Autorennen

Was tun gegen illegale Autorennen?

Anwohner der B 8 in Duisburg setzen sich gegen illegale Autorennen und dem damit verbundenen Lärm zur Wehr.

Anwohner der B 8 in Duisburg setzen sich gegen illegale Autorennen und dem damit verbundenen Lärm zur Wehr.

Foto: Kai Kitschenberg

Duisburg.   Härtere Strafen drohen seit dem Raser-Urteil in Berlin für illegale Autorennen. MC-Repoter Justin Hebbering fordert mehr Einsicht und Prävention.

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Anlässlich des Raser-Urteils in Berlin am 27. Februar, das bundesweit für Aufsehen gesorgt hat, erscheint eine Stellungnahme eines jungen Menschen wichtiger denn je. Schließlich sind sie es, die besonders anfällig für illegale Autorennen sind. MC-Reporter Justin Hebbering aus Duisburg hat eine klare Meinung zu illegalen Autorennen – er lehnt sie ab und erklärt warum.

Tatort Berlin: ein Toter nach Rennen

Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen und neuerdings auch zu lebenslangen Haftstrafen bei illegalen Autowettrennen. In Berlin-Moabit sind am Montag, 27. Februar, zwei junge Männer vom Landgericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden, nachdem sie das Auto eines 73 Jahre alten Mannes im vergangenen Jahr auf dem Kurfürstendamm in Berlin gerammt und den Fahrer dabei getötet hatten.

Das Rennen sei über eine Strecke von zweieinhalb Kilometern und über mehrere rote Ampeln mit teils extremen Geschwindigkeiten gefahren worden. Auch, wenn die beiden nachts fuhren, habe ihnen klar sein müssen, dass es zu einem Unfall kommen könne – und den hätten sie billigend in Kauf genommen, so der Vorsitzende Richter. Zum Mord wird die Tat durch das Merkmal „gemeingefährliche Mittel“: Demnach haben die Angeklagten ihre Autos zu einer Waffe gemacht. Normalerweise wird dieses Merkmal bei Terroranschlägen unterstellt.

Wetten und Nervenkitzel

Auch in NRW kam es kürzlich zu einem verheerenden Unfall in Hagen. Bei diesem Unfall gab es fünf Schwerverletzte. Darunter war ein kleiner Junge, der tagelang in Lebensgefahr schwebte.

Erwachsene und sogar Jugendliche, die noch ihr ganzes Leben vor sich haben, starten mitten in der Innenstadt ein Rennen. Meistens geht es dabei um Wetten und Geld. Dabei setzen sie ihr Leben und das von anderen aufs Spiel. Für die Beteiligten sei es ein totaler Nervenkitzel, sagen Verkehrspsychologen. Nur endet das Rennen oft mit Verletzten oder wie in Berlin mit Toten. Autos rasen in den Gegenverkehr oder gegen Hindernisse – auch Passanten sind bedroht. Das schlimmste an diesen Verbrechen ist, dass sich die Täter, sofern sie es noch nach ihrer Tat können, zumeist nicht einsichtig zeigen.

Nun fordert die Politik, dass die illegalen Autorennen härter bestraft werden sollen. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte, dass dies „ein Hobby von Verrückten“ sei.

Hohe Freiheitsstrafen sollen abschrecken

Nun sollen hohe Freiheitsstrafen und Führerscheinentzug abschrecken. Bisher wurden solche Verbrechen nur mit Bußgeldern oder Führerscheinentzug oder im Ausnahmefall, wenn Personen zu Schaden kamen, auch mit vergleichsweise kurzen Freiheitsstrafen bestraft. Ab jetzt sollen gar langjährige Freiheitsstrafen verhängt werden – wie in der Schweiz und in Skandinavien.

Bei diesen Vergehen dürfen Richter auch hierzulande mindestens zwei Jahre Gefängnis beschließen. In Berlin wurden es für die beiden Männer sogar 15 Jahre Gefängnis. In wie fern das Urteil richtungsweisend für andere Fälle sein wird, bleibt abzuwarten.

Ein Dorn im Auge der Politik sind Videos der Raser im Internet. Sie sollen keinesfalls auf Plattformen wie Youtube gestellt werden, denn sie würden Jugendliche ermutigen, den „Video-Helden“ nachzueifern. Das will die Politik verhindert wissen.

Politik muss handeln

Sie ist es aber, die nun handeln muss, indem sie auf die Folgen dieser Rennen hinweist, gerade auch in Schulen wäre dies nötig. Auch Lehrkräfte an Schulen finden diese Rennen verantwortungslos und raten ihren Schülern von derartigen Unternehmen ab.

MC-Reporter Justin Hebbering, Klasse 8e, Albert-Einstein Gymnasium, Duisburg

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