Zu neun Jahren Haft ist Esmat. E., alias Sammy Miri, vom Dortmunder Landgericht verurteilt worden. Geschäfte mit mehr als 40 Kilogramm Kokain waren ihm zur Last gelegt worden. Der 39-Jährige hatte ein umfassendes Geständnis abgelegt. Mit dem Urteil ist er aber alles andere als zufrieden. Sein Verteidiger hat deshalb nun Revision beantragt.
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Dass Miri für die Taten zur Rechenschaft gezogen werden müsse, sei umstreitig, so Anwalt Detlev Binder auf Nachfrage der Redaktion. Bei der Revision gehe es ihm um das Strafmaß. „Es stellt sich die Frage, ob die Strafhöhe in diesem Fall für den Handel mit Kokain angemessen ist.“ Binder hatte für acht Jahre Haft plädiert.
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Miri selbst hatte bereits während seiner Zeit in der Türkei, wohin er sich 2021 abgesetzt hatte, in einem Interview mit der Bild-Zeitung kritisiert, dass die Justiz gegen sogenannte Clan-Kriminalität „Zeichen setzen“ wolle. „Da wird oft deutlich über das Ziel hinausgeschossen.“
Anwalt hatte vor dem Dortmunder Landgericht höhere Strafe gefordert
Dabei scheint es, als wäre Miri eigentlich noch glimpflich davongekommen: Staatsanwalt Thomas Manthei hatte zehneinhalb Jahre gefordert. Außerdem wird dem Angeklagten die Haftzeit in der Türkei im Verhältnis 1:3 angerechnet, deutsche Behörden bewerten die Haft dort also als dreimal so schlimm wie die in Deutschland.
Nach vier Jahren darf Esmat E. dann in eine Entziehungsanstalt wechseln. Die dortige Behandlung dürfte rund zwei Jahre dauern. Absolviert Sammy Miri diese Therapie erfolgreich, dann könnte er anschließend vorzeitig auf Bewährung entlassen werden – also schon nach sechs statt neun Jahren.
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Auch finanziell hätte es für den Drogenhändler schlimmer ausgehen können. Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft beantragt, Taterträge in Höhe von 971.000 Euro von Miri einzuziehen. Im Urteil hat sich diese Summe deutlich reduziert. Nun ist nur noch von 196.500 Euro die Rede. 150.000 Euro davon kann sich Sammy Miri außerdem mit seinem ebenfalls verurteilten Mittäter Ümit G. teilen.