150 Jahre alt wird Gelsenkirchen in diesem Jahr, genau gesagt: Vor 150 Jahren, also 1875, wurden der Stadt die Stadtrechte verliehen. Aus diesem Anlass bietet Gelsenkirchen- und Schalke-Erklärer Olivier Kruschinski am kommenden Samstag, 10 Uhr, eine ganz besondere Wandertour an: Einmal rund um das Gebiet, das 1875 die Stadt Gelsenkirchen darstellte. „Da wird es die eine oder andere Überraschung geben“, kündigte Kruschinski an.

„Die Stadt feiert Geburtstag – und irgendwie scheint es niemand so richtig mitzubekommen“, sagt Kruschinksi zu den Gründen, die ihn dazu bewegt haben, die Tour anzubieten. Seine Idee: Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu vermitteln, was „Gelsenkirchen“ damals, im Jahr 1875, eigentlich bedeutet hat. Soviel verrät er schon: „Die Stadt war erheblich kleiner als heute: Die Gesamtfläche damals betrug nur etwa drei Prozent von dem, was heute Gelsenkirchen ausmacht.“

So klein war Gelsenkirchen im Jahr 1875

Karte von Alt-Gelsenkirchen
Die Karte zeigt, wie klein das Gelsenkirchen von 1875 im Vergleich zu heute war. © Mythos Schalke | Olivier Kruschinski

In Zahlen: Heute umfasst Gelsenkirchen eine Fläche von etwa 104 Quadratkilometern – 1875 waren es gerade einmal 2,67 Quadratkilometer. „Das entspricht etwa den beiden heutigen Stadtteilen Altstadt und Neustadt“, sagt Kruschinski. Bezirke wie Schalke, Ückendorf, Bulmke-Hüllen oder Rotthausen gehörten damals noch gar nicht dazu und wurden erst später eingemeindet. „Der Plan für Samstag ist, einmal an den Grenzen des ursprünglichen Gelsenkirchen entlangzulaufen“, sagt Olivier Kruschinski. Das seien etwa elf Kilometer: „Dafür reicht die normale Büro-Kondition“, sagt er augenzwinkernd.

Die Strecke, die Kruschinski ausgesucht hat, entspricht ziemlich genau dem Verlauf der alten Stadtgrenzen von damals – „natürlich gibt es einige Stellen, die inzwischen zugebaut sind“, sagt er, „aber das sind eher die Ausnahmen.“ Im Gegensatz zu den „Mythos-Touren“, die Olivier Kruschinski sonst anbietet, gehe es am Samstag weniger darum, besondere Sehenswürdigkeiten auf der Strecke anzulaufen. „Der Reiz liegt eher darin, sich einmal den riesigen Unterschied zwischen dem Gelsenkirchen von damals und dem von heute vor Augen zu führen“, sagt er. Und natürlich erfahren die Teilnehmer jede Menge Wissenswertes über Stadt und Leute.

Die Teilnahme ist kostenlos: Wer am Samstag um 10 Uhr mitlaufen möchte, schreibt eine E-Mail an oli4@mythos1904.de – dort gibt Kruschinski auch den Startort der Tour bekannt.