Leichtathletik

Julian Brodkorb aus Attendorn ist Meister im Hammerwerfen

Julian Brodkorb mit den Reporterinnen Leena Dornseiffer  (li.) und Laura Mondabon (re.).

Julian Brodkorb mit den Reporterinnen Leena Dornseiffer (li.) und Laura Mondabon (re.).

Foto: MediaCampus / Klaudia Mondabon

Attendorn.   Julian Brodkorb ist fünfmaliger deutscher Meister im Hammerwerfen. Leena und Laura haben mit ihm über Sport und seinen Beruf gesprochen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Julian Brodkorb aus Attendorn ist fünfmaliger deutscher Meister im Hammerwerfen. Im Interview mit den MediaCampus-Reporterinnen Leena und Laura spricht der 18-Jährige, der inzwischen in den Kader des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) berufen wurde, über seine Erfolge und nächsten Ziele.

Julian, du hast 2006 beim LC Attendorn mit Leichtathletik begonnen und trainierst seit Ende 2013 beim TV Leichlingen. Was ist deine Lieblingsdisziplin und warum?

Julian Brodkorb: Hammerwerfen! Das ist technisch hoch anspruchsvoll und Fehler rächen sich sofort. Aber ein guter Wurf mit großer Weite ist faszinierend. Wenn man mit dem Hammerwerfen anfängt und einen guten Trainer hat, stellen sich schnell Erfolge ein.

Wie oft trainierst du in der Woche?

Brodkorb: Im Winter mache ich pro Woche zwei- bis dreimal Krafttraining und einmal Techniktraining und allgemeine Athletik, im Sommer ebenfalls zwei- bis dreimal Krafttraining, dann aber auch zwei- bis dreimal Techniktraining und allgemeine Athletik. Das Krafttraining erfordert pro Einheit etwa eine Stunde, das Techniktraining pro Einheit mit Hin- und Rückfahrt circa fünf Stunden.

An wie vielen Wettkämpfen nimmst du im Jahr teil?

Brodkorb: An etwa zehn bis 15.

Hast du neben dem Training noch Zeit für andere Dinge?

Brodkorb: Ja, die nehme ich mir. Meine Hobbys sind BMX, Snowboard im Winter, Graffitiaufträge, Partys, arbeiten.

Planst du für nächstes Jahr große Wettkämpfe?

Brodkorb: Für nächstes Jahr habe ich den vorzeitigen Abschluss meiner Maurerlehre in den Vordergrund gestellt. Aus diesem Grund weiß ich noch nicht, ob ich den Trainingsumfang, den ich bisher betrieben habe, weiter realisieren kann. Davon hängt es ab, ob ich überhaupt Wettkämpfe beziehungsweise welche ich mache. Man kann in Deutschland mit diesem Sport kein Geld verdienen. Aus diesem Grund ist es wichtig, seine berufliche Ausbildung in den Fokus zu setzen.

Wie kamst du auf die Ausbildung zum Maurer?

Brodkorb: Ich hatte an der allgemeinbildenden Schule kein Interesse mehr und wollte mich fachbezogen weiterbilden. Bedingt durch meine Eltern interessiere ich mich schon lange für den Bau und die Architektur. Deshalb habe ich mich entschieden, auch um Geld zu verdienen, das Gymnasium abzubrechen und einen handwerklichen Beruf, der mir auch im späteren Leben noch helfen wird, zu erlernen. Nach anderthalb Jahren weiß ich, dass ich mich in jedem Fall weiterbilden möchte. Mein Fernziel ist ein Studium der Architektur oder des Bauingenieurwesens. Als Erstes werde ich dazu die Meisterausbildung in Angriff nehmen.

Wie hast du dich gefühlt, als du im Jahr 2015 mit 63,30 Metern einen neuen Deutschen Rekord in deiner Altersklasse aufgestellt hast?

Brodkorb: Das war ein schönes Gefühl, als ich ihn geworfen hatte. Aber irgendwann tritt das wieder in den Hintergrund. Ich schaue natürlich regelmäßig mal nach, ob der Deutsche Rekord von jemand anderem geknackt wurde. In dieser Saison hat es keiner geschafft.

Wie war es für dich, in den DLV-Bundeskader berufen zu werden?

Brodkorb: Die Berufung in den Bundeskader ist eine riesige Auszeichnung und Wertschätzung der geleisteten Trainingsarbeit. Es war mein Wunsch, das in dieser Saison zu schaffen. Natürlich gehört auch ein bisschen Glück dazu. Der Bundestrainer ist bei einem großen Wettkampf in Braunschweig auf mich aufmerksam geworden und hat mich zur Jugend-Gala nach Mannheim eingeladen, wo ich mich mit vielen internationalen Hammerwerfern messen konnte. Ausschlaggebend waren jedoch wahrscheinlich meine Würfe zur Deutschen Meisterschaft, die technisch auf hohem Niveau waren. Das Gefühl, ins Bundesleistungszentrum Kienbaum zu fahren, war unbeschreiblich. Da wusste ich, dass mein Traum, für den ich gearbeitet habe, nun endlich in Erfüllung gegangen ist.

Hast du ein Vorbild? Wenn ja, wen?

Brodkorb: Meinen Trainer, Kurt Benner, eine rheinische Frohnatur. Mit seinen 82 Jahren ist er jung geblieben und weiß uns jedes Mal im Training neu zu motivieren. Seine Lebenseinstellung und sein Wille, erfolgreich zu sein, haben für mich Vorbildfunktionen.

Hat sich deine Einstellung gegenüber dem Sport verändert, seitdem du so erfolgreich bist?

Brodkorb: Nein, ich treibe ohnehin gerne Sport, aber aus dem Erfolg entwickelt sich natürlich Motivation.

Was sind deine nächsten Ziele im Sport?

Brodkorb: Weit werfen! Und die berufliche Ausbildung und den Sport in Einklang bringen, um bei deutschen Meisterschaften die 100 kg schweren Favoriten ein bisschen ärgern zu können.

Hast du vor, irgendwann mal bei der Olympiade zu starten?

Brodkorb: Das ist natürlich der Wunsch eines jeden Sportlers. Aber mit meinen Trainingsbedingungen ist das ein komplett unrealistisches Ziel. Meine Devise ist: Ich möchte weit werfen und meine Technik weiter verbessern. Mit Erfolgen auf deutscher Ebene bin ich sehr zufrieden. Wenn ich bessere Trainingsbedingungen hätte, hätte ich aber natürlich bessere Chancen, auch internationale Erfolge zu sammeln.

MC-Reporterinnen Leena Dornseiffer und Laura Mondabon, Klasse 8a, St.-Ursula-Gymnasium, Attendorn

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben