Caritas

Ein bisschen Selbstständigkeit

In den Caritas-Werkstätten Niederrhein in Rheinhausen können Menschen mit Behinderung zu ihrem eigenen Lebensunterhalt beitragen.

In den Caritas-Werkstätten Niederrhein in Rheinhausen können Menschen mit Behinderung zu ihrem eigenen Lebensunterhalt beitragen.

Foto: WAZFotoPool

Duisburg.   Hannah Terp, Selin Yilmaz und Inka Diederichs haben die Caritas-Werkstätten Niederrhein in Duisburg besucht.

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An Werkstatttischen sitzen Frauen und Männer und arbeiten fleißig. Noch ist nicht zu erkennen, was sie herstellen. André Mootz erklärt seine Arbeit: „Ich mache Teile für Rollos und wir stellen Halter für Solarplatten her.“ Die Arbeit mache ihm Spaß, sagt er.

André Mootz arbeitet in den Caritas-Werkstätten Niederrhein. Hier sind Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderung beschäftigt. Für jeden Einzelnen werden angemessene Arbeits- und Förderangebote bereitgehalten.

Ein normaler Arbeitstag beginnt um 8 und endet um 16 Uhr. Mit Werkstattbussen werden die Mitarbeiter gebracht und auch wieder abgeholt. Täglich haben sie drei Pausen. Gerade beginnt eine der Pausen.

Eilig laufen alle los, reden mit den anderen, essen etwas. Aber sie wissen, sie müssen pünktlich wieder an ihren Plätzen sein, denn das Einhalten der Werkstattregeln wird von Anfang an gelernt.

Ein klares Ziel vor Augen

Auch Hilmi Dazkir hat sie schon verinnerlicht. Er ist Praktikant in der Berufsbildungsgruppe: „Ich mache hier Bremsen für Gardinenrollen und einen Führerschein für den Gabelstapler“, sagt er. Den benötigt er, weil er sich später in einem Lager bewerben möchte. Er hat ein klares Ziel vor Augen: Dazkir möchte sich auf dem ersten Arbeitsmarkt bewerben. Ersten Arbeitsmarkt nennt man den regulären Arbeitsmarkt.

Dirk Schirmer ist Leiter der Gruppe. Er erklärt den Ablauf der Ausbildung. „Die Mitarbeiter kommen unter anderem von der Fröbel-Schule in Rheinhausen oder der Hilda Heinemann Schule in Moers. Die Menschen, die Förderschulen besuchen, sind in der Regel nicht auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelbar.“

Schirmer erklärt weiter: „Nach einem Gutachten in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit machen sie ein Praktikum in der Werkstatt und schauen sich alle Bereiche an. Danach beginnt die Ausbildung, die 27 Monate dauert.“

Auf dem Weg zur festen Arbeitskraft

Nach einem dreimonatigen Eingangsverfahren folge das erste Berufsbildungsjahr in einer Berufsbildungsgruppe mit verschiedenen Praktika. „Im zweiten Berufsbildungsjahr entscheiden sich die Mitarbeiter für eine Produktionsgruppe und arbeiten dort“, so Schirmer. Nach zwei Jahren gebe es das Zertifikat. Damit sei die Maßnahme von der Agentur für Arbeit beendet. „Sie werden feste Werkstattmitglieder und bekommen einen höheren Lohn.“

Ziel sei es, so Schirmer, dass die behinderten Mitarbeiter zu ihrem eigenen Lebensunterhalt beitragen und sich als berufstätige Menschen sehen können. Das gebe ihnen Selbstbewusstsein. Produktionsaufträge erhalten die Caritas-Werkstätten aus der Industrie, dem Handel und dem Handwerk.

Beim Weg nach draußen durch den Produktionsraum steckt ein Mitarbeiter Kartons für Weinflaschen zusammen. Er ist ganz vertieft in seine Arbeit.

MediaCampus-Reporterinnen Hannah Terp, Selin Yilmaz, Inka Diederichs, Klasse 8b, Krupp-Gymnasium, Duisburg

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