Kunst

Graffiti – Kunst mit Atemschutz

Bochum.  Beni Veltum, Sprayer aus Gelsenkirchen, verdient sein Geld mit legalen Bildern.

Wer kennt das nicht? Diese Schriftzüge an Stromkästen oder Garagen? Fast in jeder Straße entdeckt man sie. Vermutlich gefällt es den wenigsten Leuten und illegal ist es meist auch. Denn wer hat schon gerne vollgeschmierte Hauswände? Da kann die Polizei auch nicht viel machen, denn selten kann man herausfinden, wer die Hauswände bemalt hat.

Damit dies nicht passiert, wurden einige Brückenunterführungen von der Stadt Bochum freigegeben, in der Hoffnung, dass Graffiti-Sprayer an diesen genehmigten Stellen, statt an Hauswänden, sprühen. Beni Veltum zum Beispiel nutzt diese Möglichkeit gerne. Er ist freiberuflicher Graffiti-Künstler aus Gelsenkirchen und stets legal unterwegs.

Im Herbst letzten Jahres besprühte er eine Wand an einem Restaurant an der Herner Straße in Bochum.

Ruhige Hand

Nun denken wahrscheinlich viele: „Das ist doch gar kein Graffiti!“ „Doch!“, würde Beni Veltum jetzt sagen.

Denn ein Graffiti muss nicht nur aus Buchstaben bestehen. Es kann auch eine Landschaft, ein Porträt oder ähnliches zeigen. Für das Bild, das Istanbul zeigt, brauchte Beni Veltum dreieinhalb Tage.

Dabei hat er unzählige Spraydosen verbraucht. Außer Spraydosen und Skizzen braucht man auf jeden Fall eine Atemschutzmaske für diese Arbeit. Für die Spraydosen benötigt man außerdem noch sogenannte Caps. Das sind Aufsätze für die Spraydosen, mit denen man schmale oder breite Linien malen kann. Ebenso wichtig sind eine ruhige Hand und fließende Bewegungen. Denn nur in seltenen Fällen kann man Graffitis korrigieren. Von daher sollte man schon vorher genau wissen, was man sprühen möchte.

Graffiti-Kurse für Menschen ab 45

Man darf aber auch nicht einfach fremde Graffitis übersprühen. Denn es gibt einen Ehrenkodex, der es verbietet, bestehende Graffitis zu übersprühen.

Das Interesse an Graffitis scheint in den letzten Jahren gestiegen zu sein, denn Beni Veltum bekommt viele Aufträge. Zurzeit arbeitet er an einer 300 Quadratmeter großen Fläche in einer Fußgängerunterführung in Gelsenkirchen, die er mit Graffitis verschönert und dadurch farbige Akzente setzt.

Er bekommt viel Lob von Passanten, die ihm bei seiner Arbeit zusehen. Außerdem bietet er Graffiti-Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene und sogar einen für die Generation ab 45 an – eine gute Gelegenheit, es vielleicht selbst einmal auszuprobieren.

Elisa Schneide, Klasse 8c, Neues Gymnasium Bochum

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