Karl-May-Festspiele

Die Pferde sind in Elspe die Stars

Action, Schüsse und jede Menge Pferde: Bei den Karl-May-Festspielen kämpfen Winnetou und Old Shatterhand ab Juni wieder für das Gute.

Action, Schüsse und jede Menge Pferde: Bei den Karl-May-Festspielen kämpfen Winnetou und Old Shatterhand ab Juni wieder für das Gute.

Foto: Michael Kunz

Lennestadt.   Enya Klement und Pia Gehle schauten sich mit dem Pyrotechniker Marco Kühne auf dem Festivalgelände um.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es ist still. Als wir das Gelände betreten, ist es wie ausgestorben. Auf dem Weg zum Pferdestall begegnet uns keine Menschenseele. Saloon und Drugstore liefern das Western-Feeling, aber trotzdem nicht so, wie man es im Sommer kennt. Marco Kühne begrüßt uns und teilt uns mit, dass wir leider keine Feuereinheit mit Pferd sehen können.

Marco arbeitet seit 1976 als Stunt-Koordinator und Pyrotechniker beim Elspe Festival. Mit diesem Job ist er unter anderem auch für die Explosionen auf der Bühne zuständig und für das Training mit Pferden und Feuer. Denn Feuer und Explosionen spielen bei den Inszenierungen eine sehr wichtige Rolle, damit Karl Mays Geschichten zum Leben erweckt werden können.

Wir gehen zum neuen Pferdestall, der im März 2015 gebaut wurde, und füttern die Pferde. Er erzählt uns einiges über die Pferde und zeigt uns Jolly Jumper, das weiße Pferd, mit dem er die Feuereinheiten macht. Marco kann sich brennend auf Jolly setzen, während der Schimmel das ganz gelassen mitmacht. Nebenbei zeigt er uns auch seinen Schimmel Carliko. Vor neun Jahren brachte er Carliko aus Ungarn mit und dieser gewöhnte sich recht schnell an die Situationen auf der Bühne. Dies ist nicht selbstverständlich. Einge Pferde brauchen nur zwei bis drei Wochen um sich an Schüsse, Explosionen und die laute Musik zu gewöhnen. Andere brauchen zwei bis drei Monate. Dazu werden die Pferde teilweise während der Proben hinter die Bühne gestellt. Die Pferde müssen sich an die ca. 4000 Zuschauer gewöhnen.

Marco Kühne erläutert die Kriterien, nach denen die Pferde ausgesucht werden. Sie dürfen nur ein Stockmaß von 1,60m - 1,65m haben, da sie sonst zu massig wirken und kleine Pferde auf der Bühne schneller aussehen. Indianerpferde sollten am besten gescheckt sein wie Pintos, also spielt die Farbe eine Rolle. Bei den Gangsterpferden allerdings ist die Farbe ziemlich egal. Besonders schwer wird aber die Suche nach den Pferden von Winnetou und Old Shatterhand, denn sie müssen beide schwarz sein und allen Ansprüchen gerecht werden. Am liebsten werden ältere Pferde genommen, da sie mehr Erfahrung haben und leichter zu trainieren sind als jüngere. Momentan besitzt das Elspe Festival 35 Pferde.

Nach der Fütterung gehen wir zu dem anderen Stall, wo unter anderem auch Tibor und Juan Carlos, die Pferde von Winnetou (Jean-Marc Birkholz) und Old Shatterhand (Kai Noll), stehen. Nach dem Besuch gehen wir zum Winnetou-Hügel. Dort sehen wir uns an, was die Pferde für eine Leistung erbringen, wenn sie den sehr steilen Hügel runterreiten oder auch hochreiten müssen. Den Pferden macht das nichts und bis jetzt weigerte sich noch keins den Hügel runterzureiten. Marco erzählt auch, während wir über die Bühne gehen, dass während jeder Vorstellung die Reiter zum größten Teil hinter der Bühne auf den nächsten Auftritt warten müssen. Falls aber ein Pferd für eine Szene nicht gebraucht wird, wird es an einen Pferdehalter abgegeben. Dieser bringt das Pferd zum nächsten Auftrittsplatz. Bei jeder Vorstellung kommen etwa 15 Pferdehalter zum Einsatz. Nun muss Marco Kühne gehen, um sich für die anstehende Dinnershow vorzubereiten. Es ist wieder still und die Western-Stadt wirkt verlassen und einsam.

Die Karl-May-Festspiele starten wieder mit „Im Tal des Todes“ am 25. Juni 2016.

Enya Klement, Pia Gehle

Klasse: 8b, Gymnasium Lennestadt, Lennestadt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben