Spendenlauf

Schüler wandern für Straßenkinder in Brasilien

Unter dem Motto „Wandern für die Andern“ sammeln Schüler und Lehrer des Josef-Albers-Gymnasiums Spenden.

Unter dem Motto „Wandern für die Andern“ sammeln Schüler und Lehrer des Josef-Albers-Gymnasiums Spenden.

Foto: W. Labus / FUNKE Foto Services

Bottrop.  MC-Reporterin Marie Böckler läuft mit ihren Mitschülern und Lehrern für bedürftige Straßenkinder in Brasilien durch Bottrop.

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Am Morgen des vierten Mai ist der Schulhof des Josef-Albers-Gymnasiums gut gefüllt. Gleich werden die Schüler und Lehrer aller Stufen gemeinsam aufbrechen, um zu wandern - für einen guten Zweck.

Alle zwei Jahre, und nun bereits zum achten Mal findet das sogenannte „Wandern für die Andern“ an der Schule statt. Der Weg führt die Schüler zum Revierpark Vonderort, wo sie beliebig viele Kilometer laufen können. Dabei werden sie von selbstgesuchten Sponsoren pro Kilometer mit einem Geldbetrag unterstützt. Dieser wird anschließend eingesammelt und an ein Projekt gespendet, das sich für Straßenkinder in Brasilien einsetzt. Etwa sieben Millionen Kinder leben in ganz Brasilien auf der Straße.

Mit dem Begriff „Straßenkinder“ bezeichnet man die Kinder und Jugendlichen, die mit ihrer Familie oder auch alleine auf der Straße leben. Es gibt verschiedene Gründe, aus denen ein Kind auf die Straße flieht. Oft sind es schwierige familiäre Verhältnisse, häusliche Gewalt, zu wenig Platz und Nahrung, oder auch der Tod eines oder beider Elternteile. Die meisten Kinder haben sowohl die Schule, als auch den Kontakt zu ihrer Familie abgebrochen. Oft nehmen sie schon in jungen Jahren Drogen und sind komplett auf sich allein gestellt.

Seit 22 Jahren im Einsatz

Das Projekt, an das die Spenden des Josef-Albers-Gymnasiums gehen, möchte dem entgegenwirken. „Die kleinen Propheten“ heißt die Hilfsorganisation, die sich seit 22 Jahren für die Resozialisierung der Straßenkinder in Recife, Brasilien einsetzt. Sie bieten den Straßenkindern eine zivilisatorische und medizinische Basisversorgung und die Grundlagen einer Bildung. Außerdem wird eine einfache Berufsvorbereitung angeboten, und die Kinder lernen, ihre Rechte als Staatsbürger Brasiliens wahrzunehmen und zu beanspruchen.

Die ersten Kontakte zu den Kindern knüpft die Organisation auf der Straße. Dort behandeln sie gegebenenfalls Wunden der Kinder, bieten ihre Hilfe an und erläutern die Angebote ihres Projekts. Nehmen die Kinder die Hilfe an, werden ihnen im Projekthaus der „Propheten“, das sich auf dem insgesamt acht Hektar großen Gelände der Organisation befindet, verschiedene Workshops zu Musik, Tanz, Alphabetisierung, Sport und kunst- und handwerklichen Tätigkeiten angeboten.

80 Prozent für Hilfsorganisation

Außerdem erfolgen Gespräche über Drogen, die Familie und die Staatsbürgerschaft. Vor allem letzteres soll die Eingliederung in die Gesellschaft fördern. Die Betreuung der Kinder erfolgt durch psychologische Fachkräfte und Sozialarbeiter. Wird der Wunsch von den Kindern geäußert, machen die Sozialarbeiter mit den Kindern auch einzelne Besuche bei ihren Familien. Dabei werden die Hintergründe für das Leben auf der Straße erkundet und auch geprüft, ob eine Rückkehr der Kinder in die Familie möglich ist. Da sexuelle Vergewaltigung von Straßenkindern ein großes Thema ist, wird ihnen auch in diesem Bereich Hilfe angeboten. Gemeinsam probiert man, die Erlebnisse zu verarbeiten.

Am Morgen laufen die Schüler des Josef-Albers-Gymnasiums also mit einem guten Gewissen los. 20 Prozent des am Ende erlaufenen Geldes geht an den Förderverein der Schule, 80 Prozent der meist fünfstelligen Zahl werden an die „kleinen Propheten“ gespendet und verhelfen so Straßenkindern zu einem besseren Leben.

MC-Reporterin Marie Böckler, MSD8, Josef-Albers-Gymnasium, Bottrop

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