Pflegeprodukte

Welche Vorteile DIY-Kosmetik bringt – und wie man sie macht

Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher setzen auf Naturkosmetik. Auch selbst gemachte Produkte liegen im Trend.

Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher setzen auf Naturkosmetik. Auch selbst gemachte Produkte liegen im Trend.

Foto: Strelciuc Dumitru / iStock

Berlin.  Selbst gemachte Kosmetik schont nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Natur. Wir geben Infos und Tipps für einen Selbstversuch.

Bedenkliche Inhaltsstoffe, Tierversuche und jede Menge Verpackungsmüll: Es gibt gute Gründe, auf herkömmliche Pflegeprodukte zu verzichten. Wer Deodorant, Zahnpasta oder Peeling stattdessen selbst herstellt, hat nicht nur die Kontrolle über die Inhaltsstoffe, sondern vermeidet auch Abfall und spart Geld.

„Do it yourself“ (kurz: DIY), übersetzt „Mach es selbst“, liegt im Trend, wie eine repräsentative Umfrage der Marktforscher von YouGov aus dem Jahr 2017 belegt. Dabei gab fast die Hälfte der Befragten an, lieber zu produzieren statt zu konsumieren. Bei DIY wird in Eigenregie genäht, gehämmert, gebastelt oder eben: angemischt. Selbermachen lautet die Devise. Und das gilt längst auch für Pflege- und Kosmetikprodukte.

„Ein großer Vorteil ist, dass das Risiko für Unverträglichkeiten insgesamt geringer ist, weil selbst gemachte Kosmetik mit weniger Inhaltsstoffen auskommt“, sagt Dermatologin und Bestsellerautorin Yael Adler („Haut nah“). Konventionelle Pflegeprodukte enthalten Duft-, Farb- und, Konservierungsstoffe die Kontaktallergien auslösen und Irritationen, Juckreiz und Bläschen hervorrufen können. Zudem helfe der Trend, das Verhältnis zur eigenen Hautgesundheit und nicht zuletzt zur Umwelt zu verbessern.

„Öko-Test“ warnte vor vielen industriell gefertigten Lippenstiften

Tatsächlich sind in beinahe allen industriell produzierten Kosmetika Mineralöle enthalten, die aus Erdöl hergestellt werden. Sie sollen die Produkte zähflüssiger machen. Einige von ihnen gelten jedoch als krebserregend. Laut einer Untersuchung von „Öko-Test“ sind die gesundheitsgefährdenden Stoffe dennoch in zahlreichen Lippenstiften und -balsamen vorhanden.

Ein weiteres Problem: Mikroplastik, also Kunststoffpartikel mit einer Größe von weniger als fünf Millimetern. In Peelings wirken sie als Schleifmittel, in Cremes sollen sie ein geschmeidiges Gefühl erzeugen. Derzeit weiß niemand, wie gefährlich die winzigen Kunststoffteilchen für Gesundheit und Umwelt werden können.

• Mehr zum Thema: Schummeleien bei Naturkosmetik? Kritik an Herstellern

Weil mitunter selbst Bio-Kosmetika fragwürdige Stoffe enthalten, beginnen immer mehr Menschen, ihre Pflegeprodukte selbst herzustellen. Die nötigen Zutaten gibt es für wenig Geld im Supermarkt, in der Apotheke oder in Reformhäusern. Zum Beispiel Kokosöl, das die Haut durchfeuchtet und Fältchen aufpolstert. Ebenso Natron, auch bekannt als Back- und Speisesoda. Es wirkt antibakteriell und neutralisiert Gerüche. Mit den richtigen Rezepten gelingt die Herstellung natürlicher Schönheitspflege dann ohne großen Aufwand.

Hygiene ist fürs Herstellen von Kosmetikprodukten sehr wichtig

„Pflegeprodukte, die ohne Konservierungsstoffe hergestellt wurden, verderben allerdings auch schneller“, betont Hautexpertin Adler. Im Gegensatz zu gekaufter Kosmetik gibt es für selbst gemachte Cremes und Co. kein festes Verfallsdatum. Sobald Mundspülung und Deo unangenehm riechen oder schimmeln, sollten sie umgehend entsorgt werden.

Grundsätzlich gilt: Lieber kleine Dosierungen anmischen, die rasch aufgebraucht werden können. Und je weniger Bakterien in die Behältnisse gelangen, desto länger hält sich auch das Produkt. Bei der Herstellung ist Hygiene deshalb essenziell. Selbst gemachte Kosmetik sollte zudem stets kühl gelagert werden.

DIY-Kosmetik – So mischen Sie sich selbst ihre Pflegeprodukte:

• Mundspülung:

Zutaten: 250 ml Wasser,
20 g Birken­zucker, 1 TL Natron, fünf Tropfen Pfefferminzöl (nach Bedarf); eine Glasflasche

Anleitung:

1. Natron, Birkenzucker und Pfefferminzöl in die Flasche füllen.

2. Anschließend mit lauwarmem Wasser auffüllen und kräftig schütteln.

3. Nach wenigen Minuten sollten sich alle Bestandteile aufgelöst und vermischt haben.

• Lippenpflege:

Zutaten: 4 g Bienenwachs, 10 g Sheabutter, 10 g Kokosöl, ¼ Vanillestange; kleine, verschließbare Dose

Anleitung:

1. Sheabutter, Kokosöl und Bienenwachs im Wasserbad bei geringer Temperatur langsam erwärmen, bis das Wachs vollständig geschmolzen ist.

2. Vanillestange längs aufschneiden und das Mark mit einem Messer herauskratzen. Anschließend mit den restlichen Zutaten verrühren und zügig in die Dose abfüllen.

• Peeling:

Zutaten: 5 EL Zucker, 3 EL Olivenöl, Rosmarin

Anleitung:

1. Zucker und Olivenöl vermengen, bis eine dicke Paste entsteht. Anschließend nach Bedarf frischen Rosmarin hinzugeben.

2. Auf das Gesicht auftragen und sanft verreiben. Die Augenpartie dabei aussparen.

• Roll-on-Deo:

Zutaten: 100 ml Wasser, 2 TL Natronpulver, 1–2 TL Speisestärke, ätherisches Öl (nach Bedarf); leerer Deo-Roller

Anleitung:

1. Wasser in einem Topf erhitzen und Speisestärke unterrühren. Kurz aufkochen lassen, bis eine leicht sirupartige Konsistenz erreicht ist – bei Bedarf mehr Speisestärke hinzugeben.

2. Das Gel abkühlen lassen, bis es handwarm ist. Anschließend Natron unterrühren, bis es sich auflöst. Nach Bedarf einige Tropfen Öl hinzufügen.

3. Das fertige Deo in den Roller füllen.

• Zahnpasta:

Zutaten: 3 EL Kokosöl, 3 EL Natron, 1 TL Schlämmkreide, Pfefferminzöl; kleine, verschließbare Dose

Anleitung:

1. Kokosöl im Topf erhitzen, bis es flüssig wird.

2. Natron und Schlämmkreide hinzugeben, anschließend mit einer Gabel verrühren, sodass keine Klumpen entstehen.

3. Zuletzt wenige Tropfen Pfefferminzöl dazugeben, erneut umrühren und in die Dose abfüllen.

• Handcreme:

Zutaten: 50 g Kakaobutter, 40 g Kokosöl, 1 EL Olivenöl, ätherisches Öl (nach Bedarf); verschließbares Glas

Anleitung:

1. Kakaobutter und Kokosöl im heißen Wasserbad schmelzen.

2. Anschließend Olivenöl hinzugeben und gut verrühren.

3. Nachdem die Flüssigkeit etwas abgekühlt ist, nach Bedarf einige Tropfen ätherisches Öl dazugeben.

4. Die Masse in das Glas füllen und aushärten lassen.

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