Vietnamkrieg

Tagelang im Bunker versteckt

Eine Mutter kämpft sich während des Vietnam-Krieges 1965 mit ihren Kindern durch die Fluten eines Flusses, um den Bombenangriffen zu entfliehen.

Eine Mutter kämpft sich während des Vietnam-Krieges 1965 mit ihren Kindern durch die Fluten eines Flusses, um den Bombenangriffen zu entfliehen.

Foto: dpa

Dortmund.  Pham Thao Mi Hoangs Eltern stammen aus Vietnam. Jahrzehntelang tobte dort ein erbitterter Krieg. Im Interview schildern sie ihre Erlebnisse.

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Der Vietnamkrieg begann 1946 mit dem Indochinakrieg und endete 1975. Ab 1858 stand Vietnam unter der französischen Kolonialherrschaft. Nach dem 2.Weltkrieg wurde Vietnam in Nord und Süd aufgeteilt. Nordvietnam wurde dann von China und der Sowjetunion unterstützt,während Südvietnam von den USA und Frankreich unterstützt wurde. Ngo Dinh Diem war der erste und mächtigste Präsident der Republik Südvietnam. Nicht nur er war mächtig und brutal,sondern auch seine Familie. Sein Bruder war ein streng katholischer Bischof. Am 1. November 1963 kam es zu einem Militärputsch und Ngo sowie sein Bruder wurden ermordet. Heute kennt man das „Pentagon Paper“, ein geheimes Dokument der USA. Darin steht, dass die USA den Sturz und die Ermordung aktiv geplant haben. Die Amerikaner schickten immer mehr Kampftruppen inden Krieg mit Nordvietnam, aber im Jahr 1975 nahm der Norden die südvietnamesische Hauptstadt Saigon ein. Die USA gaben sich geschlagen und verließen das Land. Man schätzt,dass in dem Krieg drei bis vier Millionen Menschen gestorben sind. Viele durch Giftgas, das US-Bomber abwarfen.

Ihr habt das vielleicht schon im Geschichtsunterricht gehört. Was ihr aber vielleicht nicht wisst, ist wie die Menschen sich während des Vietnamkrieges gefühlt haben. Meine Eltern sind in Südvietnam geboren und aufgewachsen. Ich habe sie interviewt.

Wie hast du dich gefühlt,als du gehört hast,dass es gerade Krieg herrscht?

Frau Pham: “Zu diesem Zeitpunkt war ich ca. zwei Jahre alt. Ich hatte ziemliche Angst,dass die Flugzeuge über uns fliegen und Giftgas versprühen oder die Soldaten uns festhalten und mich von meiner Familie trennt. Außderdem hatte ich auch Angst,dass uns eine Bombe treffen würde und das Land vernichtet.“

Beschreibt mal das Gefühl,als du im Bunker warst?

Frau Pham: “Im Bunker war es sehr dunkel und kalt. Ich war nicht nur mit meiner Familie da. Wir teilten uns den Bunker mit Menschen aus der Nachbarschaft. Tagelang hielten wir uns in diesem Bunker versteckt. Wir waren arm und hatten Hunger.“

Als der Krieg vorbei war,was hast du denn gedacht?

Herr Hoang: “Ich fühlte mich einfach frei und musste mir keine Sorgen mehr machen,was noch alles passieren wird.1986 bin ich dann nach Deutschland geflüchtet.Es war damals eine sehr harte Zeit,denn ich konnte erstens die Sprache nicht und zweitens gab es niemand den ich kannte. Ich musste mir alles selbst aufbauen.Heute bin ich zufrieden mit meinem Leben und ich bin froh,dass diese Zeit jetzt vorbei ist.“

Pham Thao Mi Hoang,Klasse 9a, Wilhelm-Röntgen-Realschule, Dortmund

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