Turbo-Abi

Jeder sollte ein Orientierungsjahr haben

Abitur in acht oder doch lieber wieder in neun Jahren? Diese Frage wird aktuell heiß diskutiert. Auch viele  MediaCampus- Reporter machen sich Gedanken dazu.

Abitur in acht oder doch lieber wieder in neun Jahren? Diese Frage wird aktuell heiß diskutiert. Auch viele MediaCampus- Reporter machen sich Gedanken dazu.

Foto: picture alliance / dpa

Bottrop.   Viele Schüler möchten zurück zum Gymnasium mit neun Jahren. Dina Scholz nicht. Fürs „geschenkte Jahr“ hat sie schon andere Pläne.

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Die Abkürzungen G8 und G9 stehen für die zeitliche Organisation der gymnasialen Schulzeit von insgesamt acht oder neun Jahren. G8 bedeutet, dass die Mittelstufe in insgesamt fünf Schuljahren organisiert wird. G9 bedeutet, dass die Mittelstufe in sechs Schuljahren absolviert wird. In beiden Fällen kommen drei Jahre Oberstufe dazu. In manchen Bundesländern ist die dreizehnte Klasse vorhanden. Rheinland-Pfalz und Niedersachsen sind die einzigen zwei Bundesländer, in denen es flächendeckend G9 gibt. Bremen und Saarland hingegen sind für nur zwölf Jahre Schule. Der Rest von Deutschland ist für die Wahlfreiheit zwischen G8 und G9.

Trotz des Wegfalls eines Unterrichtsjahres sollen alle Inhalte des fehlenden Jahres gelehrt werden. Sie werden je nach Bundesland unterschiedlich auf die Jahrgangsstufen verteilt. Um jüngeren Schülern eine zu große Stundenzahl zu ersparen, werden die Stunden oftmals so aufgeteilt, dass Schüler in den niedrigeren Jahrgangsstufen weniger und Schüler in älteren Jahrgängen mehr als 33 Wochenstunden Unterricht haben.

Die Landesregierung gab Ende 2010 den Gymnasien die Möglichkeit sich für das Abitur nach 13 Jahren zu entscheiden. Von 623 Gymnasien haben sich 13 dafür entschieden. Derzeit wird in NRW intensiv über die Einführung der G9-Angebote nachgedacht. Die Ministerin für Schule und Weiterbildung Sylvia Löhrmann hat im Mai einen „runden Tisch“ einberufen, um über Verbesserungen beim jetzigen G8- Abitur zu reden. Das Kultusministerium vergleicht die Lage der Gymnasien mit den zahlreichen Gesamtschulen in NRW.

Verkürzte Oberstufe

Die Diskussion über das Abitur nach acht oder neun Jahren ist Thema seit die Landesregierung 2004 das Abitur mit zwei Jahren eingeführt hatte. Ein weiterer Runder Tisch sollte einberufen werden, um klarzustellen, ob NRW die richtige Entscheidung trifft. Das Ergebnis war, einige Punkte zu optimieren.

Jetzt hat die Landeselternschaft der Gymnasien auf ihrer Mitgliederversammlung am 16. April eine Umfrage mit rund 40 Beteiligten veröffentlicht: 80 Prozent aller Befragten sind für das dreizehnte Schuljahr am Gymnasium. Die Elternschaft der nordrhein-westfälischen Gymnasien war schon lange unzufrieden mit der Situation an den Schulen. Sie finden, dass die Kinder zu sehr unter dem Turbo-Abitur leiden. Es wäre sinnvoller, die 13. Klasse einzuführen, anstatt Schüler langen und stressigen Nachmittagsunterricht zuzumuten.

Mein Kommentar: Die Wiedereinführung von G9 finde ich schlicht unnötig

Es wurde extra das dreijährige Abitur abgeschafft, um den Schülern ein Jahr eine Orientierungsphase zu gönnen. Das Jahr nach dem Abitur kann man sinnvoll nutzen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich im sozialen Bereich zu engagieren. Beim „Roten Kreuz“ oder in der Schule kann man wichtige Erfahrungen im Umgang mit Menschen machen. Man kann ins Ausland gehen für ein Jahr oder wichtige Praktika machen, um sich für die Wahl der Ausbildung einen Überblick zu verschaffen.

Dies lässt die Bewerbung für das Studium besser aussehen und öffnet einem Türen. Ich habe eine Freundin, deren Schwester in einer anderen Stadt Sozialarbeit geleistet hat. Dies wurde bei der Einschreibung an der Universität berücksichtigt und sie konnte ihr Studium an einer guten Universität beginnen. Warum nicht jedem so etwas gönnen?

Dina Scholz, Klasse MSD Publizistik, Josef-Albers-Gymnasium, Bottrop

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