Sabine

Zugausfall wegen Sabine? Diese Rechte haben Bahnreisende

Sturmschäden: So holt man sich sein Geld zurück

Ein Sturm kann schnell große Schäden am eigenen Haus anrichten. Zum Glück gibt es Versicherungen, die dafür aufkommen. Diese fünf Regeln sollte man beachten, damit die Schäden auch bezahlt werden.

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Berlin  Zerstörte Hausdächer, ausgefallene Züge? Orkantief Sabine zieht seit Sonntag über Deutschland - was man im Schadensfall wissen muss.

Sturmtief Sabine ist in Deutschland angekommen - das birgt Gefahren


  • Wer haftet eigentlich für Sturmschäden? Welche Versicherung ist wichtig?

  • Der Zug ist wegen Sabine ausgefallen? Fahrgäste haben viele Rechte - und dank der Bahn in diesem Fall auch Ausweichmöglichkeiten

  • Bei Flugreisenden sieht es schon etwas anders aus - ihre Rechte unterscheiden sich von jenen Bahnreisender

  • Auto kaputt? Ob es die Teilkasko- oder die Vollkaskoversicherung betrifft, ist fallabhängig

  • Orkantief Sabine zieht Sonntag und Montag durch Deutschland. Eine offizielle Sturmwarnung wurde herausgegeben.

    Und mit dem Sturm kommt oft auch der Schaden. Der Orkan Friederike kostete die deutschen Versicherer 2018 hunderte Millionen Euro. Wintersturm Kyrill, der 2007 wütete, kam in der Schadensbilanz noch deutlich höher - auf mehr als zwei Milliarden Euro

    Allerdings ist der wirtschaftliche Schaden von Naturkatastrophen meist höher als der versicherte Schaden, weil viele Hauseigentümer keine ausreichende Versicherung abgeschlossen haben. Was nun für Hausbesitzer, Autofahrer und Reisende wichtig wird.

    • Welche Versicherung bezahlt für welche Sturmschäden?

    Sturmschäden am Haus sind in der Regel über die Hausrat- oder die Wohngebäudeversicherung abgesichert. Darauf weist der Bund der Versicherten (BdV) hin. Die Gebäudeversicherung etwa zahlt bei abgedeckten Dächern, zerstörten Schornsteinen oder Schäden durch umgefallene Bäume. Sie kommt auch für Folgeschäden auf, wenn durch das vom Sturm beschädigte Dach oder kaputte Fenster Regen eindringt – aber nur für Schäden am Haus selbst.

    Für bewegliche Gegenstände ist die Hausratversicherung zuständig – sie übernimmt Schäden, wenn der Sturm zum Beispiel das Dach abgedeckt hat und die Möbel nass und unbrauchbar geworden sind.

    Schäden sollten schnellstmöglich der Versicherung gemeldet werden. Grundsätzlich reicht ein Anruf, zur Sicherheit rät der BdV zu einem Einschreiben mit Rückschein. Zur Dokumentation der Schäden sollten Versicherte Fotos machen und mögliche Zeugen benennen. Wichtig: Ohne Rücksprache sollten Betroffene die Schäden nicht beseitigen. Die Versicherung muss die Möglichkeit haben, den Schaden durch eigene Gutachter bestimmen zu lassen.

    • Was muss ich beachten, wenn der Sturm mein Auto beschädigt hat?

    Hat etwa ein umfallender Baum ein Auto beschädigt, sollten Besitzer dies umgehend ihrer Kfz-Teilkaskoversicherung melden. Ohne Absprache mit dem Versicherer sollten Fahrer allerdings keinen Gutachter bestellen oder den Schaden reparieren lassen – sonst bleiben sie unter Umständen auf den Kosten sitzen.

    Bei Schäden durch herunterfallende Äste oder Dachziegel ist in jedem Fall die Teilkaskoversicherung der richtige Ansprechpartner. Denn hier findet in der Regel keine Rückstufung statt. Zudem ist die Selbstbeteiligung meist geringer. Fährt der Wagen hingegen gegen einen Baum, der bereits länger auf der Straße liegt, müssen sich Versicherte – falls vorhanden – an ihre Vollkaskoversicherung wenden.

    • Was ist, wenn ich meine Reise mit der Bahn nicht antreten konnte?

    Wenn Züge ausfallen oder deutlich zu spät kommen, haben die Kunden Anrecht auf eine zumindest anteilige Erstattung. Hat sich ein Zug wegen des Unwetters erheblich verspätet, muss die Bahn einen Teil des Ticketpreises erstatten. 25 Prozent des Preises gibt es ab 60 Minuten Verspätung, 50 Prozent ab 120 Minuten. Entscheidend ist die Ankunftszeit am Zielort. Bahn-Erstattungen: Diese Apps helfen bei Entschädigungen.

    Die Deutsche Bahn zeigt sich aber sogar schon vor dem Orkan Sabine kulant bei bereits gekauften Tickets. Das Unternehmen empfiehlt Reisenden, geplante Zugfahrten im Zeitraum von Sonntag bis Dienstag zu verschieben.

    Alle Tickets im Fernverkehr, die an den kritischen Tagen vom 9. bis einschließlich 11. Februar betroffen sind, behalten demnach ihre Gültigkeit - und können bereits am Samstag und bis mindestens Dienstag, den 18. Februar, genutzt werden. Das gelte auch für zuggebundene Tickets. Alternativ lassen sich die Fahrkarten kostenlos stornieren. Fahrgäste bekommen dann ihr Geld zurück. Die Erstattung können Reisende in den Reisezentren der Bahn, DB-Agenturen und im Internet mit dem Fahrgastrechte-Formular beantragen. Diese Rechte haben Bahnfahrer bei Verspätungen und anderen Problemen.

    Was ist der Kontakt zur Deutschen Bahn bei Fragen?

    Die Bahn empfiehlt den Reisenden während der kommenden Tage, sich vor Reiseantritt über Ihre Verbindung zu infomieren. Das geht zum einen auf www.bahn.de/reiseauskunft, und im DB Navigator für Smartphones und Tablets. Aber auch klassisch bei der telefonischen Reiseauskunft 0180/6996633 - der Anruf aus dem Festnetz kostet maximal 20 Cent, aus dem Mobilfunknetz maximal 60 Cent.

    • Was ist, wenn ich als Bahnkunde unterwegs gestrandet bin?

    Die Deutsche Bahn erstattet Reisenden die Kosten für nötige Übernachtungen. Das gilt, sofern die Fortsetzung der Fahrt am selben Tag unmöglich oder unzumutbar ist. Alternativ ersetzt die Bahn die Kosten für ein anderes Verkehrsmittel in Höhe von maximal 80 Euro, wie das Unternehmen erklärt. Organisiert die Bahn ein anderes Verkehrsmittel oder eine Übernachtungsmöglichkeit, so hat dies Vorrang.

    • Was gilt für Reisende, die mit dem Flugzeug unterwegs waren?

    Anders als bei der Bahn können Flugreisende bei einem Sturm nicht unbedingt auf eine Entschädigung für Ausfälle und Verspätungen hoffen. Denn ein starkes Unwetter kann als außergewöhnlicher Umstand gelten – wodurch der Anspruch entfällt. Das gilt aber keineswegs pauschal. Eine Fluggesellschaft muss alle zumutbaren Maßnahmen ergreifen, um Verspätungen dennoch zu vermeiden. Was genau hier jedoch angemessen ist, beschäftigt regelmäßig die Gerichte.

    Nach einer Verspätung oder einem Flugausfall sollten sich Betroffene zunächst an die Fluggesellschaft wenden. Kommt keine befriedigende Antwort, bietet sich eine Beschwerde bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) an. Immer mehr Menschen forderten dort wegen Flugverspätungen zuletzt ihr Geld zurück - und das mit Erfolg. Für Fluggesellschaften aus Deutschland gibt es außerdem die Schlichtungsstelle Luftverkehr beim Bundesjustizamt.

    Alle Informationen dazu, ob Orkantief Sabine in Deutschland Schäden angerichtet hat, gibt es in unserem Newsblog.

    (dpa/ses)

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