Ernährung

Verantwortungsvoll konsumieren

Schweine werden häufig in Massen gehalten. Sie können sich kaum bewegen – ein qualvolles Leben.

Schweine werden häufig in Massen gehalten. Sie können sich kaum bewegen – ein qualvolles Leben.

Foto: Emily Wabitsch/dpa

Bottrop.   Weil Konsumenten günstig einkaufen wollen, senken Produzenten nicht selten ihre qualitativen Ansprüche. Eine Folge: Massentierhaltung.

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Bist du ein Mensch, der gerne weiß, woher das Produkt stammt, das du gekauft hast? Ich bin so ein Mensch.

Es geht um den Kreislauf zwischen Kunde, Händler und Produkt. Der Käufer möchte für wenig Geld viel kaufen, wodurch der Verkäufer viel herstellt, um einen hohen Gewinn zu machen. Dabei nimmt die Qualität der Produkte ab und sie erscheinen preiswert. Die Leidtragenden sind meist die Tiere. Sie werden in Massen gehalten, um einen günstigen Preis überhaupt möglich zu machen.

Ihre natürliche Lebensweise wird dabei keineswegs respektiert. Der Fokus liegt auf dem Profit. Das Tier wird als Objekt betrachtet.

Masthühner beispielsweise leben nur fünf bis sechs Wochen und müssen in diesem Zeitraum übernatürlich viel Gewichtsmasse zulegen. Die Folge ist, dass die Knochen das Gewicht nicht tragen können und dies führt zu Beinfehlstellungen und Bewegungseinschränkungen.

Hinzu kommt, dass die Tiere nicht gepflegt werden und in den eigenen Exkrementen leben müssen. Hierbei entstehen Keime und Seuchen, welche sich sogar über das Fleisch auf den Konsumenten übertragen können.

Auch Medikamente werden an Tieren erprobt. Dabei können einige Stoffe bei Menschen und Tieren gegensätzliche Wirkungen erzielen, sodass Tierversuche nicht immer vielversprechend sind. Arsen zum Beispiel ist für Menschen giftig und krebserregend, während es von Wiederkäuern in großen Mengen vertragen wird.

Von Letzteren wird übrigens erwartet, dass sie viele Junge bekommen und ihr Leben lang Milch produzieren. Weniger als die Hälfte der Tiere dürfen auf die Weide und sie müssen dennoch bis zu 50 Liter Milch am Tag produzieren. Zugleich sind die Euter der Kühe besonders empfindlich und können verletzt werden. Es ist ein traumatisches Erlebnis für Kühe, dass sie vom ersten Tag an von den Kälbern getrennt werden. Schmerzhaft ist auch, dass ihre Artgenossen manchmal vor ihren Augen getötet werden.

Viele dieser Dinge sind uns nicht bewusst. Zwar wird vieles vor dem Konsumenten verheimlicht, aber viele Menschen wollen auch gar nicht wissen, wie ihre Lebensmittel entstanden sind, um kein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Man sollte aber wissen, wie viel man als Konsument beeinflussen kann. Du begibst dich mit deiner Ignoranz in eine machtlose Position, um dich nicht schlecht zu fühlen. In diesem Kreislauf hast du die größte Macht, weil man sich nach deinen Wünschen richtet. Somit hast du die Wahl, mehr Wert auf die Herstellung der Produkte zu legen.

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