Als sich die Ergebnisse der Oberbürgermeister- und Ratswahl in Duisburg immer deutlicher abzeichneten, gab es vor allem bei der SPD und der AfD im Rathaus zufriedene Gesichter. Die Sozialdemokraten stellten sich vor der Stichwahl geschlossen hinter OB Sören Link.
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Mahmut Özdemir sagte am Sonntagabend: „Wir freuen uns, nehmen das Ergebnis mit Respekt und Demut entgegen.“ Gleichzeitig mahnte er aber auch mit Blick auf die Kräfteverhältnisse: „Das Erstarken der Rechten kann und darf uns nicht kaltlassen.“ In Richtung AfD zielt seine Kampfansage für die Stichwahl zum Oberbürgermeister: „Beim nächsten Mal werden wir die Mehrheit haben.“
Kommunalwahl in Duisburg: AfD sieht Erwartungen „übertroffen“
Alan Imamura, Fraktionschef der AfD, sah für sein Lager ebenfalls ein positives Resultat: „Ich bin sehr zufrieden. Das Ergebnis übertrifft meine Erwartungen. Das Ergebnis der OB-Wahl war im Vorfeld sehr schwierig einzuschätzen.“
Duisburgs CDU-Vorsitzende Petra Vogt äußert sich „sehr enttäuscht über unser Duisburger Ergebnis. Als Juniorpartner der SPD im Rat ist es uns offenbar nicht ausreichend gelungen, unsere Verdienste bei den Dingen deutlich zu machen, die wir gemeinsam erreicht haben. Es wird unsere Aufgabe sein, die CDU-Handschrift künftig deutlicher herauszustellen.“ Das sei Aufgabe vor Ort, „ich glaube nicht, dass die Bundespolitik eine große Rolle gespielt hat“. Vogt zeigt sich als faire Verliererin: „Wir gratulieren der SPD als Wahlsieger.“
Enttäuschung bei den Grünen und den Linken
Erkan Kocalar vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kennt knappe Ergebnisse. Bei der Europawahl im letzten Jahr hat er den Einzug ins EU-Parlament knapp verpasst. Dem BSW fehlten bei der Bundestagswahl auch nur wenige Stimmen. Jetzt tritt er gegen seine ehemaligen Kollegen in Duisburg an. „Wir sind aber keine Linken 2.0, wir haben mit unserem Fokus auf Arbeitsmarktpolitik und Infrastruktur einen ganz anderen Fokus. Aber egal, wie es ausgeht, so geht Politik, die Ergebnisse am Ende muss man akzeptieren.“
Oliver Alefs von der FDP bezieht das schwache Abschneiden seiner Partei auf den Bundestrend: „In Duisburg bleiben wir wohl wie in den letzten Jahrzehnten 1,5 bis 2 Prozent hinter dem Bundesergebnis, der Trend hat sich wieder bestätigt.“
Enttäuscht ist Herbert Fürmann von der Linken. „Ich hatte mit mehr gerechnet, hatte eher auf acht Prozent gesetzt.“ Im Rat geht er von einer Fortsetzung der GroKo aus SPD und CDU aus: „Es wird wahrscheinlich knapp für Schwarz-Rot reichen, leider.“ Was ihn fast noch mehr umtreibt als das Ergebnis der Linken: „Der blaue Balken gefällt mir gar nicht.“ Für manche Bezirksvertretung rechnet er in Zukunft mit mehr AfD-Einfluss: „Ich sehe schwarz, wie auf Bezirksebene rechte stellvertretende Bezirksbürgermeister verhindert werden können.“