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Kommunalwahl 2025
Keine AfD-Welle in Duisburg – SPD gewinnt fast alle Direktmandate
Duisburg.Oberbürgermeister Link gewinnt klar, muss aber in die Stichwahl gegen AfD-Kandidat Groß. Debakel für die CDU und ihre Kandidatin. SPD stabil. Blog.
In Duisburg durften heute 351.440 Menschen bei der Kommunalwahl ihre Stimme abgeben. Es wird ein spannender Wahltag: Denn erstmals seit 2017 wählen die Duisburgerinnen und Duisburger auch wieder den Oberbürgermeister beziehungsweise die Oberbürgermeisterin. Die neuesten Entwicklungen und Ergebnisse finden Sie in unserem Live-Blog:
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Kommunalwahl 2025 in Duisburg: Das Wichtigste auf einen Blick
Oberbürgermeister Sören Link (SPD) gewinnt OB-Wahl klar, muss aber in die Stichwahl.
Am 28. September tritt er gegen AfD-Mann Carsten Groß an.
SPD verteidigt Mehrheit im Rat, AfD löst CDU als zweitstärkste Kraft ab
SPD-Erfolg: Kandidierende gewinnen 34 von 37 Direktmandate
Duisburger Riesen-Rat wächst sogar auf 104 Mitglieder - GroKo verliert absolute Mehrheit
Diese Duisburger Kommunalwahlen bieten einige interessante Geschichten: Die AfD konnte in einer ihrer NRW-Hochburgen wie erwartet deutlich zulegen, ihr OB-Kandidat in die Stichwahl einziehen. Die SPD verbessert sich nach einem engagierten Wahlkampf gegen den Bundestrend sogar, verteidigt ihre Herzkammer. Auch ihr Oberbürgermeister Sören Link überzeugt mit 46 Prozent und wird AfD-Herausforderer Carsten Groß (19,71 %) in der Stichwahl am 28. September wohl keine Chance lassen. Aber das mit Abstand außergewöhnlichste Wahlergebnis in Duisburg – fährt die CDU ein. Ein Kommentar:
Die Wahlbeteiligung ist in Duisburg im Vergleich zu 2020 deutlich gestiegen: Von den 351.440 wahlberechtigten Duisburgerinnen und Duisburgern nutzten 48,31 Prozent ihr Stimmrecht. Damit bleibt die Beteiligung in Duisburg allerdings deutlich unterdurchschnittlich. Im NRW-Landesdurchschnitt machten nach ersten Prognosen etwa 58,5 Prozent der Berechtigten ihre Kreuzchen. Bei den Kommunalwahlen 2020 hatte Duisburg mit 39,15 Prozent die niedrigste Wahlbeteiligung in Nordrhein-Westfalen (NRW-Schnitt: 51,9 %), 2014 mit 40,45 Prozent ebenfalls (NRW: 50 %). Bei den Kommunalwahlen 2020 stand in Duisburg aber auch keine Oberbürgermeister-Wahl an, weshalb die Wahl für viele Menschen noch uninteressanter war.
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Philipp Wahl
Da Duisburgs neuer Rat über 90 Mitglieder hat, muss eine Fraktion mindestens fünf Mitglieder haben. Die schwarz-grüne Mehrheit im Landtag hatte in der Sitzung am 9. Juli nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit die Mindestgrößen angehoben. Obwohl Junges Duisburg sein Ergebnis verbessern konnte und nun einen Sitz mehr im neuen Rat, reicht es nicht für den Status einer eigenständigen Fraktion. Damit entgeht JUDU auch viel Geld, außerdem darf die Ratsgruppe keine Anträge mehr stellen. Es sei denn, JUDU bildet eine Fraktionsgemeinschaft. Denkbar wäre das mit der FDP (2 Sitze) oder mit der CDU (18 Sitze). JUDU könnte sogar als Zünglein an der Waage für Mehrheiten sorgen, sollten SPD und CDU weiter zusammenarbeiten wollen.
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Philipp Wahl
Die SPD hat auch ihre Mehrheiten in den sieben Bezirksvertretungen verteidigt, auch in den AfD-Hochburgen Meiderich/Beeck und Hamborn knapp. Hier kommen alle Duisburger Ergebnisse - Oberbürgermeister-Wahl, Ratswahl und Wahl der sieben Bezirksvertretungen - im Überblick.
Warum gehen in Marxloh so wenig Menschen wählen? Unsere Kollegin Tamara Tadsen hat vor dem Wahllokal an der Herbert-Grillo-Gesamtschule Antworten auf diese Frage gesucht.
Auch die Ratswahl ist komplett ausgezählt: Die SPD darf sich erneut über einen großen Erfolg ihrer Direktkandidatinnen und -kandidaten freuen. Diese haben 34 Direktmandaten errungen (von 37). AfD-Kandidaten liegen in nur zwei Kommunalwahlbezirken (Marxloh und Neumühl) vorn, die CDU holt nur ein Direktmandat, im südlichsten Zipfel der Stadt(Mündelheim/Hüttenheim-Süd/Ungelsheim).
Aufgrund dieses - wie 2020 - speziellen Wahlergebnisses mit vielen SPD-Direktmandaten wächst der Duisburger Rat durch 30 Überhangmandate und Ausgleichsmandate von 74 auf 104 Mitglieder. SPD und CDU bekommen genau die Hälfte der 104 Sitze. Für die absolute Mehrheit müssten sich die beiden Parteien aber noch Unterstützung holen. Für die absolute Mehrheit würden schon die Stimmen von Junges Duisburg (4 Sitze) oder der FDP (2 Sitze) ausreichen:
Jetzt liegen alle 448 Meldungen aus den Wahllokalen zur OB-Wahl vor. Das Ergebnis:
Sören Link (SPD): 45,97 %
Carsten Groß (AfD): 19,71 %
Sylvia Linn (CDU): 14,54 %
Dr. Sebastian Ritter (Grüne): 6,33 %
Barbara Laakmann (Linke): 4,60 %
Ayhan Yildirim (DAL - WGD): 2,63 %
Oliver Beltermann (JUDU): 2,02 %
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Schroers, Martin
Hand in Hand mit seiner Frau betrat Sören Link den Ratssaal.
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Schroers, Martin
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Mahmut Özdemir empfängt Sören Link mit Applaus im Ratssaal. Özdemir erklärt: "Wir freuen uns, nehmen das Ergebnis mit Respekt und Demut entgegen. Wir lagen schon mal weiter vorn, aber gegen zehn Kandidaten ist das respektabel. Jetzt müssen wir in die Verlängerung. Das Erstarken der Rechten kann und darf uns nicht kaltlassen. Beim nächsten Mal werden wir die Mehrheit haben."
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Schroers, Martin
Alan Imamura, Fraktionschef der AfD, sagt zum Wahlergebnis: „Ich bin sehr zufrieden. Das Ergebnis übertrifft meine Erwartungen. Das Ergebnis der OB-Wahl war im Vorfeld sehr schwierig einzuschätzen.“
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Philipp Wahl
Es ist quasi entschieden: Oberbürgermeister Sören Link gewinnt die OB-Wahl mit großem Vorsprung, muss aber in die Stichwahl - gegen den AfD-Kandidaten Carsten Groß. CDU-Kandidatin Sylvia Linn erlebt wie ihr Kreisverband ein Debakel. Der aktuelle Zwischenstand (436 von 448 Stimmen ausgezählt): Sören Link (SPD): 45,99 %; Carsten Groß (AfD): 19,78 %; Sylvia Linn (CDU): 14,48 %.
Sören Link betritt um 19.40 Uhr den Ratssaal mit seiner Ehefrau Stefanie und wird mit Applaus von seinen Genossinnen und Genossen gefeiert. Der Amtsinhaber weiß jetzt: Er wird mit deutlichem Vorsprung gewinnen, aber es kommt zur Stichwahl gegen den AfD-Kandidaten Carsten Groß. "Ich freue mich über ein starkes Ergebnis", sagt Link, "wenngleich ich mir ein paar Prozent mehr gewünscht hätte."
Der OB kündigt an, er werde "alles geben für diese Stadt, sich die Hacken ablaufen und dafür sorgen, dass Duisburg offen, vielfältig und demokratisch bleibt und die Demokratiefeinde hier keine Chance haben. Wir haben in den letzten Jahren viele Duisburger erreicht, Duisburg ist auf einem guten Weg, und ich habe die feste Absicht, die Duisburgerinnen und Duisburger in den nächsten zwei Wochen davon zu überzeugen, dass das am besten auch mit mir so weiter weiter geht. Glück auf zusammen!" Nach erneutem Beifall sagt Link: "Populismus und platte Sprüche haben nicht gereicht - und das ist 'ne gute Botschaft."
Erreicht kein Bewerber die absolute Mehrheit (mehr als die Hälfte der Stimmen) kommt es am 28. September zur Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen.
Wer wird bei der Ratswahl gewählt? Wer tritt an?
Bei der Wahl des Rates hat jede Wählerin und jeder Wähler nur eine Stimme. Mit dieser wählen sie den Direktkandidaten oder die Direktkandidatin in ihrem Wahlbezirk. Duisburg hat 37 Kommunalwahlbezirke von „01 Overbruch/Vierlinden-Nord“ im Norden bis „37 Huckingen/Großenbaum-West“ im Stadtsüden. Ratsherr oder Ratsfrau wird, wer im Wahlbezirk die meisten Stimmen erhält. In der öffentlichen Bekanntmachung der Stadt können Sie online auf duisburg.de nachschauen, wer in den 37 Wahlbezirken alles kandidiert.
Zur Ratswahl schicken 15 Parteien und Wählerbündnisse Kandidierende ins Rennen, außerdem gibt es einen Einzelbewerber:
SPD (Kandidierende in allen 37 Wahlbezirken)
CDU (in allen 37 Wahlbezirken)
Bündnis 90/Die Grünen (in allen 37 Wahlbezirken)
AfD (in allen 37 Wahlbezirken)
Die Linke (in allen 37 Wahlbezirken)
FDP (in allen 37 Wahlbezirken)
Junges Duisburg (JUDU) (in allen 37 Wahlbezirken)
Unabhängige Wählergemeinschaft Tierschutz (in allen 37 Wahlbezirken)
WGD-DAL (Wir gestalten Duisburg, Duisburger Alternative Liste), (in 36 Wahlbezirken)
Die PARTEI (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative) (in 14 Wahlbezirken)
Sozial Gerecht Unabhängig (SGU) (in allen 37 Wahlbezirken)
Volt (in 11 Wahlbezirken)
Aktive Bürgerinitiative (ABI), (in allen 37 Wahlbezirken)
Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), (in allen 37 Wahlbezirken)
Piratenpartei (in zwei Wahlbezirken)
Zinar Akyüz, Einzelbewerber, kandidiert in Marxloh
Jede Partei erhält so viele Sitze im Rat, wie ihr nach ihrem Stimmenanteil in ganz Duisburg zustehen. Die Hälfte der Sitze wird an die in den 37 Wahlbezirken direkt gewählten Wahlsieger vergeben, die anderen 37 Sitze nach den Ratsreservelisten. Stehen einer Partei mehr Sitze zu, als sie Direktmandate in den Wahlbezirken gewonnen hat, rücken die Kandidatinnen und Kandidaten nach, die auf diesen Reservelisten stehen.
Wie gingen die letzten Ratswahlen in Duisburg aus?
Die SPD musste 2020 zwar mit 30,84 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Ratswahl hinnehmen, lag aber dennoch deutlich vor der CDU (21,46 %). Die beiden Fraktionen setzten ihre Kooperation, die Duisburger „GroKo“, nach der Wahl fort.
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Die Grünen erzielten 2020 ihr bestes Duisburger Ratswahlergebnis (17,71 %), viertstärkste Partei war bei ihren zweiten Kommunalwahlen die AfD (9,29 %). Die Linke erhielt 5,53 Prozent der Stimmen, die FDP 3,10 Prozent, Junges Duisburg 2,93 Prozent. Alle Stimmenanteile sehen Sie hier. Die Wahlbeteiligung war 2020 in Duisburg mit 39,15 die niedrigste in NRW (NRW-Schnitt: 51,9 %) – wie auch schon 2014 (Duisburg: 40,45 %; NRW: 50 %).
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