Sport

Unsportlich? Von wegen!

Viele Jugendliche sind in Vereinen aktiv und treiben beinahe jeden Tag Sport.

Viele Jugendliche sind in Vereinen aktiv und treiben beinahe jeden Tag Sport.

Foto: Sebastian Konopka

Bochum.   Jugendlichen wird heute oft nachgesagt, sie seien unsportlich. Aber stimmt das auch? MC-Reporter Jan Schmelzer räumt mit dem Vorurteil auf.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Jugend von heute wird oft als „faul“, „internetabhängig“ und „unsportlich“ bezeichnet. Die Umfrage „Jugendliche im Sportverein“ der Universität in Paderborn hingegen zeigt aber, dass vier von fünf Jugendliche in einem Sportverein sind, und viele machen sogar zwei bis fünf Stunden pro Woche Sport. Nordrhein Westfalen hat alleine schon 19.000 Sportvereine mit fünf Millionen Mitgliedern, das entspricht einem Anteil von 20 Prozent aller Vereine. Deutschlandweit gibt es derzeit 90.000 Vereine mit knapp 23,7 Millionen Mitgliedern. Im Jahr 2000 waren es 88.000 und über die Jahre hinweg pendelt sich diese Zahl immer wieder in dem Bereich ein.

Warum gibt es eigentlich so viele und warum sind sie so vielen Menschen so wichtig? Nun, besonders für viele Jugendliche sind Sportvereine sehr wichtig. Zum einen wegen den vielen verschiedenen Auswahlmöglichkeiten und dem Kontakt zu gleichaltrigen mit denselben Interessen. Zum anderen schließen sich bei solch außerschulischen Aktivitäten auch schnell neue Freundschaften, sowohl geschlechts- als auch nationsübergreifend. Damit besitzt ein Verein eine hohe Integrationskraft! Außerdem belegt eine Studie der Universität Paderborn unter der Leitung des Sportwissenschaftlers Dr. Wolf-Dieter Brettschneider, dass Jugendliche die in einem Sportverein aktiv sind, ein höheres Selbstwertgefühl entwickeln, speziell die Mädchen. Psychosomatische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Schlafstörungen sind bei Vereinsjugendlichen außerdem weniger vorhanden als in der Vergleichsgruppe. Der Konsum von Alkohol ist zwar identisch, der von Nikotin bei den Vereinssportlern deutlich geringer ausgeprägt.

Jens Baumann (Sozialarbeiter an einer Hagener Schule und Trainer einer Jugendmannschaft im Basketballverein BC Langendreer ) sagt dazu: „Jugendliche erlernen besonders im Mannschaftssport Schlüsselqualifikationen wie Verlässlichkeit, Eigenverantwortung und Teamfähigkeit. Dies ist besonders für das spätere Berufsleben sehr wichtig.“

Ein ebenfalls sehr wichtiger Grund ist, dass durch regelmäßige Ausübung die motorischen und sportlichen Potentiale gefördert bzw. erhalten werden können. Wie man also sehen kann, ist Sport gut für den Körper und die Psyche und wird heute noch immer von einem großen Anteil der Jugendlichen und Erwachsenen betrieben.

Jan Schmelzer, Klasse 8c, Lessing-Schule, Bochum

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben