kann auch passieren, dass man kranke oder zu früh von der Mutter getrennte Tiere kauft und diese schon kurz nach dem Kauf sterben. Es gibt wahrscheinlich auch einige Tiere, die durch die schlechte Haltung verhaltensauffällig werden.

Wo soll man Tiere den kaufen?

Ein Zoogeschäft ist nicht geeignet, um sich von dort Kleintiere zu holen. Selbst wenn die Gehege artgerecht sind, sollte man sich nochmal sehr gut über die Züchter informieren, bevor man sich ein Tier kauft. Am besten zum Erwerb von Kleintieren ist eindeutig das Tierheim, da dort viele Tiere sind, die einen Platz zum Leben brauchen.

Anneke Vortmeier, Klasse 8e, Steinbart-Gymnasium Duisburg

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