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Smombie: Jugendwort des Jahres, das keiner kennt?

„Smombie“ ist das Jugendwort des Jahres 2015. Es ist eine Mischung aus Smartphone und Zombie.

„Smombie“ ist das Jugendwort des Jahres 2015. Es ist eine Mischung aus Smartphone und Zombie.

Foto: dpa

Bochum.   Die Jury des Langenscheidt-Verlages wählte „Smombie“ zum Jugendwort 2015. Eine sehr unglaubwürdige Entscheidung findet Bastian Thelen.

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Alle Jahre wieder werden Deutschlands Jugendliche im Rahmen einer Online- Abstimmung des Langenscheidt-Verlags aufgefordert, „ihr“ Jugendwort des Jahres 2015 zu wählen. Ganz weit vorn bei den Jugendlichen landete „merkeln“, (36%), was so viel bedeutet, wie Nichtstun. Aber auch die Begriffe wie „rumoxidieren“ und „earthporn“ schafften es auf die vorderen Plätze. Und was macht die 20-köpfige Jury, zusammengesetzt aus Jugendlichen, Sprachwissenschaftlern, Pädagogen und Medienvertreter daraus? Sie wählt zum Jugendwort des Jahres den Begriff „Smombie“. Das ist eine Zusammensetzung der Wörter Smartphone und Zombie = Smombie. Dieser Begriff soll Jugendliche bezeichnen, die in der Welt des Smartphones versinken. Bei der Online - Abstimmung mit fünf Prozent Zustimmung eher auf den hinteren Rängen landete.

„Smombie“ unter den Jugendlichen kaum bekannt

Eigene Umfragen unter Jugendlichen ergab, dass der Wortsinn eher in die Ecke dunkler Mächte oder von Halloween gebracht wurde. Dieses Behauptungen unterstützen die These, dass der Sieger des Jahres 2015 unter Jugendlichen eher nicht gängig ist. Eine Umfrage, die am 13.November 2015 in der Nachrichtensendung Logo gesendet wurde, ergab das gleiche Bild.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Kann es sein, dass die Verlagsentscheider vielleicht die Anrufe aus dem Kanzleramt fürchteten, um zu verhindern, dass der Namen unserer Kanzlerin negativ behaftet wird? Oder wollten sie den pädagogischen Zeigefinger erheben, um auf die Gefahren des digitalen Zeitalters aufmerksam zu machen? Der Grund für diese merkwürdige Entscheidung werden wir nicht erfahren. Eines steht aber fest:

Entscheidung zum Jugendwort hat wohl die Jury gefallen

Jugendliche merken es ganz schnell, ob man sie bei der Entscheidungsfindung ehrlich beteiligen möchte. Wenn man von ihnen demokratisches Verhalten verlangt, sollte man mit gutem Beispiel vorangehen. Deshalb haben die Medienvertreter der Wahl zum Jugendwort des Jahres einen Bärendienst erwiesen.

Um dem Sinn dieser Auszeichnung und dem Weg des Verfahrens näher auf die Spur zu kommen, bleibt wahrscheinlich nur eine Bewerbung für die Jury zur Wahl des Jugendwort des Jahres 2016 – das Anmeldeformular dazu steht zumindest schon online.

MediaCampus Reporter Bastian Thelen, Klasse 8b, Schiller-Schule, Bochum

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