Interview

„Eigentlich wollte ich gar keine Prinzessin sein“

| Lesedauer: 6 Minuten
Prinzessin Elna-Margret (rechts) mit der ehemaligen Box-Weltmeisterin Regina Hallmich bei einer Unesco-Spendengala.

Prinzessin Elna-Margret (rechts) mit der ehemaligen Box-Weltmeisterin Regina Hallmich bei einer Unesco-Spendengala.

Foto: Lars Heidrich

Mülheim.   Wie Elna-Margret zu Bentheim und Steinfurt es trotzdem geworden ist und vieles mehr, erzählt sie in unserem Interview.

Prinzessin Elna-Margret zu Bentheim und Steinfurt ist eine junge, selbstbewusste und modebewusste Prinzessin. Im MediaCampus-Interview mit Melissa Schmidt sprach sie über ihr Leben und wie sie Prinzessin geworden ist.

Jedes Mädchen träumt davon, einmal Prinzessin zu werden. Bei Ihnen ist dieser Traum Wirklichkeit geworden. Wie kam es dazu?

Prinzessin Elna: Ich war zu diesem Zeitpunkt Single und stand zwischen zwei Jobs. Um mich ein bisschen abzulenken, lud mich ein guter Freund zu einem Oldtimer-Event nach Belgien ein. Dort traf ich eine alte Freundin aus Modelzeiten wieder, die mich sofort nach meinem Privatleben fragte. Als ich ihr erzählte, dass ich Single sei, meinte sie, dass sie mir unbedingt einen gewissen Fernando vorstellen wollte.

Das war mir zuerst etwas unangenehm, da ich nicht an Kuppelversuche glaubte. Doch Fernando stellte sich als ziemlich toller Typ heraus und der Tag endete mit seiner Telefonnummer und einer gewissen Verknalltheit. „Das ist der Mann, den ich heiraten und mit dem ich Kinder haben will“, erzählte ich abends meiner Mutter am Telefon. Zu dem Zeitpunkt hatte ich keine Ahnung, dass er ein Prinz war. Wir trafen uns zwei, drei Mal und erst dann erfuhr ich es. Als ich meinen Eltern davon erzählt habe, meinte meine Mama: „Kannst du nicht mal mit einem normalen Jungen nach Hause kommen?“ Als wir ein Paar wurden, war ich gerade 24 Jahre alt und nein, ich hatte als Kind nie den Traum, Prinzessin zu werden. Im Gegenteil, ich war das komplette Gegenteil von dem, was ich heute bin. Als Kind war ich eher der wilde Tomboy und bin mit zerzausten Haaren auf Bäume geklettert. Mädchenhafter wurde ich erst durch das Modeln.

Sie sind heute Mode- und Lifestyle-Expertin. Wie kam es dazu?

Ich wurde mit 16 Jahren in Frankfurt als Model entdeckt und konnte mir so erste Eindrücke in der Modewelt verschaffen. Ich war so begeistert, dass ich sogar Modedesign studieren wollte. Jedoch habe ich mich letztendlich für Kommunikationswissenschaften entschieden, weil man da mehr Möglichkeiten hat.

Während meines Studiums in Köln habe ich weiterhin nebenbei gemodelt. Bei einem Casting für Haarfarben in Mailand traf ich den Chef einer internationalen Werbeagentur mit Sitz in Köln. Wir kamen ins Gespräch und er bot mir eine Stelle als Trainee neben meinem Studium an. Das war für mich eine große Chance, die ich auch ergriff. Ich blieb dort vier Jahre, reiste sehr viel und lernte eine Menge über die Branche.

Dann kam die Zeit, in der ich meinen Mann traf und mich nach der Hochzeit eher ums Familienleben gekümmert habe. Als unser Sohn dann 1,5 Jahre alt war, wurde es Zeit, wieder in meinen alten Beruf zurückzukehren. Das Landleben ist zwar schön, aber ich brauchte wieder eine Aufgabe. So wurde ich Geschäftsführerin eines Modelabels in Berlin und pendelte zwischen den Welten hin und her.

Da Berlin eine Fernsehstadt ist, wurden auch einige Dokus über das Label gedreht. Da ich das PR-Gesicht war, kamen damit auch Erfahrungen in dem Bereich dazu. Heute arbeite ich für verschiedene Sender.

Wie kam es, dass sie ein Ernährungsbuch geschrieben haben?

Gesunde Ernährung war schon immer ein Thema in meinem Leben. Ich koche und esse auch sehr gerne. Durch die Doppelbelastung des Pendelns und einer verschleppten Grippe erkrankte ich an einer Herzmuskelentzündung. Dadurch war ich gezwungen, meinen Lebensstil zu hinterfragen. Damals sagte der Arzt mir einen Satz, den ich nie vergessen werde: „Man kann 80 Prozent seiner Gesundheit durch die richtige Ernährung beeinflussen.“

Dieser Satz fing in mir an zu arbeiten. Ich las alle mögliche Literatur dazu – von Kochbüchern bis zu Lifestyle-Ratgebern. Aber keines holte mich als Leser so richtig ab und die Rezepte waren fad und „wollsockig“. Da fing ich an, selbst Rezepte zu entwickeln und auf Facebook zu veröffentlichen. Da bekam ich viel positives Feedback, worauf ich eine wöchentliche Kolumne angeboten bekam. Darauf wurde der Komplett Media Verlag aufmerksam und gemeinsam starteten wir das Buchprojekt „Anti Aging Food - eat what makes you glow.

Was ist das Besondere an Ihrem neuen Buch Skin Secrets, das im Mai erscheint?

Darin geht es um das Recyceln von Rest-Lebensmitteln in Naturkosmetik. Ich war selbst erstaunt, wie gut das funktioniert. Darin findet man viele tolle Hautpflege Rezepte.

Was war Ihr Traumberuf als Kind?

Ich wollte früher Tierärztin werden, weil ich schon immer ein Händchen für Tiere hatte.

Was wollen Sie in Ihrem Leben noch erreichen?

Ich würde liebend gern eine Fernsehsendung moderieren, die eine einfache, gesunde Ernährung für die ganze Familie lehrt.

Was machen Sie, wenn Ihnen mal die Motivation ausgeht?

Das passiert relativ selten. Ich habe immer neue Ideen, für die ich brenne, und das ist mein Lebenselexier.

Wie schalten Sie ab?

Durch meine Erkrankung weiß ich, dass es wichtig ist, Ruhephasen einzulegen. Deswegen habe ich mein eigenes Konzept aufgebaut: Sechs Tage Vollgas, ein Tag „Joggingbuchsetag“.

Was tun Sie in Ihrer Freizeit am Liebsten?

Ich verreise gern und versuche, neues zu entdecken.

Was ist Ihr Lebensmotto?

Es gibt keine Probleme, sondern nur Situationen.

Wie würden Sie sich in drei Worten beschreiben?

Ich würde mich als schnellen, energetischen und lustigen Menschen beschreiben.

Was sollte Ihr Sohn genauso machen wie Sie?

Ich wünsche mir, dass er neuen Situationen gegenüber immer offen bleiben wird und immer einen freien Geist behalten wird.

Als Lifestyle-Exptertin haben sie bestimmt zum Schluss noch einen Tipp für meine Generation...

Bleibt immer ihr selbst und immer offen. Horcht in euch herein und folgt nicht den Trends und der Masse. Bleibt bei euch.

Das Interview führte Melissa Schmidt, Klasse 8e, Luisenschule, Mülheim

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