Flüchtlinge

Zwei Profi-Torhüter spielen Fußball mit jungen Flüchtlingen

Engagieren sich seit einem Jahr für junge Flüchtlinge: Die Profi-Fußballer Andreas Luthe (l.) und Jonas Ermes (mit Flüchtlingskindern) haben die Initiative „In safe hands“ gegründet.

Engagieren sich seit einem Jahr für junge Flüchtlinge: Die Profi-Fußballer Andreas Luthe (l.) und Jonas Ermes (mit Flüchtlingskindern) haben die Initiative „In safe hands“ gegründet.

Foto: Greta Tacke

Attendorn.   Mit Sport die Integration von jungen Flüchtlingen fördern, das ist das Anliegen der beiden Profi-Fußballer Andreas Luthe und Jonas Ermes.

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Vor einem Jahr berichtete MediaCampus bereits über das Flüchtlingshilfe-Projekt „In safe hands“, eine Initiative der Profi-Fußballer Jonas Ermes (ehemals VfL Bochum und Alemannia Aachen) und Andreas Luthe (VfL Bochum, jetzt FC Augsburg). Die beiden Torhüter organisierten unter anderem in verschiedenen Städten Fußball-Trainingstage für jugendliche Flüchtlinge.

Reise ins griechische Flüchtlingslager

Inzwischen sind die Ziele der engagierten Sportler weiter gesteckt. Zum Jahreswechsel wird Jonas Ermes für eine Woche in das Flüchtlingscamp Veria nach Griechenland reisen. Dort leben momentan 400 Menschen, davon 220 Kinder. Und genau für die möchte er sein in Deutschland begonnenes Projekt fortführen.

Aus diesem Grund besuchte Jonas Ermes kürzlich seine ehemalige Schule, das Attendorner St.-Ursula-Gymnasium, um dort für seine Aktion zu werben und Sachspenden für seine bevorstehende Reise zu sammeln. Als Spenden sucht er Jogginghosen, Leggings und spezielle Fußballkleidung, beispielsweise Schuhe, Handschuhe und T-Shirts, aber auch Fußbälle, die dann an die Flüchtlinge weitergegeben werden.

Im Anschluss an seinen Besuch stand der 24-Jährige Fußballer den MC-Reporterinnen Carolin Bischoping und Stefania Petcu aus der Klasse 8a Rede und Antwort.

MC-Reporterinnen : Herr Ermes, Sie haben ja bisher schon eine ganze Reihe von Trainingsveranstaltungen mit Flüchtlingskindern durchgeführt. Gab es zu Beginn dieser Projekte Verständigungsprobleme mit den Kindern?

Jonas Ermes: Bei den ersten Aktionstagen war es nicht ganz einfach. Wir wurden hier jedoch von einem befreundeten Syrer unterstützt, der für die anderen Syrer und die Kurden übersetzt hat. Und wenn die Kinder erst einmal ein halbes Jahr hier zur Schule gegangen sind, können sie schon sehr viel verstehen. Das macht die Sache deutlich einfacher. Wir versuchen aber trotz allem, das Training so einfach wie möglich zu gestalten und so Verständigungsprobleme zu vermeiden.

Ein weiterer Schwerpunkt Ihres Vereins „In safe hands“ ist das Sammeln von Geld- und Sachspenden für die Flüchtlinge. Wie ist da die Entwicklung?

Wir haben uns im September 2015 gegründet und durften unser Projekt durch eine große Spendenaktion im Stadion des VfL Bochum vorstellen, die auch zu einigen Spenden geführt hat. Nach einer etwas ruhigeren Phase können wir durch neue Projekte und Aktionen aktuell neue Spender, aber auch Stiftungen von unserer Arbeit überzeugen und erhalten wieder mehr Spenden, die auch dringend benötigt werden. Hier am St.-Ursula-Gymnasium bin ich total gespannt, wie viele Sachspenden für Griechenland zusammenkommen werden.

Wie haben sich die Teilnehmerzahlen in den Projekten entwickelt?

Die Zahl ist relativ konstant geblieben. Nach den großen Migrationsbewegungen im letzten Sommer und Herbst ist die Zahl der Einreisen aufgrund der geschlossenen Grenzen stark zurückgegangen. Die Zahl der Geflüchteten in unseren Projekten hat sich aber nicht nennenswert verändert.

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?

Wir haben drei klare Ziele: In Deutschland Integrationsarbeit leisten, ein öffentliches Statement für ein friedliches Miteinander und gegen Rassismus abgeben und durch neue Projekte in Entwicklungsländern Fluchtursachen bekämpfen.

Wen meinen Sie eigentlich, wenn Sie von „wir“ sprechen?

Damit sind Andreas Luthe und ich als Gründer des Vereins gemeint – und natürlich die Volunteers und Partner, die uns bei unserer Arbeit tatkräftig unterstützen.

Mehr Informationen zur Initiative gibt es unter www.insafehands.de

MC-Reporterinnen Carolin Bischoping und Stefania Petcu, Klasse 8a, St.-Ursula-Gymnasium, Attendorn

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