Interview

„Am liebsten fliege ich nach Düsseldorf!“

Lufthansa-Pilot Philipp Cluse in seinem Cockpit.

Lufthansa-Pilot Philipp Cluse in seinem Cockpit.

Foto: Patrick Kuschfeld

Bochum.   Im Interview mit MC-Reporter Seyit Duman erzählt Lufthansa-Pilot Philipp Cluse von seinem spannenden Beruf

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Der Traum vom Fliegen. Nur für wenige wird er Wirklichkeit. In MediaCampus spricht Lufthansa-Pilot Philipp Cluse (29) über seinen Job und die Ausbildung zum professionellen Flieger. Zurzeit ist er Co-Pilot eines Airbus A320.

Warum wollten Sie Pilot werden?

Philipp Cluse: „Ich war schon immer vom Fliegen fasziniert. Als Kind von der Größe der Flugzeuge und je älter ich wurde, desto mehr interessierte mich die Technik.“

Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf?

„Es ist ein sehr abwechslungsreicher Beruf, bei dem nie Routine aufkommt. Man lernt viele verschiedene Orte kennen und viele verschiedene Menschen, da man immer wieder mit anderen Crews zusammenarbeitet.“

Wie sieht die Ausbildung zum Piloten aus?

„Sie besteht aus einem theoretischen Teil, der ungefähr ein Jahr dauert und einem fliegerischen Teil, der noch mal ungefähr ein Jahr in Anspruch nimmt. Zuerst wird man auf einem kleinen Propellerflugzeug geschult, dann in einem mittelgroßen Geschäftsreiseflugzeug und dann geht es in den Simulator, in dem man auf ein Linienflugzeug geschult wird. Die Ausbildungsstandorte der Lufthansa sind in Bremen und in Phoenix in den USA.“

Was ist der Unterschied zwischen dem Kapitän und dem Co-Pilot?

„Die Tätigkeit beim Fliegen unterscheidet sich kaum. Jedoch hat der Kapitän die Entscheidungsgewalt an Bord. Mit dem Fliegen wechseln wir uns immer ab: ein Pilot fliegt, der andere funkt. Ansonsten sind alle Aufgaben und Handgriffe streng geregelt. So weiß jeder genau was er wann zu tun hat und kann sich auch auf die Handlungen des Anderen verlassen und diese nachvollziehen.“

Wie hoch ist Ihre Verantwortung, wenn Sie fliegen?

„Ich bin mir immer bewusst, dass alle Entscheidungen, die wir im Cockpit treffen, alle Passagiere an Bord betreffen.“

Wie sieht Ihr Arbeitstag normalerweise aus?

Man hat auf der Kurzstrecke zwei bis fünf Flüge an einem Tag. Jeder einzelne Flug wird gewissenhaft vorbereitet: Man macht sich mit den Flughäfen vertraut, bespricht technische Besonderheiten und schaut sich natürlich das Wetter genau an.

Was war bisher das größte Flugzeug, das Sie geflogen sind?

Ich fliege Airbus A319, A320, A321. Der A321 ist das Größte von diesen dreien mit circa 200 Sitzplätzen.

Was ist das Außergewöhnlichste, das sie während eines Fluges erlebt haben?

Indem wir uns im Cockpit auf jeden Flug immer wieder neu und intensiv vorbereiten, tun wir alles, um während des Flugs gerade keine großen Überraschungen zu erleben. Außergewöhnlich ist aber auf jeden Fall die Aussicht von unserem Arbeitsplatz. Da bekommt man ganz neue Perspektiven.

Stimmt es, dass man als Pilot viel mehr von der Welt sieht?

Als Pilot übernachtet man in vielen verschiedenen Städten dieser Welt und es gibt immer wieder Gelegenheit, sich diese Städte auch anzusehen und kennenzulernen. Doch es gibt auch Tage, an denen man kaum Zeit dafür hat.

Haben Sie eine Lieblingsroute? Und wenn ja, warum gerade diese?

Am liebsten fliege ich nach Düsseldorf. Im Anflug geht es über meine Heimatstadt Hagen und über das gesamte Ruhrgebiet.



MC-Reporter Seyit Duman, Klasse 8a, Hellweg-Schule, Bochum

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