Turnen

Rhönrad - kein Sport wie jeder andere

Die beiden MC-Reporterinnen Mona und Paula (zweite und dritte von links) haben sich beim Rhönrad-Turnen in der heimischen Sporthalle selbst fotografiert

Die beiden MC-Reporterinnen Mona und Paula (zweite und dritte von links) haben sich beim Rhönrad-Turnen in der heimischen Sporthalle selbst fotografiert

Foto: Mona Drüke

Attendorn.   Sportgeräte wie das Reck oder den Barren kennt eigentlich jeder. Was aber ist ein Rhönrad? Die MediaCampus-Reporterinnen Mona und Paula, beide begeisterte Rhönrad-Turnerinnen, berichten von ihrem Hobby.

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Sportgeräte wie das Reck oder den Barren kennt eigentlich jeder. Was aber ist ein Rhönrad? Die MediaCampus-Reporterinnen Mona und Paula, beide begeisterte Rhönrad-Turnerinnen, berichten von ihrem Hobby.

Ein Rhönrad ist ein Turngerät, das aus zwei Metallreifen besteht, die von einer Kunststoffschicht umgeben sind. Diese Reifen sind durch sechs Sprossen verbunden, wobei zwei sehr nah aneinander liegende Sprossen mit zwei ovalen Brettern ausgestattet sind. Es gibt Räder in den Größen 1,35 bis 2,25 Metern, die jeweils ungefähr 40 bis 60 Kilogramm wiegen. Außerdem unterscheiden sie sich in Farbe und Dicke. Bei der Benutzung eines Rhönrads kann der Turner zwischen mehreren Disziplinen wählen: Zum einen gibt es Übungen in den so genannten Bindungen, die an den Brettern befestigt werden und in die die Turner mit den Füßen hineinsteigen können. Zum anderen gibt es freie Übungen, für die man keine Bindungen benötigt.

Drei Disziplinen

Man unterscheidet drei Einzel-Disziplinen – das Geradeturnen, das Spiraleturnen und den Sprung. Beim Geradeturnen werden die beim Training eingeübten Küren auf beiden Reifen vorgeturnt, und zwar eine Abfolge von acht verschiedenen Turnelementen, zwei Rad-Umdrehungen und dann ein Richtungswechsel. Es gibt zwar verschiedene Vorschriften, etwa für den Aufbau, die Schwierigkeit und andere Faktoren, aber dennoch bleibt die Kür individuell.

Im Unterschied zum Geradeturnen wird beim Spiraleturnen nur auf einem einzigen Metallreifen geturnt. Nachdem man sechs Turnübungen (wieder eine individuelle Kür) geturnt hat, tellert man so lange, bis man nur noch knapp über dem Boden ist. Dort muss man drei bis fünf Sekunden in einem Winkel von etwa 30 Grad verweilen, bevor man versucht, das Rad wieder in die Startposition, also auf beiden Reifen stehend, zu bringen. Zuletzt gibt es noch den Sprung. Er wird eigentlich nicht im Rad geturnt, sondern man benötigt dieses nur zum Sich-hochtragen-Lassen und zum Absprung. Der Turner läuft im Steigerungslauf auf das rollende Rad zu und lässt sich vom Schwung des Rades hochziehen. Nun vollführt er einen Sprung, etwa einen Salto oder einen Grätschsprung auf einen Mattenberg. Darüber hinaus existieren noch drei weitere Disziplinen, die allerdings nur zu mehreren Turnern ausgeführt werden können: das Partnerturnen, das Synchronturnen und die Partnerspirale. Inzwischen wird das Rhönrad-Turnen auch in Wettkämpfen durchgeführt.

Erste Weltmeisterschaft fand 1995 statt

So wurde zum Beispiel 1995 die erste Weltmeisterschaft ausgetragen. Wichtig zu beachten ist, dass in der Landesklasse und in der Landesklasse Plus nur gerade sowie eine weitere Wunschdisziplin geturnt werden. In der Bundesklasse müssen alle drei Disziplinen – Gerade, Spirale und Sprung – ausgeführt werden. Diese Gruppen beeinflussen die Teilnahme an den Wettkämpfen sowie die Trainingstage. Im Durchschnitt trainiert die Landesklasse ein- bis zweimal die Woche je eine Stunde und die Bundesklasse zwei- bis viermal die Woche je eine bis zwei Stunden in der dem Verein zugehörigen Turnhalle. Dies kann im jeweiligen Verein aber auch variieren. Im Moment gibt es in Deutschland 223 Vereine mit insgesamt etwa 9600 Turnerinnen und Turnern in allen Altersklassen. Auf den Wettkämpfen unterscheidet man besondere Bewertungssysteme. In der Landesklasse liegt die Höchstschwierigkeit bei 4 Punkten und in der Bundesklasse bei 6,6 Punkten. Dazu kommen für beide noch 1 Punkt für Aufbau und 5 Punkte für die Ausführung der Übungen.

Mit einem Rhönrad zu einem Wettkampf zu reisen ist übrigens gar nicht so einfach. Größere Räder lassen sich zwar zerlegen; in einen normalen Pkw passen sie jedoch trotzdem nicht. Zum Transport ist daher immer ein Kleinlaster oder ein Anhänger erforderlich.

Mona Drüke, Klasse 8a, und Paula Ohm, Klasse 8c, St.-Ursula-Gymnasium Attendorn

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