- Siemens Energy und Rolls-Royce SMR haben eine exklusive Partnerschaft zur Entwicklung von modularen Kernkraftwerken geschlossen, wobei Siemens Energy als alleiniger Lieferant für den nicht-nuklearen Teil des Kraftwerks fungieren soll.
- Die von Rolls-Royce entwickelten Mini-Kernkraftwerke sollen kompakter, sicherer und kosteneffizienter als herkömmliche Kernkraftwerke sein und eine elektrische Leistung von bis zu 470 Megawatt erreichen, genug für 1,1 Millionen Haushalte.
- Siemens Energy sieht in der Partnerschaft mit Rolls-Royce ein zukunftsträchtiges Geschäftsfeld, da kleine modulare Reaktoren eine Schlüsselrolle in der weltweiten Renaissance der Nuklearenergie spielen könnten.
Siemens Energy und der britische Kraftwerksbauer Rolls-Royce SMR wollen in Zukunft eng bei der Entwicklung von Mini-Atomkraftwerken zusammenarbeiten.
Beide Unternehmen haben jüngst eine Vereinbarung geschlossen, die die Grundlagen jener exklusiven Partnerschaft zur Entwicklung von modularen Kernkraftwerke festlegt. Ziel ist es, dass Siemens Energy alleiniger Lieferant für die „Turbine Island“ wird und damit für den nicht-nuklearen Teil des Kraftwerks. Das umfasst Dampfturbinen, Generatoren und weitere Hilfssysteme für die geplanten modularen Kernkraftwerke der Generation 3+ des britischen Herstellers. Der endgültige Kooperationsvertrag mit allen Details soll bis Ende des Jahres ausgearbeitet sein.
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Siemens Energy und Rolls-Royce: Erste Projekte in den 2030er-Jahren denkbar
Die von Rolls-Royce entwickelten „Small Modular Reactors“ (SMR) sieht Siemens Energy als „vielversprechende Technologie für die Zukunft der Kernenergie und als Garant für das Gelingen der Energiewende“. Sie seien kompakter, sicherer und kosteneffizienter als herkömmliche Kernkraftwerke. Rolls-Royce SMR entwickelt derzeit ein solches „Mini-Atomkraftwerk“, das dank seiner standardisierten, modularen Bauweise deutlich schneller in Betrieb gehen können soll als konventionelle Bauweisen. Etwa ist denkbar, dass die Mini-Reaktoren in einer Fabrik vorgefertigt werden und anschließend am Standort des Kraftwerks nur noch installiert werden müssen.
Die Druckwasserreaktoren von Rolls-Royce SMR sollen eine elektrische Leistung von bis zu 470 Megawatt erreichen. Das reicht laut Siemens Energy aus, um rund 1,1 Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen.
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Siemens Energy ist seit Jahrzehnten als Lieferant und Service-Dienstleister für Komponenten der „Turbine Island“ tätig. Die Produkte, die Siemens Energy für Kernkraftwerke anbietet, umfassen Dampfturbinen und Generatoren mit Leistungen zwischen 20 und 1900 Megawatt sowie betriebliche Leittechnik und Kontrollsysteme. Turbinen für mögliche gemeinsame Projekte mit Rolls-Royce kämen auch aus dem Werk in Mülheim. Bislang aber ist nur eine Partnerschaft vereinbart. Aufträge und Projekte könnten in den 2030er-Jahren Realität werden, so eine Sprecherin von Siemens Energy.
Vorstand von Siemens Energy zur Kernkraft: „Wir erleben derzeit eine weltweite Renaissance“
„Wir erleben derzeit eine weltweite Renaissance der Nuklearenergie. Zahlreiche Länder setzen auf Nukleartechnik, um emissionsfreien Strom zu produzieren“, sieht Karim Amin, Mitglied des Vorstands von Siemens Energy, in der Partnerschaft mit Rolls-Royce ein zukunftsträchtiges Geschäftsfeld. Kleinen modularen Reaktoren komme eine Schlüsselrolle zu.
Siemens Energy bringe dafür eine jahrzehntelange Erfahrung im Bereich konventioneller Ausrüstung mit, während Rolls-Royce über die notwendigen Kompetenzen im Nuklearbereich verfüge. „Diese perfekte Symbiose ermöglicht es uns, gemeinsam die Zukunft der Energieversorgung zu gestalten“, so Amin.