Ein Jahrgang (fast) ohne Mottowoche, Abistreich und feierliche Zeugnisvergabe – das klingt fast unvorstellbar. Doch genau das erwartet die Schüler der Gymnasien in Gelsenkirchen im Jahr 2026. Der folgende Jahrgang benötigt nämlich wieder ein Jahr länger, um das Abi abzulegen.
Wie auch in anderen Städten Nordrhein-Westfalens, ist dies eine direkte Folge der Umstellung von G8 auf G9. Weil unter den Schülern aus den G8-Jahrgängen jedoch welche dabei sind, die in ihrer Schullaufbahn ein Jahr wiederholt haben, muss auch für sie im Frühjahr 2026 eine Abiturprüfung angeboten werden.
Deshalb wurden schon vor Jahren sogenannte „Bündelungsgymnasien“ bestimmt, die die Wiederholer auffangen. Während in Essen mehrere Gymnasien als zentrale Anlaufstelle für Wiederholer fungieren, gibt es in Gelsenkirchen nur ein einziges „Bündelungsgymnasium“: das Ricarda-Huch-Gymnasium.
Gelsenkirchener Gymnasiasten müssen 2026 auf große Feierlichkeiten verzichten
Aktuell ist die Qualifikationsphase 1 an diesem Gymnasium mit 26 Schülern vergleichsweise klein. Hinzu kommen im nächsten Schuljahr diejenigen, die das Abitur nicht bestanden haben oder nicht zur Prüfung zugelassen wurden – genaue Zahlen oder Prognosen dazu gibt es jedoch noch nicht. Die Q1 ist das erste Jahr, in dem die Noten bereits für das Abitur zählen und der Beginn der zweijährigen Qualifikationsphase (Q1 und Q2).
Auch wenn die Schülerzahl also sicher noch wächst, existiert formal im Jahr 2026 somit kein regulärer Abiturjahrgang. Sieben Gymnasien gibt es insgesamt in der Stadt. Neben dem Ricarda-Huch-Gymnasium verfügt auch das Schalker Gymnasium aktuell über eine Q1 (49 Schüler), weil die Schule fortwährend bei G9 geblieben ist und nie auf G8 umgestellt wurde. Das bestätigte die Pressestelle der Bezirksregierung Münster auf Nachfrage dieser Redaktion.
Während an den Gymnasien die Lücke spürbar ist, läuft an den Gesamtschulen alles wie üblich. In Gelsenkirchen gibt es sechs Gesamtschulen, darunter die Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck sowie fünf städtische Gesamtschulen. An diesen Schulen findet das Abitur 2026 regulär statt, weil hier traditionell die Prüfungen nach 13 Jahren abgelegt werden. G8 hat es dort nicht gegeben.