Zirkus

Artisten arbeiten rund um die Uhr

Bottrop.   Artist zu sein ist viel anstrengender als viele glauben. MC-Reporterin Lina Pricking schildert den stressigen Alltag in einem Zirkus.

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Viele Menschen denken, Zirkus-Artist zu sein, ist einfach. Diese Personen haben oftmals eine falsche Vorstellung von dem Beruf. In Wirklichkeit hat der Artist einen anstrengenden Alltag. Meiner Meinung nach, sind Artisten, also Künstler, wesentlich mehr belastet als viele andere Berufstätige.

Ein kleines Beispiel aus dem Alltag eines Artisten von einem „Mit-Mach-Zirkus“ zur Verdeutlichung des stressigen Alltags: Aufgestanden wird an einem normalen „Proben-Tag“ spätestens um 7.30 Uhr, ab 8.30 Uhr werden die Geräte aufgebaut und alles wird startklar gemacht. Wenn der Zirkus seine Pforten öffnet, also, wenn die Kinder um 10.00 Uhr in den Zirkus kommen, ist künstlerische Arbeit angesagt – bis 12.00 Uhr.

Danach gibt es eine zweistündige Mittagspause. In dieser Zeit haben die Artisten Zeit, sich um ihre Kinder, den Haushalt und sonstige Dinge zu kümmern, die noch anstehen.

Trotzdem müssen sie nebenbei immer auch Ansprechpartner sein, Zuckerwatte drehen oder Popcorn verkaufen. Gegen 14.00 Uhr geht es weiter. Auf dem Programm steht dann: Training. Genauer: Kindertraining. Die älteren Künstler üben mit den jungen Talenten. Dies dauert in der Regel zwei Stunden.

Dann geht es an die eigene Show. Es werden sich Choreographien ausgedacht, Kostüme genäht oder Musik ausgesucht. Das sind wichtige Vorbereitungen für die Show, die wöchentlich stattfindet.

Ab spätestens 21.00 Uhr heißt es dann: eigenes Training. Die Artisten der Zirkus-Familie trainieren für ihre Shows und halten sich somit fit. Das Training kann schon mal bis 23.00 oder 24.00 Uhr dauern.

Allerdings ist der Zirkusalltag meist alles andere als planbar oder vorhersagbar. Es gibt immer spontane Zwischenfälle. Reparaturen zählen dazu wie nicht funktionierende Lichterketten oder Maschinen. Diese müssen dann schnellstens ausgetauscht werden, damit sie für die Show wieder funktionstüchtig sind.

Tiere füttern, Plakatieren, also Werbung machen, oder die Instandhaltung der Maschinen, wie die Popcorn- oder Zuckerwatte-Maschinen säubern, all das, kann nur in den Pausen oder sogar nach den Abend-Proben erledigen werden.

Den Haushalt machen, waschen oder putzen wird gerne spät abends oder nachts erledigt. Manchmal ist abends auch noch etwas Gelegenheit, Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Bis 2.00 oder 3.00 Uhr nachts noch zu arbeiten, ist aber für Zirkusartisten nichts Ungewöhnliches.

Aber trotz des ganzen Stresses bleiben die „Zirkus-Leute“ fröhlich und lächeln. Sie sind immer da, wenn man sie um Hilfe bittet und sind immer gut drauf. Dies verdient meiner Meinung nach größten Respekt und man sollte es definitiv ernst nehmen und nicht „Zirkus-Leute“ per se als Gauner oder „fahrendes Volk“ abtun.

MC-Reporterin Lina Pricking, Klasse 8c, Heinrich-Heine-Gymnasium, Bottrop

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