Feiertage

Welche Bedeutung hat Ostern im Judentum und Islam?

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Ukrainer feiern mitten im Krieg orthodoxes Osterfest

Ukrainer feiern mitten im Krieg orthodoxes Osterfest

Inmitten des russischen Angriffskrieges feiern orthodoxe Gläubige in der Ukraine das Osterfest. Präsident Wolodymyr Selenskyj wandte sich mit einer Rede in einer Kathedrale an seine Bürger. Er bat Gott um den Schutz aller Ukrainer.

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Berlin  Die monotheistischen Religionen haben ähnliche Wurzeln – und ähnliche Feste. Doch was feiern Juden und Muslime eigentlich an Ostern?

Ostern ist das wichtigste Fest im Christentum. Von Gründonnerstag über Karfreitag bis Ostermontag feiern Christen die Kreuzigung und die Wiederauferstehung Jesu. Doch was ist mit den anderen beiden monotheistischen Weltreligionen, dem Islam und dem Judentum? Feiern Muslime und Juden auch Ostern?

Jesus war immerhin Jude und im Koran, der wichtigsten Schrift der Muslime, gilt er sogar als Gesandter Gottes. 2023 fallen die christlichen Feiertage um Ostern, das jüdische Pessachfest und der islamische Fastenmonat Ramadan sogar auf die selben Tage. Ist das Zufall? Die kurze Antwort: Ja und Nein.

Ostern im Judentum: Kreuzigung am Pessachfest – die Zusammenhänge

Jesus wurde laut biblischer Erzählung während oder kurz vor dem jüdischen Pessachfest gekreuzigt. Es ist neben Chanukka und Jom Kipur eines der drei höchsten Feste im Judentum. Während das Datum von Weihnachten, also Jesu Geburt, auf eine "heidnische" Tradtion zurückgeht, gilt das Kreuzigungsdatum durch den Verweis auf das Pessachfest als relativ gesichert.

Im Judentum feiert man Pessach anlässlich des Auszuges der Juden aus Ägypten. Dort lebten sie laut Bibel in Sklaverei am Hof des Pharaos. Der ließ sie erst gehen, als Gott seine zehn Plagen schickte, um die Ägypter zu bestrafen. Genau das könnte der Grund gewesen sein, weshalb Jesus und seine Jünger zum letzten Abendmahl zusammenkamen: Um Pessach zu feiern. Lesen Sie auch: Urbi et Orbi – Was bedeuten diese Worte eigentlich?

Bis heute gibt es gemeinsame Traditionen. So darf an Pessach wie an Ostern auf keiner Festtafel das Lammfleisch fehlen. Von den Parallelen zeugen auch die Namen für Ostern in einigen Sprachen. Das dänische "Påske", das französische "Pâques" und das italienische "Pasqua" gehen zurück auf das hebräische Pessach.

Ostern im Islam: Jesus ein unsterblicher Gesandter Gottes – Warum trotzdem nicht gefeiert wird

Dass Jesus im Islam eine Rolle spielt, ist weitgehend bekannt. Dass er laut Koran nicht von Menschen getötet werden konnte, weniger. Jesus war nicht nur Prophet, sondern auch ein Gesandter Gottes. Das trifft neben ihm nur auf wenige andere Menschen zu, etwa auf Moses oder Abraham. Und diese konnten nicht durch Menschenhand sterben.

Der islamischen Lehre nach kann Jesus also gar nicht am Kreuz gestorben sein. Im Islam gehen verschiedene Auffassung davon aus, dass er die Kreuzigung überlebt hat oder jemand anderes anstatt seiner gekreuzigt wurde. Jesus starb irgendwann, nur nicht bei der Kreuzigung. Deshalb feiern Muslime kein Ostern.

Der Fastenmonat Ramadan wird immer im neunten Monat des islamischen Jahres gefeiert. Er gilt als eine der fünf Säulen des Islams. In diesem Monat soll der Prophet Mohammed die ersten Offenbarungen empfangen haben.

Ostern: Die Feiertage 2023 – Wann wo gefeiert wird und wie die Daten bestimmt werden

Dass 2023 alle drei Feste zusammenfallen, ist kein Zufall. Denn sie orientieren sich an ähnlichen Kalendern: Das christliche Ostern richtet sich nach den Mondphasen, der islamische Ramadan nach dem Mondjahr, das nur 354 Tage hat. Das jüdische Pessachfest beginnt am ersten Abend des ersten Frühjahrvollmondes. Lesen Sie auch: So holen Sie aus 2023 mehr freie Tage raus

In diesem Jahr wird das jüdische Pessach vom 5. April bis zum 13. April gefeiert. Der Ramadan beginnt am Abend des 22. März und endet am Abend des 21. April. Der Karfreitag fällt 2023 auf den 7. April, Ostermontag auf den 10. April. (os)

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