Erneut haben kostenlose Schwimmkurse für Kinder aus dritten und vierten Schuljahren in Duisburg begonnen. Erklärtes Ziel ist, dass alle teilnehmenden Grundschulkinder mindestens das Seepferdchen-Abzeichen schaffen.
Das Schwimmförderprogramm „Duisburg lernt schwimmen“ wird in diesem Jahr mit 100.000 Euro von der Sportstiftung der Sparkasse unterstützt. 500 Kinder werden bis zu den Sommerferien in 57 Kursen quer durch die ganze Stadt unterrichtet. Nach den Ferien sollen weitere 500 Kinder in den Genuss des Angebots kommen.
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Oberbürgermeister Sören Link, der einen der Kurse im Lehrschwimmbecken an der GGS Marktstraße besuchte, sagt: „Schwimmen zu können bedeutet Sicherheit, Selbstvertrauen und Teilhabe. Kein Kind sollte am Beckenrand stehen und nur zuschauen müssen.“ Sparkassenvorstand Helge Kipping freut sich, dass die Plätze in den Kursen in kürzester Zeit vergeben waren. Die Anmeldungen erfolgten über die Schulen. Dass Kinder in Duisburg sicher schwimmen lernen können, gebe ihnen „Sicherheit fürs Leben“.
Stadt will Schwimmfähigkeit von Viertklässlern evaluieren
Die Stadt plant zusammen mit der Schulaufsicht in der zweiten Jahreshälfte eine Erhebung zur Schwimmfähigkeit von Kindern in vierten Klassen. Damit wolle man prüfen, ob das Projekt den gewünschten Effekt hat, so Jürgen Dietz von Duisburg Sport. Eine DLRG-Studie hatte gezeigt, dass bundesweit jedes zweite Kind die Grundschule verlässt, ohne sicher schwimmen zu können.
Dietz betont, dass das Programm „Duisburg lernt schwimmen“ mehr sei als nur Schwimmkurse zu organisieren. Über Qualifizierungsprogramme sollen Übungsleiter ausgebildet werden. Auch die Vereinsarbeit solle unterstützt werden.
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2022 und 2023 gab es erstmals die Schwimmkurse aus Mitteln des Bundesprogramms „Aufholen nach Corona“, 2024 stemmte der Stadtsportbund das Angebot im kleineren Umfang aus eigener Kasse. Durch das Sponsoring können jetzt wieder mehr Kinder mitmachen. Das sei wichtig, weil die Sportvereine die Vielzahl der Anfragen gar nicht stemmen können, sagt Holger Lauterbach vom Stadtsportbund. Auch das Interesse an den kostenlosen Kursen sei so groß gewesen, dass man die Anmeldung nach einer Woche schon stoppen musste. Das Projekt ist diesmal aber langfristig angelegt und breiter organisiert, betont die Stadt, deshalb werden nach und nach mehr Kinder in den Genuss kommen.
Außerdem sollen Vereinsangebote unterstützt sowie in einem Pilotprojekt sogenannte Schwimmassistenzen eingeführt werden. Das sind zusätzliche Kräfte, die den Unterricht begleiten und den Lernerfolg verbessern sollen.
Anfängerkurse in fünf Lehrschwimmbecken
Aktuell könne man auf fünf städtische Becken für die Kurse zugreifen. Bäder wie das an der Memelstraße seien zu stark frequentiert für die Wassergewöhnung. Und das Bad an der Kranichstraße in Hochfeld sei weiterhin geschlossen. Schon 2021 wurde angekündigt, rund 400.000 Euro zu investieren, passiert ist aber nichts. Becken in LVR-Schulen oder an Schulen in kirchlicher Trägerschaft könne man an Wochenenden nicht nutzen, zählt Lauterbach die Einschränkungen auf.
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Dennoch sei es gelungen, dass sich in den Vorgängerkursen die meisten Kinder nach zehn Terminen eine Weile über Wasser halten können, ohne den Boden zu berühren. Im Anschluss habe man auch oft Abzeichen vergeben können.