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Stiftung Warentest: Schadstoffe in jedem dritten Spielzeug

Materialproben von 23 Akustik-Spielzeugen, darunter Puppen, Roboter und andere Figuren, untersuchte Stiftung Warentest im Labor.

Materialproben von 23 Akustik-Spielzeugen, darunter Puppen, Roboter und andere Figuren, untersuchte Stiftung Warentest im Labor.

Foto: Peter Roggenthin / Stiftung Warentest

Berlin.  Sieben von 23 Spielzeugen, die Stiftung Warentest prüfte, waren mit chemischen Substanzen belastet. Es gibt aber eine gute Nachricht.

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Akustik-Spielzeug ist einer der Trends im diesjährigen Weihnachtsgeschäft. „Sie brabbeln, krabbeln, singen oder weinen“, schreibt Stiftung Warentest über die Puppen, Roboter oder Plüschfiguren. In den Testlaboren fanden das die Prüfer dann weniger spaßig: Von 23 getesteten Spielzeugen schnitt jedes dritte schlecht ab.

Das Hauptproblem der sieben Testverlierer, die bis auf ein Produkt in China hergestellt wurden: die Schadstoffbelastung. Im Chemielabor analysierte Stiftung Warentest nach eigenen Angaben 1450 Materialproben. Am häufigsten sei dabei Naphtalin nachgewiesen worden.

Der Stoff gehört zu den polyzyklischen Kohlenwasserstoffen - kurz PAK - und steht unter Verdacht, Krebs zu erzeugen. PAK können über Weichmacher oder Farbstoffe ins Spielzeug gelangen. In Proben von vier Spielzeugfiguren wurden laut Stiftung Warentest Naphtalin in kritischen Mengen gefunden:

  • Drache Ohnezahn von Spin Master
  • Roboter Marvin von Revell
  • Eiskönigin Elsa von Hasbro
  • Esel Emmi von Sterntaler

Nicht akut giftig, aber aus Gründen der gesundheitlichen Vorsorge zu bemängeln

Stiftung Warentest weist darauf hin, dass diese Spielzeuge die rechtlichen Vorschriften einhielten. Auch seien die festgestellten Konzentrationen nicht akut giftig. „Aus Gründen der Vorsorge haben wir die PAK aber nach den strengen Kriterien des GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit bewertet“, begründet Stiftung Warentest ihr Urteil. PAK würden im Organismus langfristig wirken, Kinder könnten sie beim Spielen über den Mund oder die Haut aufnehmen.

Zweiter Schadstoff-Fund: Das Ärmelgummiband der Puppe Lea der Firma IMC Toys enthielt laut Warentest hohe Mengen an Nitrosaminen. Einige dieser Verbindungen seien krebserregend, so die Stiftung. Weil der Ärmel der Puppe aber nur mit Mühe in den Mund genommen werden könne, sei die Puppe noch mit Ausreichend bewertet worden.

Erstmals bestanden alle ausgewählten Produkte sämtliche technischen Tests

Anders als bei der Schadstoffanalyse schnitten die Spielzeuge bei den technischen Sicherheitsprüfungen ab. Erstmals hätten alle getesteten Produkte sämtliche Tests bewältigt. Geprüft wurde dabei zum Beispiel, ob das Spielzeug zu laut oder die LEDs zu grell sind.

Entwarnung gaben die Warentest-Prüfer auch bei drei Produkten, die per Smartphone-App gesteuert oder via Bluetooth verbunden werden. Die Spielzeuge konnten nicht über das Internet kommunizieren, auch die Bluetooth-Verbindungen seien sicher. Nachzulesen ist der komplette Test im Internet unter www.test.de (kostenpflichtig).

Die besten Noten im Test erhielten:

  • Barbie, die magische Haarspiel-Prinzessin (sehr gut)
  • der Robot Fighter Bumblebee von Dickie Toys (gut)
  • d ie Ratterfigur Dackel von Haba (gut)
  • die Babypuppe Bonny von Simba (gut)
  • die Figur Titan Hero von Avengers (gut)

Etwa 80 Prozent des in Deutschland verkauften Spielzeugs stammt aus chinesischen Fabriken, schätzen Nichtregierungsorganisationen wie die Christliche Initiative Romero. In ihrem neuen „Toys Report“ beleuchtet sie die Arbeitsbedingungen in den Provinzen. Fazit: Geschuftet wird noch immer für wenig Geld, nur langsam setzen sich Verbesserungen durch.

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