Traumjob

Architekten sind nicht so langweilig wie man denkt

Studenten der FH Düsseldorf präsentieren ihre Abschlussarbeiten im Fach Architektur.

Studenten der FH Düsseldorf präsentieren ihre Abschlussarbeiten im Fach Architektur.

Foto: Lars Heidrich

Herne.   Um sich einen Überblick über den Beruf des Architekten zu erlangen, haben die Zeus-Reporterinnen Mascha Hatkevitch, Valeria Hatkevitch, Hannah Grote und Sina Haase zwei Architekten getroffen und ihnen zahlreiche Fragen gestellt.

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Als wir vor dem Gebäude mit der Aufschrift „Architekturbüro Schierbaum“ stehen, gucken wir uns gegenseitig verwundert an. So haben wir uns ein Architekturgebäude nicht vorgestellt. Ein ganz normales blau-weiß gestrichenes Haus, das aussieht, wie jedes andere auch. Wir können uns noch nicht richtig vorstellen, was uns innen erwartet und ob sich das Bild des langweiligen Architekten bewahrheiten wird. Mit etwas Aufregung drücken wir auf die Klingel und kurze Zeit später empfängt uns ein älterer Herr.

Als wir Heinz-Dieter Schierbaum kennenlernen, ist uns klar, dass dieser Beruf sowohl für jung als auch für alt ist. Er ist bereits über dem Rentenalter, doch da ihm der Beruf so viel Spaß macht, arbeitet er immer noch. Er begleitet uns in sein großes und helles Büro, wo wir später noch seinen Sohn Matthias Schierbaum kennenlernen. Wenn man an Architektur und Architekten denkt, kommen einem eine Menge Menschen in den Sinn, die alle an einem oder mehreren Projekten arbeiten. Doch dies ist hier nicht der Fall. Stattdessen treffen wir auf Vater und Sohn, die sich zu zweit ihr eigenes kleines Büro aufgebaut haben.

Heinz-Dieter Schierbaum erklärt uns ein wenig den Beruf. „Wir haben keine festen Arbeitszeiten. Wir arbeiten dann - und das ist das Schöne bei uns - wann wir arbeiten müssen. Im Regelfall ist es von morgens bis abends.“ Das hätte doch wohl jeder gerne. Keine festen Arbeitszeiten, sondern Zeiten, die man sich selber einteilen kann. Aber so wie man denkt, ist es doch nicht. „Es wird niemals langweilig, da es immer ein anderes Grundstück ist und auch ein anderes Gebäude.“ Um diesen Beruf zu erlernen, muss man mindestens einen Realschulabschluss oder ein Abitur haben und an einer Fachhochschule oder an einer Universität Architektur studieren (10 Semester = 5 Jahre).

Als wir ihn fragen, ob er uns vielleicht einen seiner Baupläne zeigen kann, kommt er einmal mit handgefertigten und einmal mit mehreren computergefertigten Anfertigungen. Die vom Computer gefertigten erstellt sein Sohn und die Gezeichneten er selbst. Zwischen diesen Zeichnungen sieht man einen klaren Unterschied: Während die eine Anfertigung in 3D ist, ist das Gebäude auf der Zeichnung mit dem bloßen Auge nicht leicht zu erkennen. Was würden sie bevorzugen? Würde Ihnen eine mit Hand gezeichnete Anfertigung besser gefallen oder eine Computeranfertigung, wo man das Gebäude sowohl von außen, als auch von innen gut betrachten kann? Wir sind uns jedenfalls alle einig, dass uns eine Computeranfertigung besser gefällt, da man es besser erkennen kann.

Am Ende dieses Treffens haben wir ein besseres Bild, wie ein Architekt arbeitet. Wir können uns viel besser vorstellen, was er zu tun hat. Das Bild des langweiligen Architekten ist verschwunden. Nun sehen wir den Beruf als durchaus interessant und abwechslungsreich. Auf dem Weg nach draußen, wünschen wir Heinz-Dieter Schierbaum und seinem Sohn Alles Gute und hoffen, dass sie in ihrem kleinen Büro ihren großen Beruf weiterleben können.

Zeus-Reporterinnen Mascha Hatkevitvch, Valeria Hatkevitch, Hannah Grote und Sina Haase, 8e, Otto-Hahn-Gymnasium, Herne

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