Tiere

Zu Besuch im Reich der Spinnen

Ein Blick in Patrick Meyers Zimmer voller Terrarien - und Spinnen.

Ein Blick in Patrick Meyers Zimmer voller Terrarien - und Spinnen.

Foto: Andreas Bullmann

Gelsenkirchen/Polch.  Schon kleinste Exemplare verschrecken manchen Menschen, Patrick Meyer züchtet die ganz großen: Vogelspinnen. Andreas Bullmann besuchte ihn.

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Heute bin ich zu Besuch bei Patrick Meyer in Polch in Rheinland-Pfalz, der sich seit einigen Jahren auf die Haltung und Zucht von Vogelspinnen der Gattung Poecilotheria spezialisiert hat. Zudem stellt er Forschungen an und zeigt Kindern aus Kindergärten und Schulen, was es mit diesen Tieren auf sich hat.

Beim Betreten seiner Wohnung deutet erst einmal nichts auf die Anwesenheit von Vogelspinnen hin. Alles sieht normal aus - bis er die Tür zu seinem Allerheiligsten öffnet. Dort stehen diverse Terrarien mit den verschiedenen Arten der geschützten Poecilotheria.

Keine großen Terrarien nötig

Als ich ihn angesichts der recht klein wirkenden Terrarien frage, ob diese nicht eigentlich größer sein müssten, erläutert er, dass Spinnen ortstreue Tiere seien und keinen Bewegungsdrang hätten - weshalb sie auch keine großen Terrarien bräuchten. „Ein Terrarium kann fast nicht zu klein sein, die Tiere mögen die Enge und fühlen sich darin sicher“, erklärt Meyer.

Auf die Frage, ob man als Anfänger in Sachen Spinnenhaltung mit einer Poecilotheria gut beraten sei, berichtet er, dass diese Tiere nicht für einen kompletten Neueinsteiger geeignet seien, da sie ein für Vogelspinnen recht potentes Gift haben und sehr schnell sind. Er rät dazu, sich als Erstspinne einen etwas ruhigeren Bodenbewohner auszusuchen.

Nicht mit der bloßen Hand fangen

Bezüglich des Giftes kann er aber Entwarnung geben: „Im Prinzip ist keine Vogelspinne lebensbedrohlich für den Menschen. Ein Biss der meisten Vogelspinnen ist vergleichbar mit einem Wespenstich. Die wenigsten Tiere können anhaltende Schmerzen und Krämpfe hervorrufen, die aber auch nach einiger Zeit wieder verschwinden.“ Er selbst habe diese Erfahrungen aber schon gemacht, als er zu Beginn seines Hobbys versuchte, eine ausgebüchste Poecilotherias mit bloßer Hand zu fangen.

Meyer nimmt die Ängste der Menschen vor Spinnen ernst, möchte aber dabei helfen, sie zu überwinden. Zum Beispiel mit dieser Information: „Was viele nicht wissen, ist, dass das Gift von Vogelspinnen in der Forschung zur Herstellung von Krebsmedikamenten verwendet wird.“

Andreas Bullmann, AO2, Weiterbildungskolleg Emscher-Lippe, Gelsenkirchen

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