Tiere

Die Sprache der Giraffen

Giraffen können auf unterschiedliche Art und Weise kommunizieren.

Giraffen können auf unterschiedliche Art und Weise kommunizieren.

Foto: WAZ Fotopool

Duisburg.   Habt ihr euch schon einmal gefragt, ob und wie Giraffen sich untereinander verständigen? Clarissa Hansen hat sich im Duisburger-Zoo schlau gemacht.

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Warum macht die Giraffe so komische Mundbewegungen? Das fragen sich viele Besucher, wenn sie im Duisburger Zoo vor dem Giraffengehege stehen und sich den großen Giraffenbullen Kiringo ansehen. Man könnte meinen, er würde lachen oder mit offenem Mund kauen. Aber was hat es mit diesem lautlosen Gemurmel tatsächlich auf sich? Bei einem Gespräch mit einem Zoowärter kann man Erstaunliches erfahren.

Giraffen haben ihre eigene Sprache

Kiringo wurde 1999 im Duisburger-Zoo geboren und kenne seit jeher die täglich hereinschauenden Menschen. Daher komme er auch sehr nah an den Zaun heran, der die Tiere von den Besuchern trennt. Wenn er seine haarigen Lippen so seltsam bewege, sei es also tatsächlich ein Versuch, mit seinen Betrachtern zu kommunizieren. Aber was er uns mitteilen wolle, werden wir wohl nie erfahren.

Giraffen haben ihre eigene Sprache. Aber warum scheinen Giraffen für uns stumm zu sein? Es sind manchmal nur Grunzgeräusche die wir vernehmen. Aber wie können Giraffen verstehen, was jemand von ihnen will? Und sind sie tatsächlich stumm, wie von vielen Unwissenden behauptet wird? Kiringo merke, wenn Zoowärter oder Besucher mit ihm reden. Wahrscheinlich sei seine Neugier viel zu groß, um das ignorieren zu können. Aber man wisse nicht, ob er uns auch versteht.

Laute helfen Giraffen in der Savanne zu überleben

Untereinander kommunizieren die Tiere, indem sie Infraschall-Laute ausstoßen, die unter 16 Hertz liegen und somit so tief sind, dass wir sie nicht hören können. Andere Giraffen allerdings können sie noch auf mehrere dutzend Kilometer wahrnehmen.

Diese Methode sei in der Savanne ein großer Vorteil, da der Schall durch Luft und Erde übertragen werde, so dass Giraffen besonders bei Beunruhigung und in Gefahrensituationen auf diese Weise kommunizieren. So könne sie auch sonst keiner hören. Wenn sie allerdings ganz laut oder hoch rufen würden, was jedoch für sie nicht möglich sei, könnten wir eine Vibration im Bauch spüren. Also, Giraffen sind nicht stumm.

,,Beim Jungtier ist manchmal, je nach Erregungszustand, ein leises Blöken oder ein lauteres Brüllen, das dem einer Kuh ähnelt, zu hören“, so Theodor Haltenorth, ein deutscher Zoologe, der 1981 verstarb. Er beschrieb es auch als ,,Fiepmuhen“, wenn sich ein Giraffenkalb alleingelassen fühle. Erwachsene Giraffen könne man brummen, grunzen, brüllen, blöken, flöten, kurz husten oder schnauben hören.

Weitere Tiere, die diese Frequenz nutzen, seien Blauwale und Elefanten. Vom anderen Ende der Skala kenne man die Fledermaus mit ihrem für uns zu hohen Ultraschall.

Giraffen kommunizieren auch verbal

Auch durch ihr Verhalten kommunizieren Giraffen miteinander. Die Haltung des Halses und Schwanzes und deren Bewegungen seien dabei bedeutend. Wenn Giraffen liebevoll ihre Hälse aneinander reiben, nennt man es ,,Necking“. Wenn sie sich mit ihren Hörnern schlagen, wie es besonders bei Bullen vorkommt, heißt es, dass sie oftmals um ein Weibchen kämpfen würden.

Duftstoffe spielen auch eine Rolle. Wenn die Bullen etwas von den Weibchen wollen, kann man das auch als Mensch direkt erkennen, da sie am Hinterleib der Giraffenkuh herumschnüffeln, um zu erkennen ob sie sich paaren können. Letzteres kann man sogar im Zoo sehen, wenn Kiringo hinter den Giraffenweibchen herläuft. Auch das Reiben oder Legen des Kopfes an den weiblichen Rücken bedeutet, dass die Bullen die Kuh zur Paarung auffordern oder sogar überreden wollen.

Wenn die Giraffen im Duisburger-Zoo also mit ihrem Schwanz wedeln, fröhlich umhertraben, hinter den Mädchen herlaufen, mit den Hufen scharren oder eben ihre Lippen auf seltsame Weise bewegen, kann uns das etwas sagen: sie sind fröhlich, nervös, gelangweilt, auffordernd, einsam oder einfach nur redebedürftig. Vielleicht könnt ihr ja jetzt mal genauer hinsehen und versuchen zu verstehen, was die Giraffen sagen wollen. Und immer daran denken: Kiringo redet gerne mit seinen Besuchern, seine Besucher könnten ja auch mal mit ihm reden.

MediaCampus Reporterin Clarissa Hansen, Klasse 8e, Steinbart-Gymnasium, Duisburg

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