Cosplay

Cosplay: Der Verkleidungstrend aus Japan

Cosplayer auf der Tokyo Game Show

Cosplayer auf der Tokyo Game Show

Foto: dpa

Aus Japan kommt der Verkleidungstrend „Cosplay“ auch nach Deutschland. MC-Reporterin Franziska Pilz hat sich auf einer Convention umgeschaut.

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Hätte es mich früher gewundert, wenn mir plötzlich ein Pikachu über den Weg läuft, so tut es das jetzt schon lange nicht mehr. Und das nicht wegen Pokémon Go, sondern wegen Cosplay. Der japanische Verkleidungstrend erlebt gerade einen richtigen Hype. Neben Pokémon- und Dragonball-Charakteren nehmen auch Ninja, Hogwarts-Schüler und viele andere fiktive Figuren Gestalt an und treffen vielleicht auch mal auf einen Doppelgänger von sich selbst. Auf sogenannten Conventions trifft man nämlich jeden an. Doch was genau ist Cosplay eigentlich und wo findet es seinen Ursprung?

Cosplays ist ein japanischer Verkleidungstrend, der in den 1990er Jahren auch in die USA und nach Europa kam. Dabei stellt der Cosplayer eine Figur aus einem Anime, Manga, Videospiel, Buch oder Film möglichst originalgetreu dar, sowohl das Aussehen, als auch den Charakter. Allerdings sind die teuren Kostüme der meist 15- bis 25-Jährigen meist nur für ein Hobby gemacht und nur wenige wollen dadurch Geld verdienen. In Deutschland ist Cosplay noch nicht so verbreitet, ganz im Gegensatz zu Japan. Dort erreichen einige Cosplayer eine große Popularität.

Hunderte Cosplayer kommen zur „Chizuru“ nach Dortmund

Ich habe mich mal umgeschaut und einige Schüler gefragt, ob sie überhaupt wissen, was Cosplay ist. Während einige nur den Namen nicht kannten, gab es auch manche, die auch mit der Erklärung nichts anfangen konnten. Also mache ich mich weiter auf die Suche und sammle ein paar Meinungen zu Cosplay. „Ich würde gerne selber cosplayen, aber es ist mir einfach zu teuer“, erklärt Anna (14). Dazu gibt es aber auch andere Meinungen. Lena (14) beispielsweise meint: „Ich finde Cosplay sehr interessant, aber ich würde es jetzt nicht selber machen. Ist halt nicht mein Ding.“

Auf der „Chizuru“ in Dortmund, eine sogenannte Anime-Convention, bietet sich mir die Möglichkeit, herauszufinden, warum manche vom Cosplay begeistert sind. Naruto und Sasuke, L, Zelda, Levi und Eren – Hier finde ich einfach jeden. Hunderte Cosplayer sind hier, also picke ich mir einfach ein paar heraus. Ich finde einen Link (Zelda), gecosplayed von Lara (16), die mir schließlich erklärt: „Ich cosplaye selber noch nicht sehr lange, aber es macht mir sehr viel Spaß. Ich nähe meine Cosplays alle selber, also habe ich hinterher auch etwas, auf das ich stolz sein kann.“ Ein paar Cosplays kommen mir ein wenig unspektakulär vor, aber als ich ein wildes Misch-Masch aus allen möglichen Personen finde, bin ich echt neugierig, warum man ein solches Cosplay wählt. Ich kann Levi (Shingeki no Kyojin/Attack On Titan), Pikachu (Pokémon), Tobi (Naruto) und Nanami (Kamisama Hajimemashita/Kamisama Kiss) aus den verschiedenen Einzelteilen erkennen. Über den Grund dieser merkwürdigen Kombination möchte ich natürlich mehr herausfinden.

„Irgendwo gibt es eine Grenze an Geld, das ich ausgeben möchte“

„Ich habe noch nicht so viel gecosplayed, es macht mir aber echt Spaß. Um ehrlich zu sein, habe ich aber viel zu viele Ideen, als mich letztendlich festzulegen, wen ich dann eigentlich cosplayen werde“, erklärt mir Elena (14). Wenn man also zu viele Ideen hat, kombiniert man einfach ein paar Charaktere. Ähnlich geht es auch Jasmin (18), allerdings findet sie andere Wege ihre Kreativität auszuleben. „Ich will immer am liebsten die teuersten Sachen für mein Cosplay benutzen, aber irgendwo gibt es ja eine Grenze an Geld, das ich ausgeben möchte. Aber ich mag es auch, einfache Sachen zu nehmen, die ich dann irgendwie kreativer gestalte, zum Beispiel eine Schuluniform mit Katzenohren, sodass ich am Ende eine Neko (japanisches Wort für Katze) habe.“ So cosplayed sie zwar keinen fiktiven Charakter, aber hat eigentlich alles was sie braucht, um sich als Cosplayer wohl zu fühlen.

Als ich mir denke, dass ich eigentlich schon genug Interviews gemacht habe, sehe ich ein Mädchen in einem sehr aufwendig wirkenden Ruffy-Cosplay (One Piece). Ist Cosplay für sie ebenfalls nur ein Hobby oder macht sie es sogar für Geld? „Ich habe schon sehr viele Cosplays und war schon auf vielen Conventions (Cons). Die kleinen Cons werden mit der Zeit echt langweilig, sodass ich jetzt eigentlich nur noch zu kostenpflichtigen Cons gehe. Ich mache gerade auch eine Pause, weil es irgendwann eben wirklich zu teuer wird und ich gerade auch keine Zeit habe jedes Wochenende auf irgendwelchen Cons zu sitzen. Außerdem machen Wettbewerbe sehr viel Spaß, aber einen Sketch zu schreiben, dauert auch echt lange.“

Showkämpfe und Sketsche als Cosplay-Wettbewerbe

Die Cosplay-Wettbewerbe werden nun zum ersten Mal angesprochen. Was genau ist das eigentlich und wie läuft das ganze ab? Auf kleinen Cosplay-Veranstaltungen wie der Chizuru, aber auch auf viel Größeren wie der Leipziger Buchmesse gibt es die sogenannten Cosplay-Wettbewerbe. Zum Spaß werden dabei Titellieder von Animes gesungen oder Sketche, beziehungsweise Showkämpfe, in Gruppen aufgeführt. Eine Jury bewertet die Leistungen später und stellt einen Gewinner heraus. Dabei wird auf folgende Kategorien geachtet: „Ähnlichkeit der Figur mit dem Original“, „Machart/Fertigung des Kostüms“, „Präsentation des Charakters“, „Zuschauerreaktion“ und „persönlicher Eindruck“.

Die meisten Cosplayer interessieren sich einfach nur für Animes und wollen sich in ihre Lieblingsfiguren richtig hineinversetzen. Wenn man mit kleinen Cons anfängt, gewöhnt man sich immer mehr an die Szene und geht vielleicht sogar mal zu großen Cons wie der Leipziger Buchmesse. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Cosplay-Szene nicht nur ein cooles Hobby ist, sondern auch dazu verhilft, viele Kontakte zu knüpfen, mit denen man gemeinsame Interessen hat.

Die nächste „Chizuru“ findet übrigens am 16. Oktober im Fritz-Henßler-Haus in Dortmund statt. Der Eintritt ist frei.

Franziska Pilz, MSD Publizistik, Josef-Albers-Gymnasium, Bottrop

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