Beruf

Das Leben aus Sicht einer Polizistin

In Polizeiwagen wie diesem ist die Streifenpolizistin Andrea P. unterwegs.

In Polizeiwagen wie diesem ist die Streifenpolizistin Andrea P. unterwegs.

Foto: Sascha Steinach

Bochum.   Wie sieht der Arbeitsalltag einer Polizistin aus? Welche Straftaten werden am häufigsten begangen? Und wie ist es, mit vielen Männern zu arbeiten?

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Andrea P. arbeitet als Streifenpolizistin in Bochum – seit 25 Jahre. „Ich sitze mit meinem Partner täglich etwa acht Stunden im Streifenwagen. Wird uns ein Fall zugeteilt, fahren wir zum Einsatzort, klären, um was es geht und versuchen zu helfen“, erzählt Andrea. Sie arbeitet im Schichtdienst.

Um Polizist zu werden, macht man Abitur und besucht danach zweieinhalb Jahre eine Polizeifachschule.

Gibt es Konflikte, versuchen Polizisten diese zuerst verbal zu lösen. „Wenn es nicht anders geht, können wir Leute auch wegsperren, wegen aggressiven Verhaltens. Unser letztes Mittel ist unsere Waffe, die wir aber nur benutzen, wenn akute Gefahr für meine Kollegen, andere Personen oder für mich besteht“, so Andrea.

Unterschiede in der Arbeit im Vergleich zu den männlichen Kollegen gäbe es kaum. „Nur, dass Männer körperlich überlegen sind.“ Ihr käme es manchmal aber schon so vor, dass Polizistinnen anders angeschaut würden.

Was sind die häufigsten Fälle?

Im Winter habe sie am häufigsten mit Auffahrunfällen zu tun oder sonstigen Verkehrsunfällen. „Gewaltverbrechen werden größtenteils von Männern ausgeführt und bei Diebstählen ist es ungefähr gleich“, erzählt Andrea.

Wie haben sich die Fälle in den letzten Jahren verändert?

„In den vergangenen Jahren gingen die Gewaltverbrechen zurück, aber die kleineren Verbrechen, wie Tageswohnungseinbrüche, sind gestiegen.“ Viele Menschen behaupten, es gäbe mehr Straftaten, seit viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Das kann Andrea P. nicht bestätigen. „Laut Statistiken ist die Kriminalität nicht gestiegen. Doch manchmal habe ich schon das Gefühl, dass verschiedene Straftaten wie Einbrüche mehr von männlichen Personen, die aus den sogenannten „mageren Staaten“ kommen, ausgeführt werden. Obwohl man das nicht so sagen kann, weil viele junge Männer aus diesen Staaten kommen.“

Gibt es zu wenig Polizisten?

Andrea bestätigt, dass Polizeikräfte jahrelang eingespart wurden, was man jetzt natürlich merkt. „Aber ich glaube auch, dass das sehr subjektiv ist, weil jeder das Gefühl hat, dass es im Moment nicht sicher ist. Aber letzten Endes gibt es genug Polizei, nur man müsste die Beamten ein bisschen umstrukturieren, weil viele, die auf die Straße gehen könnten, vor dem Schreibtisch sitzen.

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