Soziale Arbeit

Vorbild und Helfer sein - Soziale Arbeit im Jugendamt

Wenn Eltern sich nicht mehr um ihre Kindern kümmern können, helfen Mitarbeiter des Jugendamtes. Sie sorgen notfalls dafür, dass die Kinder in Pflegefamilien untergebracht werden. Ziel ist es immer, Eltern und Kinder wieder zusammenzuführen.

Wenn Eltern sich nicht mehr um ihre Kindern kümmern können, helfen Mitarbeiter des Jugendamtes. Sie sorgen notfalls dafür, dass die Kinder in Pflegefamilien untergebracht werden. Ziel ist es immer, Eltern und Kinder wieder zusammenzuführen.

Foto: Jan Dinter / WAZ FotoPool

Dinslaken.   Wie vielfältig die Aufgaben von Jugendamtsmitarbeiter sind, beschreiben Amelie Dirks, Fee Burow und Hannah Reinecke. Sie besuchten das Jugendamt Dinslaken.

„Wir sind nicht nur Vermittler in den Familien, sondern auch zwischen den verschiedenen pädagogischen und medizinischen Hilfssystemen.“ So beschreiben Sozialarbeiter des Jugendamtes Dinslaken ihren Beruf. Doch was steckt hinter der Verantwortung, immer eine Lösung bei Problemen in Familien zu finden? Unserer Auffassung nach ist es Zeit für ein paar Informationen über den offensichtlich sehr komplizierten Beruf.

Das Tätigkeitsfeld der Jugendamtsmitarbeiter beschränkt sich längst nicht nur auf Familienfälle. Gerade in der aktuellen Lage ist es ein wichtiger Ansprechpartner für Flüchtlinge, denen Deutschland noch fremd ist. Wir haben uns mit Herrn Wolff, Sozialarbeiter, unterhalten, der sich speziell mit Flüchtlingen beschäftigt.

Herr Wolff erklärt, dass die traumatischen Erlebnisse der Flüchtlinge oft zu größeren Bemühungen für ein besseres Leben in einem anderen Land führen. Viele deutsche Bürger sind Flüchtlingen gegenüber allerdings eher negativ eingestellt. Vor allem die sogenannten Wirtschaftsflüchtlinge sind ein stark diskutiertes Thema.

Auf die Frage, wie er selbst zu ihnen stehe, äußert Herr Wolff, dass die schlechten Bildungs- und Berufschancen im Heimatland der Flüchtlinge ihm die Flucht etwas verständlich machen und Wirtschaftsflüchtlinge aus seiner Sicht zum Teil auch Grund haben, zu fliehen. Die meisten seien jedoch wirklich aus Kriegszonen geflohen. Herr Wolff ist der Ansicht, dass Deutschland sehr gut mit den Einwanderern umgeht und dass sich so manch andere Regierung ein Beispiel daran nehmen könne.

Emotionale Nähe und professionelle Distanz

Familienhilfe und Flüchtlingsarbeit sind zwei Arbeitsbereiche des Jugendamtes. Darüber hinaus gibt es unter anderem auch noch die Jugendgerichtshilfe, Alkohol- und Drogenprävention, den Pflegekinderdienst und den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD). Einige Mitarbeiter erzählen, dass sie innerhalb des Jugendamtes ihr Fachgebiet gewechselt haben. Man kann also in vielen verschiedenen Bereichen tätig sein und hat viele Optionen.

Herr Dirks aus dem ASD erklärt, es sei besonders wichtig, die Balance zwischen emotionaler Nähe und professioneller Distanz zu halten, da man sich sonst schnell „in den Fällen verlieren“ könne. Auch helfen sich die Kollegen bei komplexen Fällen „einen kühlen Kopf zu bewahren“. Bei besonders schwierigen Fällen arbeiten mehrere Sozialarbeiter zusammen, gegebenenfalls auch aus verschiedenen Fachbereichen.

An Spontanität sollte es auch nicht fehlen. „Es kann immer etwas passieren“, so Herr Wolff. Frau Sert erklärt, dass man als Beamter des Jugendamts „einen guten Umgang mit Menschen haben sollte“. Außerdem sei ein guter Sozialarbeiter jemand, dessen Anliegen es ist, Menschen zu helfen, so Frau Sert.

Es gibt nicht immer sofort eine Lösung

Ein Fall kann auch mal einen längeren Bearbeitungszeitraum in Anspruch nehmen. Sollten sich Betroffene gegen die Hilfe des Jugendamtes entscheiden, muss vereinzelt auch gegen ihren Willen gehandelt werden. Manchmal werden Klienten auch handgreiflich, wenn ein Sorgerechtsentzug bevorsteht. „Verständlicherweise sind die Eltern nicht immer bereit, ihr Kind abzugeben“, erklärt Herr Dirks. Wenn es aber einmal so weit kommt, sind die Eltern nicht mehr im Stande, sich richtig um ihr Kind zu kümmern.

Auf die Frage, wie lange man mit einem Fall zu tun hat, antwortet Frau Sert: „Es könne schnell enden, aber es gibt auch scheinbar nie endende Fälle.“ Einige Sozialarbeiter haben noch mit den Kindern ihrer ehemaligen Klienten zu tun.

Zum Schluss können wir sagen, dass es bei der Ausübung des Berufes „Sozialarbeiter“ erforderlich ist, sich gut in seine Mitmenschen hinein versetzen zu können.

Amelie Dirks, Fee Burow, Hannah Reinecke, Klasse 8e, Konrad-Duden-Gymnasium, Wesel

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