Scheidung

Wie Kinder unbeschadet aus einer Scheidung gehen

Wenn Ehepaare sich trennen, leiden oft die Kinder.

Wenn Ehepaare sich trennen, leiden oft die Kinder.

Foto: imago/Westend61

Xanten.   Mehr als jede dritte Ehe wird geschieden. MC-Reporterin Marjolaine Carpantier hat sich mit den Folgen für die Kinder auseinander gesetzt.

Allein 2015 ließen sich in Deutschland 165.335 Paare scheiden, knapp ein Viertel von ihnen nach sechs bis zehn Ehejahren. Als Gründe werden vor allem Untreue, fehlende Kommunikation, sowie eine Heirat „nicht aus Liebe“, sondern aus steuerlichen Gründen oder Druck von außen genannt.

Zwar ging die Scheidungsrate im Vergleich zum Vorjahr zurück; hierbei muss man aber berücksichtigen, dass immer weniger Menschen sich für den gemeinsamen Lebensweg in einer Ehe entscheiden. Wird eine Ehe geschieden, sind die leidtragenden in den meisten Fällen die Kinder. Allein 2014 gab es in Deutschland 134.803 minderjährige Scheidungskinder. Manche von ihnen kämpfen mit den Folgen der Trennung ihrer Eltern. Aber sind diese Kinder im Vergleich zu ihren Altersgenossen, die in einer intakten Familie aufwachsen, wirklich benachteiligt?

Kinder leiden am meisten unter den ständigen Streitigkeiten ihrer Eltern. Ist die Trennung dann erstmal vollzogen, kommen die Sehnsucht nach dem anderen Elternteil, ein eventueller Umzug und Verlust der gewohnten Umgebung und Freunde sowie Probleme mit dem neuen Partner der Eltern dazu. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung leiden dabei Mädchen stärker als Jungen. Während die Mädchen vor allem über Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Traurigkeit und Erschöpfung klagten, seien es bei den Jungen Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche.

Patchwork-Familien sind Normalität

Ein großer Vorteil für die Kinder ist, dass Scheidungen, Trennungen und Patchwork-Familien heute in der Gesellschaft zur Normalität geworden sind. Scheidungskinder werden nicht mehr als Außenseiter abgestempelt, sondern es wird meist ganz offen mit diesem Thema umgegangen, was die Kinder stark entlastet. Sie können sich mit vielen Altersgenossen, die das gleiche Schicksal haben, austauschen, und haben somit die Gewissheit, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind. Erleichternd für die Scheidungskinder ist auch die Tatsache, wenn Väter weiterhin regelmäßig Kontakt zu den Kindern haben möchte.

Es kommt allein auf das Verhalten der Eltern bei einer Scheidung an, wie sehr die Kinder leiden müssen. Eine sanfte Trennung mit viel Liebe zum Kind, die stärker ist, als der Hass auf den früheren Partner und die Enttäuschung über die gescheiterte Ehe, hilft den Kindern, diese schwere Lebensphase ohne weitgehendere Folgen gut zu überstehen.

Marjolaine Carpantier, 8b, Marienschule, Xanten

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