Kommentar

Redet mit uns, und erklärt was los ist!

Jesse Hughes (rechts) und Julian Dorio, Mitglieder der Band Eagles of Death Metal band, trauern nach dem Attentat vor der Konzerthalle Bataclan in Paris.

Jesse Hughes (rechts) und Julian Dorio, Mitglieder der Band Eagles of Death Metal band, trauern nach dem Attentat vor der Konzerthalle Bataclan in Paris.

Foto: REUTERS

Olpe.   Attentate, Bombendrohungen, Geiselnahmen - die Gewalt ist Tagesgespräch. Yara Ricker fragt: „ Warum redet keiner mit uns Kindern darüber?“

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Fernsehen, Radio, Zeitungen, sie berichten über neue Attentate, neue Bombendrohungen, neue Geiselnahmen. Wir hören oder lesen Zitate und Interviews von Experten und Politikern oder auch von überlebenden Opfern. Es ist das Tagesgespräch zu Hause oder auf der Straße. Alle sagen ihre Meinung zu dem was passiert ist und urteilen darüber. Aber wir Kinder werden nicht gefragt, nicht eingebunden. Was denken wir darüber? Über was machen wir uns Sorgen und was wünschen wir uns?

,,Mach dir keine Gedanken...“, ,,Dir wird nichts passieren...“ Das sagen alle. Trotzdem, wir haben Angst. Die Eltern reden darüber. Die Bilder der Tatorte werden im Fernsehen gezeigt. Wir bekommen mehr mit als viele denken. So auch Antonia (13) , sie erzählt : ,,Natürlich bekomme ich viel davon mit. Schließlich wird in den Nachrichten ja ständig davon berichtet. Noch fühle ich mich sicher, aber die Angst, dass ich oder ein Familienmitglied von mir in so etwas hinein geraten könnte, ist schon da. Die ganze Sache belastet auch irgendwie. Ich denke viel darüber nach. Es geht ja auch eigentlich nicht anders bei dem was alles so passiert.“ So ergeht es vielen in ihrem Alter.

Habe schon Angst vor dem IS

Was soll man tun? Überall hört man Leute darüber reden. Nicht darüber nachzudenken oder sich keine Sorgen zu machen ist beinahe unmöglich. Jona (9) hat ähnliche Gedanken:,,Ich bekomme auch so einiges mit. Als ich mit meinem Vater das Fußballspiel in Frankreich am Fernsehen geguckt habe, dachte ich mir nichts besonderes bei dem Knall. Dann kam die Nachricht, dass es eine Bombe war und 100 Geiseln in einem Theater gefangen gehalten werden. Ich hatte keine Angst, da ich mir dachte, das Frankreich ja schon sehr weit von Deutschland entfernt ist. Aber dann kam die Bombendrohung in Hannover. Seitdem habe ich schon ein wenig Angst vor der IS. Am Anfang habe ich mit meinen Freunden darüber geredet, also über die Anschläge und das alles, inzwischen machen wir das aber nicht mehr. Darüber zu reden, verängstigt mich auch ein bisschen.

Mit unseren Lehrern haben wir nur einmal darüber gesprochen. Manchmal fände ich es schön, wenn sie mit uns darüber reden würden oder uns wenigstens erklärten, wie es so weit kommen konnte und warum jetzt alles so ist wie es ist. Aber ich denke, dass sie das nicht tun werden.

Wir fühlen uns ausgeschlossen

Und genau das ist das Problem. Wir wollen mit einbezogen werden. Wir wollen, dass man mit uns darüber spricht und auch unsere Meinung fordert. Von den ernsteren Gesprächen - wie zum Beispiel auch bei Diskussionen über die Flüchtlingskrise - ausgeschlossen zu werden, hilft uns nicht weiter. Wir wünschen uns mitreden zu dürfen, um auch unseren Teil dazu beizutragen, gut mit dem ganzen Chaos klarzukommen.

Yara Ricker, Klasse: 8b, St.-Franziskus-Gymnasium, Olpe

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