Hautkrankheit

Wie neue Therapien bei Neurodermitis helfen sollen

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Neurodermitis kann bislang nicht geheilt werden. ID 1922325167

Neurodermitis kann bislang nicht geheilt werden. ID 1922325167

Foto: Andrzej Rostek / Shutterstock/Andrzej Rostek

Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Neurodermitis. Neue Medikamente sollen das Jucken lindern. Was es damit auf sich hat.

Extrem trockene und gerötete Haut, die sich schuppt und unerträglich juckt: Für Menschen mit Neurodermitis sind diese Symptome oft Alltag. Die chronische Erkrankung gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten und kann bislang nicht geheilt werden. Für moderate und schwere Fälle versprechen nun neue Therapieformen Linderung.

In Deutschland haben etwa 3,5 Millionen Menschen Neurodermitis, darunter rund 1,3 Millionen Kinder. Bei den meisten von ihnen zeigt sich die genetisch vermutlich mitbedingte Krankheit bereits im Säuglings- und Kleinkindalter.

„Eine milde Neurodermitis mit Juckreiz und Trockenheit lässt sich meist gut in einer Basistherapie mit einer einfachen Pflegecreme, welche Harnstoff oder Glyzerin enthält, oder auch UV-Licht behandeln“, erklärt Peter Elsner, Direktor der Klinik für Hautkrankheiten am Uniklinikum Jena. Bei schwereren Fällen sei eine systemische, also innerlich wirkende Therapie nötig. Lesen Sie auch: Plage der Pubertät – Was wirklich gegen Akne hilft

Spezifische Antikörper sollen die Entzündung blockieren

„Bis vor zwei bis drei Jahren gab es hierfür nur zwei Optionen“, sagt Elsner, Sprecher der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG). „Zum einen die Anwendung von innerlichem Cortison, zum anderen die Behandlung mit dem Immunsuppressivum Ciclosporin, das eigentlich aus der Transplantationsmedizin stammt.“

Beide Medikamente würden gute Erfolge erzielen, seien allerdings mit zum Teil starken Nebenwirkungen verbunden. „Wir hatten immer auf Mittel gehofft, welche direkt auf die Entzündungsprozesse wirken“, so der Dermatologe.

Genau dies bieten nun zwei neue Therapien in Form von spezifischen Antikörpern und sogenannten kleinen Molekülen. Zu den antikörperbasierten Therapien, auch „Biologika“ genannt, gehört Dupilumab. Auch interessant: Pickel durch Maske: So pflegen Sie die Haut

Medikamente sind gut verträglich - müssen aber gespritzt werden

Der Wirkstoff blockiert zwei zentrale Proteine der Immunantwort und neutralisiert so deren entzündungsfördernde Effekte. Auf diesem Prinzip basiert auch Tralokinumab, das im Juni dieses Jahres als Arzneimittel in der EU zugelassen wurde. Andere Biologika befinden sich derzeit in der klinischen Entwicklung.

Die bislang zugelassenen Biologika sind laut Elsner sehr verträglich, müssen aber gespritzt werden. Nicht für alle Patienten komme das infrage: „Hier haben wir mit den Januskinase-Inhibitoren eine weitere neue Therapieoption“, so Elsner. Diese JAK-Inhibitoren sind kleine Moleküle, die Signalweiterleitungen in der Zelle mit dem Effekt hemmen, dass die Entzündung abklingen kann. Die für Erwachsene zugelassenen Wirkstoffe werden in Ta­blettenform eingenommen.

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