Reise

24 Stunden in der Stadt der Dichter

MC-Reporterin Shirin flog von Düsseldorf nach Schiras.

MC-Reporterin Shirin flog von Düsseldorf nach Schiras.

Foto: dpa

Bochum/Schiras.   Shirin Banihashemi hat für einen Tag ihre zweite Heimat Schiras besucht. Was es in der Stadt der Dichter zu sehen gibt, erfahrt ihr hier.

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Die Stadt, aus der meine Vorfahren stammen und der Geburtsort meiner Eltern. Außerdem ist sie meine zweite Heimat: Schiras ist eine Stadt im Süden des Irans und gehört mit 1,5 Millionen Einwohnern zu den größten Städten des Landes. Sie ist bei Touristen ein sehr beliebter Ort, weil Schiras vor mehr als 2500 Jahren das Land der altpersischen Könige war und somit viele Sehenswürdigkeiten hat.

Es ist halb acht. Ich sitze im Flieger von Düsseldorf nach Schiras und bin kurz vor der Landung. Ich nehme mir meinen Schal aus der Tasche und lege diesen als „Kopftuch“ über meine Haare. Nach etwa zehn Minuten, steige ich aus dem Flieger und kann es kaum erwarten meine Familie wieder zu sehen. Mein großer Cousin Navid schlägt vor, mir die Stadt zu zeigen, damit ich mehr über meine zweite Heimat erfahre.

Das Grabmal von Hafis

Ich kann es kaum erwarten zum Grabmal des berühmten persischen Dichters Hafis zu fahren. Wer war dieser Dichter, von dem Johann Wolfgang von Goethe begeistert war? In einem Gedicht schreibt Goethe über Hafis : „Und mag die ganze Welt versinken, Hafis mit dir, mit dir allein will ich wetteifern.“

Um halb zehn steige ich mit Navid in sein Auto und wir fahren durch die vollen, lauten Straßen, die voller Palmen sind, zu Hafis‘ Grab. Als wir ankommen, fallen mir als erstes die vielen europäischen Touristen, aber auch viele iranische Jugendliche und Pärchen auf, die in den Rosengärten spazieren. Ich lerne, dass Hafis einer der wichtigstes Dichter des Landes war und von 1315-1390 gelebt hat. In der Mitte des sehr schönen Parks befindet sich ein Pavillon mit einer großen Kuppel. Darunter sieht man den Grabstein des Dichters. Viele Menschen setzten sich in den Park und lesen seine Gedichte oder sagen sie sogar auswendig auf. Hafis hat viel über die Liebe geschrieben aber auch über viele andere Themen des Lebens.

Ein Ausflug zum Weltkulturerbe

In einer Ecke des Parks befindet sich ein kleines Teehaus und eine kleine Bibliothek, wo man die Gedichte von Hafis kaufen kann. Während ich im Schatten einen Tee trinke und die Menschen beobachte, plant Navid schon, wo wir als nächstes hinfahren könnten. Er sagt mir, es gäbe noch ein anderes Grabmal eines ebenso bekannten altpersischen Dichters, namens Saadi. Ich sage ihm, dass ich Saadi das nächste Mal besuche, wenn ich in Schiras bin. Es gibt nämlich eine Sehenswürdigkeit, die ich noch nie gesehen habe, obwohl sie zum UNESCO-Welterbe gehört. Ein Ort, der Touristen von überall aus der Welt anzieht und begeistert: Persepolis.

Gegen Vormittag kommen wir in Persepolis an, die Sonne strahlt, aber da momentan Frühling ist, ist es nicht zu heiß. Der Ort befindet sich ungefähr eine Stunde mit dem Auto von Schiras entfernt. Man sollte für die Besichtigung mehrere Stunden einplanen. Jetzt stehe ich vor dieser Stadt, die im Jahr 518 v. Chr. vom Perserkönig Darius I. gegründet wurde und zur Hauptstadt des persischen Reichs ernannt wurde. Der Reiseleiter erzählt uns, dass Handwerker aus sehr weit liegenden damaligen Orten wie Babylon und Ägypten hierher kamen, um die Stadt zu bauen. Auf einer riesigen Fläche befinden sich Palastruinen der alten persischen Könige Kyrus, Xerxes und Darius mit riesigen Säulen und Statuen mit Tiermotiven, die alle eine bestimmte Bedeutung haben. Die Stadt wurde um 330 v. Ch. durch Alexander den Großen zerstört. Der Ausflug nach Persepolis endet mit einem Ritt auf einem Kamel. Dieser Ausflug ist für mich etwas sehr Besonderes und beeindruckt mich sehr.

Wie in 1001 Nacht

Am frühen Abend kommen wir im Basar von Schiras an. Hier fühle ich mich wie in „Tausendundeine Nacht“. Ich sehe bunte Tücher und ganz viele bunte Perserteppiche. Es riecht nach verschiedenen Gewürzen wie Safran, das Hauptgewürz im Iran. Der Basar ist ein sehr schönes Gebäude mit halbrunder Decke und an der Decke sieht man viele Verzierungen. Im Basar gibt es auch einige Stände, wo man typisch persische Speisen und Getränke kaufen kann. Navid kauft mir „Abhavich bastani“. Das ist ein typisch persischer Milkshake, der aus Möhrensaft und Vanilleeis besteht. Hört sich im ersten Moment nicht geschmackvoll an, schmeckt aber unheimlich gut.

Bevor mein Tag in Schiras endet, beschließen wir in die Innenstadt von Shiras zu fahren. Es ist viel moderner als ich es mir vorgestellt habe. Ich sehe einige Frauen mit einem sogenannten „Tshador“, ein Umhang, welcher Haare und Körper bedeckt, jedoch sehe ich auch zahlreiche junge Frauen, die westlich gekleidet sind. Diese tragen enge Kleidung und bunte Tücher, die die blondierten Haare nur halb bedecken.

Ich kann nur sagen, dass Schiras eine wirklich kulturelle Stadt mit vielen alten Sehenswürdigkeiten ist, aber auch eine moderne Stadt, die perfekt zum Ausgehen für junge Menschen geeignet ist.

MC-Reporterin Shirin Banihashemi, Klasse 8c, Schiller-Schule, Bochum

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