Schülerinnen und Schüler in Bottrop erhalten ab dem kommenden Schuljahr wieder das Schokoticket und nicht mehr länger das Deutschlandticket. Das hat der Rat der Stadt so beschlossen. Der Grund: Das Deutschlandticket würde für die Stadt im kommenden Schuljahr um einiges teurer werden als das Schokoticket. Im Sommer 2023 erst war das Deutschlandticket für Schüler in Bottrop eingeführt worden.

Laut Verwaltung lägen die Mehrkosten im Jahr bei insgesamt 171.533,28 Euro. Ein einzelnes Schokoticket kostet im Schuljahr insgesamt 604,32 Euro, für das Deutschlandticket würden 696 Euro fällig. Aus dem Grund hat die Verwaltung vorgeschlagen, künftig wieder zum Schokoticket zurückzukehren.

Stadt Bottrop zahlt aktuell für 1871 Schülerinnen und Schüler das Ticket

Betroffen davon sind alle Schülerinnen und Schüler, die einen Anspruch darauf haben, dass die Stadt ihnen das Ticket finanziert. Laut Verwaltung gibt es aktuell 1871 solcher anspruchsberechtigten Schülerinnen und Schüler in der Stadt. Wer bekommt das Ticket bezahlt? Vereinfacht ausgedrückt alle Grundschülerinnen und Grundschüler, die weiter als zwei Kilometer von der nächstgelegenen Schule entfernt wohnen. An der weiterführenden Schule steigt diese Mindestentfernung auf 3,5 Kilometer in der Sekundarstufe I und auf fünf Kilometer in der Sek. II.

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Das Schokoticket gilt nur innerhalb des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR). Mit dem Deutschlandticket, der Name sagt es, könnten die Schülerinnen und Schüler durch ganz Deutschland fahren. Je älter die Jugendlichen werden, umso interessanter dürfte diese Option für sie sein.

Idee: Schokoticket freiwillig auf eigene Kosten zum Deutschlandticket aufstocken

Darauf wies in der Ratssitzung auch die Linke hin. Sven Hermes warb dafür, an dieser Stelle eben nicht zu kürzen. Es sei am Ende auch eine soziale Frage, gerade für Familien, die sich das Deutschlandticket womöglich nicht leisten können. Marianne Dominas (ÖDP) berichtete aus ihrer Praxis als Lehrerin, dass eben der Großteil der Schülerinnen und Schüler mit dem auskomme, was das Schokoticket auch ermögliche.

Leicht fiel diese Entscheidung auch den übrigen Parteien und Fraktionen nicht. Am Ende aber, so Andreas Mersch von der FDP, sei es nicht Aufgabe der Stadt als Schulträger, Mobilität für die Kinder und Jugendlichen zu finanzieren. Das sei vielleicht wünschenswert, „aber die Mittel stehen uns schlicht nicht zur Verfügung“.

Die Idee der FDP: Die Stadt solle sich beim VRR dafür einsetzen, dass diejenigen, die ein Schokoticket auf Kosten der Stadt erhalten, gegen einen geringen Aufpreis die bundesweite Gültigkeit des Deutschlandtickets dazu zu buchen, „freiwillig, auf eigene Kosten und unkompliziert“. Ob sich das jedoch so einfach realisieren lässt, ist unklar.

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Was bedeutet das nun für die Familien? Für anspruchsberechtigte Schülerinnen und Schüler ergeben sich keine finanziellen Änderungen, alle anderen können das Ticket für aktuell 45,45 Euro kaufen. Die Vestische werde schriftlich Kontakt zu den Abonnenten aufnehmen und ermögliche zudem kürzere Kündigungsfristen, heißt es seitens der Verwaltung.