Beruf

Patienten auf vier Pfoten

Bei vielen Patienten von Andrea Kröber müssen Impfungen aufgefrischt werden.Foto:Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bei vielen Patienten von Andrea Kröber müssen Impfungen aufgefrischt werden.Foto:Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Wesel.  Wie sieht der Arbeitstag einer Tierärztin aus? Meike Kröber hat ihrer Mutter bei der Arbeit mit Kleintieren über die Schulter geschaut.

Es ist neun Uhr morgens, doch im Wartezimmer der Tierarztpraxis sitzen bereits einige Patienten. Tierärztin Andrea Kröber öffnet die Tür des Behandlungszimmers und ruft: ,,Paulchen bitte!” Paulchen ist ein vier Jahre alter Labrador, der für eine Impfung zum Tierarzt gekommen ist – also kein Notfall. ,,Impfungen, bei denen man es ja mit gesunden Tieren zu tun hat, führe ich am häufigsten durch”, so die Kleintierärztin. Aber auch mit anderen Beschwerden kommen die Tiere und ihre Herrchen oder Frauchen in die Praxis: ,,Ansonsten habe ich auch oft Patienten mit Durchfall, Husten, Lahmheiten und Verletzungen. An Operationen führen wir regelmäßig Zahnsanierungen, Kastrationen und Tumorentfernungen durch”, berichtet Kröber.

Die häufigsten Kleintierpatienten in der Tierarztpraxis sind Hunde und Katzen. Aber auch Meerschweinchen und Kaninchen werden hier oft behandelt. Und was waren die exotischsten Patienten, die die Tierärztin je auf ihrem Tisch hatte? ,,Das waren eindeutig eine Wasserschildkröte mit Lungenentzündung und ein Rentierkalb, dem ich ein Auge operativ entfernen musste.”

Studium dauert fünf Jahre

Tierärztin ist Andrea Kröber geworden, weil sie sich für Medizin interessiert, anderen gerne hilft und Tiere mag. ,,Am besten gefällt mir an meinem Beruf, dass mein Arbeitsalltag abwechslungsreich ist. Ich mag es, mit Menschen und Tieren Kontakt zu haben und ihnen helfen zu können”, erzählt sie. Dinge wie Zähneziehen oder Einschläfern mache sie nicht so gerne – auch wenn sie das Einschläfern eines Tieres als Erlösung sieht, weil es andernfalls nur mit starken Schmerzen weiterleben könnte.

Ohne Abitur kann man kein Tierarzt werden. Nach dem Schulabschluss folgt dann ein Studium mit einer Regelstudienzeit von elf Semstern an einer Hochschule. Der Studiengang Tiermedizin beinhaltet viele praktische Übungen und umfasst alle Bereiche, in denen man als Tierarzt tätig sein kann. Natürlich darf man als Tierarzt keine Angst vor Tieren und Dreck haben. Aber auch menschenscheu sollte man nicht sein. Außerdem muss man zupacken und ein Tier festhalten können.

Nutztierärzte besuchen ihre Patienten

Tierärzte können in verschiedenen Tätigkeitsbereichen arbeiten: Es gibt Kleintierärzte, Nutztierärzte, Pferdetierärzte und Amtstierärzte. Ein Unterschied zwischen Nutz- und Kleintierärzten ist, dass die Nutztierärzte zu ihren Patienten fahren und diese oftmals auch draußen bei Wind und Wetter untersuchen und behandeln, während Kleintierärzte von ihren Patienten aufgesucht werden. Der größte Unterschied ist aber, dass Nutztierärzte oft nicht ein einzelnes Tier als Individuum behandeln, sondern die ganze Herde berücksichtigen.

MC-Reporterin Meike Kröber, Klasse 8e, Konrad-Duden-Gymnasium, Wesel

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