Mutterschutz

Mutterschutzgesetz: Diese Änderungen gelten für Studentinnen

Während des Studiums schwanger werden hat nicht zwingend zur Folge, dass Studentinnen ein Urlaubssemester nehmen müssen. Änderungen im Mutterschutzgesetz sollen dabei helfen, das Studium nicht unverhältnismäßig in die Länge zu ziehen.

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Während des Studiums schwanger werden hat nicht zwingend zur Folge, dass Studentinnen ein Urlaubssemester nehmen müssen. Änderungen im Mutterschutzgesetz sollen dabei helfen, das Studium nicht unverhältnismäßig in die Länge zu ziehen. Foto: dpa

Essen.  Im neuen Jahr treten Veränderungen im Mutterschutzgesetz in Kraft. Das hat Auswirkungen auf Studentinnen, die jetzt sicherer studieren können.

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Mitten im Studium zwischen Prüfungen, Vorlesungen und Lernstress die Erkenntnis: Ich bin schwanger. Und jetzt? Das bedeutet nicht, dass das Studium dauerhaft auf Eis liegen muss. Das weiß auch Sabrina Nikoleit, Beraterin beim Studentenwerk Duisburg-Essen. Sie klärt Schwangere und junge Mütter an den beiden Universitätsstandorten über ihre Rechte auf. „Viele Studentinnen sind trotzdem ambitioniert und möchten gerne Schwangerschaft und Studium meistern. Hier sind beispielsweise Urlaubssemester möglich in denen trotzdem Klausuren geschrieben werden können.“

Das muss aber nicht zwingend sein. Mit den Änderungen im Mutterschutzgesetz seit dem 1. Januar haben Studentinnen, aber auch Schülerinnen und Praktikantinnen, Anspruch auf Mutterschutz und können somit sechs Wochen vor der Schwangerschaft und acht Wochen danach eine Auszeit nehmen.

Wenn sich die Studentin dazu in der Lage fühlt, kann sie aber dennoch an Klausuren teilnehmen und dafür den Mutterschutz pausieren.

Gefährdungsbeurteilung für Studentinnen

Mit dem neuen Gesetz kommen auch andere Änderungen auf die Studentinnen zu. Sie stehen jetzt in der Pflicht ihre Schwangerschaft schnellstmöglich bekanntzugeben, wenn sie den Schutz in Anspruch nehmen wollen. Nötig ist das, weil Universitäten Gefährdungsbeurteilungen durchführen müssen. Die Hochschule legt darin fest, ob Regeln zum Schutz einer schwangeren Studentin nötig sind. Diese Vorschrift galt bisher nur für Angestellte. Mit der Beurteilung soll gewährleistet sein, dass zum Beispiel kein Kontakt mit Chemikalien besteht oder die Studentinnen schwer heben müssen.

Spielraum bei der Umsetzung

Für jede schwangere Studentin muss eine eigene Gefährdungsbeurteilung vorliegen. Wer diese Aufgabe übernimmt, ist an der Ruhr-Universität Bochum noch nicht ganz klar. „Bei 43.000 Studenten ist es schwer die Prüfung an zentraler Stelle vorzunehmen. Daher soll Personal in den jeweiligen Fakultäten geschult werden. Es fehlt nicht am Personal, vielmehr ist es verwaltungstechnisch eine Herausforderung“, sagt Kerstin Tepper, Koordinatorin im Bereich Familiengerechte Hochschule.

Hochschulen drohen Bußgeldstrafen

Viel Zeit sollen die Überlegungen nicht in Anspruch nehmen, da der Gesetzgeber alle Universitäten anhält, in diesem Jahr alle potenziellen Gefahrenquellen zu identifizieren. 2019 könnten Überprüfungen stattfinden. Sollte dann herauskommen, dass unsauber gearbeitet wurde, können den Universitäten Bußgeldstrafen drohen.

Bis dahin versuchen die Unis den schwangeren Studentinnen alle nötigen Informationen mit auf den Weg zu geben. Neben Material auf den jeweiligen Internetseiten, gibt es Flyer und auch persönliche Gespräche.

Für Beraterin Sabrina Nikoleit ist klar: „Die Neuerungen sind sehr sinnvoll für die Studentinnen. Jetzt können sich die Schwangeren ihre Zeit besser einteilen. Die Gefährdungsbeurteilung sollte auch für all gelten."

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