Karate

Hart trainieren und trotzdem Spaß haben

Mit 76 Jahren denkt der Chefinstruktor der Japan Karate Association, Hideo Ochi, noch lange nicht ans Aufhören.

Mit 76 Jahren denkt der Chefinstruktor der Japan Karate Association, Hideo Ochi, noch lange nicht ans Aufhören.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bottrop.   Was Karate ist, wie trainiert wird und wie viel Spaß es macht, diese Kampfkunst auszuüben, das weiß MC-Reporter Jonas Stapelmann.

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Hideo Ochi und seine Frau Tomi Ochi sind zwei bekannte Karateka. Sie unterrichten nun schon seit einigen Jahren in ihrem Dojo, so wird die Trainingshalle beim Karate genannt, gegenüber der Dieter-Renz-Halle in Bottrop. Hier sind alle Gürtelfarben (Graduierung) vertreten: von Weiß, dem ersten Gurt, bis Schwarz, dem höchsten Gurt, der auch Dan genannt wird.

Viele, die hier trainieren, erzählen, dass sie durch Zufall zum Karate gekommen sind. Manch einer fand zum Beispiel eine Werbung auf einem Parkplatz und ist nun schon seit 20 Jahren dabei. Die meisten von ihnen müssen nebenbei auch noch zur Arbeit gehen. Das macht vielen aber nichts aus. Für sie liegt der Reiz vor allem darin, einen guten Ausgleich zur Arbeit zu haben und dabei noch den ganzen Körper zu trainieren. Natürlich spielt Selbstverteidigung auch eine Rolle.

„Mir macht es Spaß, die neuen Techniken zu lernen“

Auch Schüler sind in der Dojo anzutreffen. Die meisten von ihnen sind durch Verwandte zum Karate gekommen, die schon länger dabei sind. Für sie spielt natürlich auch die Selbstverteidigung eine große Rolle. „Mir macht es Spaß, die neuen Techniken zur Verteidigung zu lernen. Und wenn man das dann noch in einer so netten Runde macht, dann kann man ja gar nichts falsch machen“, meint ein Teilnehmer, der schon circa sechs Jahre dabei ist.

Das Training, das meistens rund eine Stunde dauert, ist ziemlich fordernd. Nach 15 Minuten Aufwärmen, beginnt die „Grundschule“. Hier werden normale Techniken geübt, wie Schläge und Tritte, die der Selbstverteidigung dienen. Danach werden die entsprechenden Techniken mit einem Partner ausprobiert, natürlich mit genügend Sicherheit. 15 Minuten vor Schluss werden Katas geübt. Das sind spezielle Bewegungsabläufe, in denen die Bewegungen, die vorher gemacht wurden, mit anderen Techniken vermischt werden.

Lehrgänge kann man natürlich auch besuchen. Hier trainiert man drei Stunden und mehr am Tag, der manchmal mit einem Morgenlauf startet. Eins steht fest: Karate ist ziemlich anstrengend, aber es lohnt sich wirklich. Man lernt, sich zu verteidigen, man trainiert den ganzen Körper, trifft nette Leute und hat Spaß.

Auch Elvis Presley hat in Deutschland Karate trainiert

Seit nun tausend Jahren begeistert Karate. Damals wurde es angeblich von einem buddhistischen Mönch, namens Daruma Taishi gegründet und breitete sich schnell aus. 1957 wurde dann auch der erste Karateverein in Deutschland von Jürgen Seydel gegründet. Dort trainierten sogar Berühmtheiten wie zum Beispiel Elvis Presley.

Ab den 1970er Jahren begann der Siegeszug des Karate hier in Deutschland. Mit Hideo Ochi kam ein Trainer der Spitzenklasse nach Deutschland. Hideo Ochi begann sein Leben als Trainer hier in Deutschland 1970. Damals beendete der für Deutschland zuständige Großmeister seine Karriere und Hideo Ochi wurde als Nachfolger von dem JKA (Übersetzung: Japan Karate Verband) nach Deutschland gebracht. Da war er schon dreifacher Grand Champion der JKA. Damit begann ein Triumphzug im Karate für Deutschland. Beim IAKF, dem Internationalen Amateur Karate Bund wurde er vier Mal Vizeweltmeister direkt hinter Japan, was kein anderer Trainer des JKA mit einem nicht-japanischen Team geschafft hat. Dies sind nur vier weitere Erfolge auf der langen Erfolgsliste des Hideo Ochi. Somit kann man getrost sagen, dass Hideo Ochi der erfolgreichste JKA Trainer außerhalb Japans ist.

Nach mehr als vierzig Jahren trainiert er immer noch. Auf der ganzen Welt ist er nun unterwegs und unterrichtet junge und alte Karatekas vom ersten bis zum letzten Gurt. Bei seinem Training unterstützt ihn seine Frau Tomi Ochi tatkräftig, die auch eine erfolgreiche Karateka ist.

MC-Reporter Jonas Stapelmann, Klasse: Publizistik 8, Josef-Albers-Gymnasium, Bottrop

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