Der Traum vom Fliegen

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ZEUS-Reporter wollten hoch hinaus - und besuchten die Firma Extra Aircraft am Flugplatz Schwarze Heide. Dort werden seit 1982 unter anderem spezielle Kunstflugzeuge gebaut. Mit Erfolg.

Dorsten. Fliegen war schon immer ein Traum der Menschheit, doch die wenigsten Menschen konnten sich ihn erfüllen - anders Walter Extra. Der Kunstflugpilot gründete 1982 am Flugplatz Schwarze Heide in Hünxe die Firma Extra. Dort wurden und werden erfolgreich sowohl Flugzeuge für den Kunstflug, als auch Geschäftsreisemaschinen gebaut.

Bei einem Besuch am Flugplatz Schwarze Heide konnten wir interessante Einblicke in die Flugzeugproduktion der Firma Extra Aircraft gewinnen. Christian Hochheim, Executive Manager der Extra Werke, beantwortete unsere Fragen zur Firmengeschichte, Flugzeugtechnik und -entwicklung und führte uns auch durch die Flugzeughallen. Und dort standen sie! Fluggeräte wie die EA 200, die auch beim Red Bull Air Race, einer spektakulären Flugshow, zu bewundern ist. Wer aber denkt, diese Kunstflieger, die bis zu 10 G aushalten und zu beeindruckenden Loopings mit rasanten Sturzflügen fähig sind, würden nur von Luftakrobaten gekauft, liegt falsch.

Die meisten dieser imposanten Maschinen gehen an Liebhaber und Sammler und werden zu mehr als 50 Prozent in die Vereinigten Staaten verkauft. Neben diesen reinen Spaßgeräten - "rich-man-toys" - produziert Extra aber auch exklusive kompakte Geschäftsreisemaschinen die ab 1,3 Millionen Euro zu haben sind.

Wenn man bedenkt, dass die EA500 mit einer Tankfüllung von 652 Litern fast 3 000 Kilometer weit kommt, so liegt der Kraftstoffverbrauch nicht so hoch, wie man ihn sich vorstellt. Dennoch muss man sich überlegen, inwieweit das Fliegen heute noch mit Ökologie und Umweltschutz vereinbar ist. Auch zu diesem Thema stehen die Entwicklungsarbeiten nicht still. Ein sparsamer Dieselmotor ist bereits auf dem Markt. Allerdings musste die Firma, die diesen produziert hat, wegen der zu hohen Entwicklungskosten Konkurs anmelden, sodass der Motor nun leider nicht mehr für die Extra-Flugzeuge zur Verfügung steht. Dennoch werde das Fliegen auch weiterhin Zukunft haben, so Christian Hochheim.

Mit der Zukunft des Fliegens ist eng der Erfolg der Firma verbunden, die zu einem wichtigen Arbeitgeber am Standort Hünxe/Kirchhellen geworden ist. Sie beschäftigt insgesamt 68 Mitarbeiter und bildet jedes Jahr sechs bis acht Lehrlinge über drei Jahre in den Bereichen Entwicklung, Wartung und Herstellung aus.

Die Entwicklung eines Flugzeuges dauert durchschnittlich drei bis fünf Jahre, in denen das Flugzeug geplant, ein Prototyp gebaut und schließlich ein Zulassungsmarathon bewältigt wird. Da dieser Prozess aufwändig und langwierig ist, entstehen dabei hohe Kosten, die den relativ hohen Preis von Flugzeugen erklären, und der Firma Extra nur einen Reingewinn von höchstens sechs Prozent ermöglichen.

Hagen Kolbe und Simon Günther Klasse 8d, Gymnasium Petrinum

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